Wheelabrator
Wheelabrator streicht Arbeitsplätze

Metelen -

Mit der Schließung des Zusammenbaus von Prototyp-Strahlanlagen und der Verlagerung in osteuropäische Werke reagiert Wheelabrator auf die schwachen Zahlen, die dieser Produktionszweig zuletzt schrieb. 20 Arbeitsplätze am Standort Metelen werden gestrichen.

Mittwoch, 11.04.2018, 06:00 Uhr
Weniger Funken werden künftig in den Werkhallen von Wheelabrator fliegen. Der Zusammenbau von Prototypen und Sonderanlagen wird komplett an die Standorte des Unternehmens in Tschechien und Polen verlagert.
Weniger Funken werden künftig in den Werkhallen von Wheelabrator fliegen. Der Zusammenbau von Prototypen und Sonderanlagen wird komplett an die Standorte des Unternehmens in Tschechien und Polen verlagert. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Im Metelener Werk von Wheelabrator wird ein kompletter Bereich geschlossen. 20 Arbeitsplätze sind netto von der Umstrukturierung betroffen, teilte jetzt das Unternehmen auf Anfrage dieser Zeitung mit. Die Belegschaft ist bereits informiert worden.

Konkret geht es um den Bereich Zusammenbau am Standort Metelen. Helmut Bargon, Personaldirektor bei Wheelabrator, erläuterte den Schritt, der eine Vorgeschichte hat. Früher habe man eine hohe Fertigungstiefe im Werk gehabt, seit Jahren Sonderanlagen und Prototypen aber nur noch aus Einzelkomponenten individuell nach den Kundenanforderungen zusammengebaut. Doch trotz dieser ersten Umstrukturierung seien die Zahlen letztlich nicht zufriedenstellend gewesen, so Bargon.

Das Unternehmen habe sich daher entschlossen, diese Kapazität am Standort Metelen abzubauen. Künftig werden die Anlagen an den Standorten in Tschechien und Polen gefertigt, erläuterte der Manager.

Bargon erklärte, dass 26 Arbeitsplätze von der Schließung betroffen seien. „Wir können sechs Mitarbeitern andere Arbeitsplätze am Standort und im Unternehmen anbieten“, rechnete der Personaldirektor vor, dass netto 20 Arbeitsplätze wegfallen.

Mit dem Betriebsrat stehe man im Gespräch, habe ihn ebenso wie den Wirtschaftsausschuss über die Strukturveränderung bei Wheelabrator Metelen informiert. Erste Gespräche zu den Themen Sozialplan und Interessenausgleich seien geführt worden, ein weiteres ist für den heutigen Mittwoch anberaumt. „Der Personalabbau soll so sozialverträglich wie eben möglich umgesetzt werden“, hatte das Unternehmen in einer Pressemitteilung verlauten lassen.

Die Arbeitnehmervertretung im Unternehmen lasse sich seit Bekanntwerden der Entscheidung sowohl rechtlich als auch gewerkschaftlich beraten, erklärte die Betriebsratsvorsitzende Eva-Maria Laurenz. Für sie und ihre Kollegen sei vor allem die Schließung des Zusammenbaus überraschend gekommen.

Heinz Pfeffer, Geschäftsführer der IG Metall in Rheine, kann sich noch an die Umstrukturierungsmaßnahmen nach der Finanzkrise erinnern. Damals seien die Vorzeichen mit Blick auf den Arbeitsmarkt andere als heute gewesen, so der Gewerkschafter. Gleichwohl füge sich auch die jetzige Verlagerung eines Produktionsbereiches in Länder mit günstigeren Löhnen in eine Reihe derartiger Unternehmensentscheidungen ein.

Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe verwies auf Anfrage dieser Zeitung auf die Unternehmensentscheidung, die aus Sicht der Gemeinde nur zu bedauern sei. Er hoffe, dass es für die betroffenen Arbeitnehmer nicht zu Härten komme.

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