Einjährige „Kinkerlitzchen“-Pause
Festival-Konzept auf dem Prüfstand

Metelen -

Das „Kinkerlitzchen“ findet in diesem Jahr nicht statt – das hatte der Verein „Klangkultur“ vor einigen Wochen verkündet. Auf der Mitgliederversammlung besprachen die Anwesenden jetzt nicht nur die Gründe für die einjährige Pause.

Dienstag, 03.04.2018, 07:00 Uhr
Der neue Vorstand des Vereins „Klangkultur“ (v.l.): Niclas Rieps, Rolf Kippelt, Lukas Schaar, Simon Stücker, Marius-Antonius Brüning, Johannes Pöpping, Laura Bothorn, Mike Oskamp und Jan-Niklas Kippelt.
Der neue Vorstand des Vereins „Klangkultur“ (v.l.): Niclas Rieps, Rolf Kippelt, Lukas Schaar, Simon Stücker, Marius-Antonius Brüning, Johannes Pöpping, Laura Bothorn, Mike Oskamp und Jan-Niklas Kippelt. Foto: Maximilian Stascheit

Es war eine kleine Hiobsbotschaft, die der Verein „Klangkultur Metelen“ den Fans des „Kinkerlitzchens“ vor einigen Wochen über die sozialen Netzwerke verkündete: In diesem Jahr wird das Film- und Musikfestival an Plagemanns Mühle nicht stattfinden (wir berichteten). Aufgrund des schlechten Wetters waren die Ticketverkäufe an der Abendkasse im vergangenen Jahr eingebrochen – nun sind die Vereinskassen erst einmal leergespült.

Auf der Mitgliederversammlung des Vereins, die am Samstagabend in der Gaststätte Kock stattfand, machte Vorsitzender Simon Stücker allerdings deutlich, dass es sich nur um eine einjährige Pause handele: „Wir werden dieses Jahr nutzen, um den Verein wieder auf finanziell solide Füße zu stellen und auch das gesamte Konzept zu hinterfragen, damit wir danach offen ins Jahr 2019 starten können.“

In einem ausführlichen Vortrag erläuterte Kassierer Johannes Pöpping die wirtschaftliche Bilanz des vergangenen Festivals und machte deutlich, wie der fünfstellige Minusbetrag zustande gekommen ist. So habe man vor allem deutlich mehr Geld in Bands und Werbung investiert, und auch die Finanzierung des Sicherheitskonzepts habe erheblich zu Buche geschlagen. Außerdem konnten das erstmals ins Programm genommene Kirchenkonzert mit Künstlerin Kat Frankie sowie der ebenfalls neue Zeltplatz nicht gegenfinanziert werden, da beide Angebote für die Besucher kostenlos waren.

Nachdem die knapp 40 anwesenden Mitglieder den Vorstand auf Antrag der Kassenprüfer Lukas Jäger und Lukas Kippelt einstimmig entlastet hatten, forderte Simon Stücker die Versammlung zur Diskussion über die zukünftige konzeptionelle Ausrichtung des Festivals auf. Dabei stellte sich der Verein vor allem die Grundsatzfrage, ob sich das Festival mehr an ein Massenpublikum oder an Musikliebhaber richten sollte, die bewusst wegen der Musik-Acts kommen. „Ihr müsst euch fragen: Wer geht dahin, weil da ‚Milliarden‘ spielt, und wer geht dahin, um mit seiner Clique gemütlich ein paar Bier zu trinken?“, richtete sich Dagmar Jänsch an den Vorstand.

Dirk Brünenborg wünschte sich zudem, mehr Nachwuchsformationen aus der Umgebung eine Chance zu geben. Außerdem appellierte er, vor allem die Ticketpreise an der Abendkasse zu überdenken. 20 Euro allein für den Samstag sei für viele einfach zu viel Geld, um spontan vorbeizuschauen. Auch günstige Familientickets für Eltern oder Großeltern mit Kindern sowie ermäßigte Eintrittspreise für Schüler wurden von den Mitgliedern vorgeschlagen.

Diskutiert wurde zudem über die musikalische Ausrichtung des Musikfestivals, das sich seit der Umbenennung in „Kinkerlitzchen“ immer mehr dem Indie-Pop widmete. Einige merkten an, dass ihnen die Bands im vergangenen Jahr zu experimentierfreudig gewesen seien und nicht den Geschmack des breiten Publikums getroffen hätten. Sie schlugen eine Rückbesinnung an die früheren „Rock an der Mühle“-Zeiten vor, während andere gerade die aktuelle Bandauswahl positiv hervorhoben.

Final beantwortet wurden all diese Fragen am Ende der zweieinhalbstündigen Versammlung nicht. Simon Stücker versprach den Mitgliedern allerdings, im Juni eine weitere Versammlung einzuberufen, um das neue Konzept vorzustellen. Zunächst gelte es nun, den Verein finanziell gut für das nächste Groß-Event aufzustellen. Dafür plant der Verein im Herbst eine ÖBS-Party; auch weitere Ideen wie ein Newcomer-Bandwettbewerb, Workshops für Nachwuchsmusiker oder eine musikalische Kneipennacht sollen verfolgt werden.

Ergebnisse der Wahlen

Der zweite Vorsitzende Jan-Niklas Kippelt und Kassierer Johannes Pöpping wurden ebenso einstimmig wiedergewählt wie die Beisitzer Lukas Schaar, Niclas Rieps, Mike Oskamp, Marius-Antonius Brüning und Laura Bothorn. Auf dem sechsten Beisitzerposten folgt Rolf Kippelt auf Alexander Rave, der nicht kandidierte. Neuer Kassenprüfer ist neben Lukas Schaar René Schultealbert.

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