Di., 24.04.2018

Dekanatswallfahrt der Frauengemeinschaften Wallfahrtsort als Kraftquelle

Zur Marienkirche in Eggerode zieht es zahlreiche Pilger – einmal im Jahr auch die Frauengemeinschaften aus dem gesamten Dekanat, welche die Messen im Wechsel gestalten.

Zur Marienkirche in Eggerode zieht es zahlreiche Pilger – einmal im Jahr auch die Frauengemeinschaften aus dem gesamten Dekanat, welche die Messen im Wechsel gestalten. Foto: Rupert Joemann

Metelen - 

Frauen aus Metelen und dem ganzen Dekanat pilgern nach Eggerode, um eine gemeinsame Messe zu feiern. Ulla Langehaneberg, kfd-Teamsprecherin, freut sich vor allem auf das gemeinschaftliche Erlebnis: „Man kennt sich, kommt miteinander ins Gespräch – das ist immer nett.“ Außerdem verrät Pastor Thomas Stapper, was es mit Wallfahrten auf sich hat und wirft auch einen kurzen Blick auf ihre Geschichte.

Von Heidrun Riese

Einmal im Jahr unternehmen alle Frauengemeinschaften aus dem Dekanat Steinfurt eine gemeinsame Wallfahrt. Am Mittwoch (25. April= treffen sie sich wieder in Eggerode, um zusammen eine Messe zu feiern. Auch die kfd Metelen macht sich auf den Weg. Genau darum geht es bei einer Wallfahrt, erklärt Thomas Stapper, Pastor der katholischen Pfarrgemeinde Ss. Cornelius und Cyprianus: „Sich auf den Weg machen, mit einem religiösen Ziel.“

Ein solches ist Eggerode schon seit vielen Jahrhunderten. Bereits um 1300 sollen die ersten Pilger in den heutigen Ortsteil der Gemeinde Schöppingen gekommen sein. Damit handelt es sich um einen der ältesten Wallfahrtsorte im Bistum Münster. Verehrt wird ein Gnadenbild, in diesem Fall eine Holzfigur mit dem Titel „Maria – Königin vom Himmelreich“. „Das ist ein sehr frohes Bild“, findet Stapper, der sich gerne in Eggerode aufhält. „Ich fahre zwischendurch auch mal alleine hin“, verrät er. „Dort ist es sehr beschaulich, ursprünglich und authentisch. Es gibt nicht so viele Geschäfte wie in größeren Wallfahrtsorten. Man kann sich zurückziehen und besinnen.“

Um etwas zu bitten und für etwas zu danken, das sei schon immer der Anlass für Wallfahrten gewesen, deren Geschichte bis ins Mittelalter zurückgeht. „Sie sind aufgekommen, als die Pest wütete“, berichtet Stapper. „Dabei haben sich die Menschen für den schlimmen Alltag gestärkt.“ Heute sei Gesundheit immer noch ein großes Thema. „Es geht aber auch um Zusammenhalt in Familien, zwischen den Generationen, oder um Beistand und Trost im Sterbefall.“ Manchmal aber auch um ganz profane Dinge: „Schützenvereine bitten um gutes Wetter für ihr Schützenfest“, nennt der Pastor ein Beispiel.

„Auf einer Wallfahrt“, betont er, „ist der Mensch mit all seinen Sinnen angesprochen.“ Füße und Hände beziehe das Erlebnis ebenso mit ein wie das Herz. Gemeinschaft sei ebenfalls ein wichtiges Stichwort. „Man trifft immer andere Mitbeter und kommt mit ihnen ins Gespräch“, berichtet Stapper von seinen eigenen Erfahrungen. Durch die Gemeinschaft sollen sich die Menschen aber auch bewusst machen, dass sie mit ihren Sorgen nicht alleine sind. „Wallfahrtsorte sind Gnadenorte“, erklärt der Geistliche. „Hier berühren sich Himmel und Erde.“

Wie viele Gläubige nach Eggerode kommen, das zeigen auch die vielen Kerzen, die dort angezündet werden. „Über 1000 pro Woche, in den warmen Monaten“, verrät Stapper. Eine große Kerze wird auch bei der Gemeindewallfahrt, die am ersten Sonntag im Juli stattfindet, aus Metelen mitgebracht. „Sie ist 1,20 Meter hoch und brennt noch Wochen, nachdem wir schon wieder weg sind“, informiert der Pastor. „Stellvertretend für unsere Bitten und unseren Dank.“

Heute sind aber erstmal die Frauengemeinschaften aus dem Dekanat Steinfurt an der Reihe, die sich im Wechsel um die Gestaltung der Eucharistiefeier kümmern. Vor zwei Jahren war die kfd Metelen an der Reihe, diesmal ist es die kfd Altenberge. 22 Frauen aus der Vechtegemeinde haben sich jetzt angemeldet. „Normalerweise sind es zwischen 30 und 35“, berichtet Ulla Langehaneberg. Die Teamsprecherin nimmt selbst seit vielen Jahren an der Dekanatswallfahrt teil, die 2019 zum 40. Mal stattfindet. Sie schätzt den „immer gut vorbereiteten Gottesdienst“. Am meisten aber freut sie sich auf die Gemeinschaft. „Die steht an erster Stelle“, betont sie. „Man kennt sich, kommt miteinander ins Gespräch – das ist immer nett.“

Und genau wie einst die Menschen, die zur Zeit der Pest an Wallfahrtsorten Kraft tankten, kehren die Frauen in vielerlei Hinsicht gestärkt aus Eggerode zurück.



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