Kinderbibelwoche
Mit Rosalie auf Jonas Spuren

Metelen -

Auf den Spuren des Propheten Jona wandeln derzeit 52 Schüler im Pfarrzentrum Oase. Dort findet die alljährliche Kinderbibelwoche der Pfarrgemeinde Ss. Cornelius & Cyprianus statt, in der sich die Teilnehmer auf spielerische Weise mit den Inhalten der heiligen Schrift auseinander setzen.

Mittwoch, 04.04.2018, 06:00 Uhr
Antonia Stening als Raupe Rosalie (großes Bild, l.) und Lisa Bröker als Prophet Jona bringen Bibelinhalte auf kindgerechte Weise näher.
Antonia Stening als Raupe Rosalie (großes Bild, l.) und Lisa Bröker als Prophet Jona bringen Bibelinhalte auf kindgerechte Weise näher. Foto: Heidrun Riese

Sie sind selbst für Erwachsene nicht immer leicht zu verstehen. Geschichten aus der Bibel so zu erzählen, dass auch Kinder ihnen folgen, sie sogar mit ihrem Leben in Verbindung bringen können, das ist Anliegen der alljährlichen Aktion nach Ostern, zu welcher die katholische Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus einlädt. Derzeit treffen sich wieder 52 Schüler der zweiten bis fünften Klasse jeden Vormittag im Pfarrzentrum Oase, um sich mit dem Propheten Jona zu beschäftigen – auf spielerische Weise, wie es für die Kinderbibelwoche üblich ist.

Vorbereitet wurde die Aktion, für die am gestrigen Dienstag der Startschuss fiel, erneut von Pastoralreferentin Ruth Bentler, letztmalig zusammen mit Inge Oergel. Die beiden sind ein eingespieltes Team, das von 15 Gruppenleitern im Alter von 14 bis 16 Jahren unterstützt wird. Eigentlich ist es viel mehr als ein unter die Arme greifen, wie die beiden Organisatorinnen betonen. Denn wenn es nach dem morgendlichen Theaterstück, in dem immer ein Teil der behandelten Geschichte aus der Bibel nachgespielt wird, in die Gruppen geht, dann haben die Jugendlichen das Sagen. „Sie lernen in kleinen Schritten, Verantwortung zu übernehmen und sie sind auch stolz darauf, dass wir sie ihnen übertragen“, berichtet Bentler, die gemeinsam mit Oergel aber die ganze Zeit zur Verfügung steht, falls Fragen oder Probleme auftauchen. Die Pastoralreferentin freut sich über den Einsatz der jungen Leute, zu denen viele „Wiederholungstäter“ gehören: „Sie opfern eine Woche ihrer Ferien. Eine Gruppenleiterin, die bereits in der Ausbildung ist, hat sich sogar extra Urlaub genommen. Das ist schon klasse!“

Es sind auch die Jugendlichen, die jeden Morgen in Kostüme schlüpfen, um für die Kinder ein kurzes Theaterstück aufzuführen und ihnen auf diese Weise die Geschichte des Jona näher zu bringen. Schritt für Schritt erleben die Teilnehmer mit, wie der Prophet nach Ninive geschickt wird, um zu verkünden, dass Gott die Lebensweise der Menschen dort, die sich gegenseitig schlecht behandeln, nicht gefällt. Sie erfahren, dass Jona sich weigert, weil er davon überzeugt ist, dass Gott den Menschen verzeiht, wenn sie sich ändern. Dabei werden sie von einer Raupe namens Rosalie begleitet. „Sie hat nichts mit der Bibelgeschichte zu tun“, erklärt Bentler. „Sie ist als Identifikationsfigur für die Kinder gedacht.“

Anschließend geht es in die Gruppen, und nur eine von sieben besteht aus Jungs. „Dass wir mehr Mädchen als Jungen bei der Kinderbibelwoche haben, ist immer so“, weiß sie aus ihrer langjährigen Erfahrung. Im kleinen Rahmen wird das Thema dann beim Spielen und Basteln, aber auch in Gesprächen auf kindgerechte Weise vertieft. Nach dem von Mathilde Joost und Mathilde Möllers zubereiteten Mittagessen – zum Auftakt gab es am Dienstag den Klassiker, Nudeln mit Bolognesesauce – geht es an die frische Luft, wo nach Herzenslust getobt werden darf. „In der Zeit können wir in Ruhe aufräumen“, verrät Bentler.

Bevor es am frühen Nachmittag nach Hause geht, kommen noch einmal alle Kinder und Gruppenleiter zu einem Quiz zusammen, dem „Ja oder nein“-Spiel. „Ich stelle eine Behauptung auf und ihr müsst in der Gruppe überlegen, ob sie richtig ist“, erklärt die Pastoralreferentin die Regeln und steigt mit einer Metelen-Frage ein. Heißt der Bürgermeister Lothar Krabbe? Das ist nur fast richtig. „Gregor“, ruft ein Junge, als Bentler den richtigen Vornamen wissen möchte. Die weiteren Behauptungen drehen sich um Jona und seine Geschichte. So sollen die Kinder etwa sagen, ob Ninive an der Donau liegt.

Zum Abschluss wird noch gemeinsam gesungen, immer das selbe Lied: „Möge die Straße uns zusammenführen“, auch bekannt als „Irischer Segen“. In den Strophen singen die Kinder noch etwas zaghaft mit, aber der Refrain wird bereits kräftig geschmettert. Bentler, die die Gruppe mit der Gitarre begleitet, weckt den Ehrgeiz der Teilnehmer: „Das Lied müssen wir gut üben, weil wir es auch in der Kirche singen.“ Dort ist am Samstag (7. April) in der Vorabendmesse um 17 Uhr Abschluss der Kinderbibelwoche.

Und am Ende sollen die Teilnehmer natürlich auch etwas mitnehmen. Eine Botschaft, die sich aus der Geschichte Jona erschließt und die Bentler folgendermaßen zusammenfasst: „Gott liebt jeden Menschen und gibt jedem immer wieder die Chance zum Neuanfang.“

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