Urteile am Landgericht
Lange Haft für Autodiebe

Metelen/Münster -

Für lange Zeit hinter Gitter müssen zwei Polen und ein Komplize aus Telgte, die für ein ganze Reihe von Eigentumsdelikten und Autodiebstählen verantwortlich sind – begangen unter anderem auch in Metelen

Freitag, 16.03.2018, 16:26 Uhr aktualisiert: 18.03.2018, 14:24 Uhr
 
  Foto: dpa

Die Angeklagten konnten nach der Strafforderung des Staatsanwaltes wohl ahnen, was auf sie zukommen könnte. Dennoch wirkte das Urteil auf sie wie ein Schock: Für eine Serie von Wohnungseinbruchsdiebstählen und Versuchstaten sowie wegen Pkw-Diebstahls schickte das Landgericht am Freitag zwei Polen und einen 51-Jahre alten Telgter mit polnischen Wurzeln für lange Zeit hinter Gitter.

Die Polen erhielten Freiheitsstrafen von fünf Jahren und neun Monaten beziehungsweise sechs Jahren. Zudem müssen beide Wertersatz von zusammengenommen über 200 000 Euro zahlen.

Für den 51 Jahre alten Telgter hielt das Gericht eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten für tat- und schuldangemessen. Für ihn fußte das Urteil auf Beihilfe zum Wohnungseinbruchsdiebstahl in zwei Fällen sowie einem weiteren Fall des Diebstahls und auf vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs, tateinheitlich mit unerlaubtem Entfernen vom Unfallort.

Vor Ablauf von zwei Jahren darf ihm keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. Die von der Staatsanwaltschaft beantragte Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt folgte das Gericht nicht.

Zu den Orten, in denen die Angeklagten je nach Tatbeitrag zwischen Dezember 2012 und Mai 2017 zugeschlagen hatten, gehörte auch Metelen. Wie berichtet, drangen die beiden Polen in ein Wohnhaus ein, indem sie nach ausgeklügeltem Muster die Terrassentür aufbohrten. Im Haus entwendeten sie zunächst zwei Autoschlüssel und anschließend den vor dem Haus abgestellten hochwertigen Volvo im Wert von 18  000 Euro. Der Pkw wurde in Polen veräußert.

„Es waren schwere Kriminalität und ganz gravierende Taten von hohem Schaden und mit Folgen für die Opfer“, hob der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung hervor. Zum Teil leiden sie noch heute unter dem Eindruck der Taten. Ein Ehepaar sah sich nicht in der Lage, ihren sichergestellten Pkw wieder zu nutzen.

Da die beiden Polen ein Geständnis abgelegt hatten, wurde dies bei der Strafzumessung berücksichtigt. Dagegen sprachen die hohe kriminelle Energie, die Professionalität und die Abgeklärtheit, mit der die Angeklagten vorgegangen waren.

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