Mo., 30.04.2018

Clique „junge Fätor“ stiftet Sitzgruppe „Mal etwas zurückgeben“

Drei der „jungen Fätor“ (v.l): Maik Fedeler, Volker Berghaus und Markus Oskamp.

Drei der „jungen Fätor“ (v.l): Maik Fedeler, Volker Berghaus und Markus Oskamp. Foto: Martin Fahlbusch

Metelen - 

Die Clique „junge Fätor“ hat eine Sitzgruppe an einem lauschigen Plätzchen nahe der Neuen Vechte gestiftet. Dass dieses Engagement nicht von ungefähr kommt, verrieten drei Vertreter des Trüppchens im Gespräch mit unserem Zeitungsreporter.

Von Martin Fahlbusch

„Zugegeben, ein wenig verrückt sind wir schon, aber dabei ziemlich harmlos.“ So wie das Maik Fedeler an einem sonnigen Nachmittag hinter Plagemanns Mühle sagt und dabei über das ganze Gesicht grinst, nimmt man ihm das sofort ab.

„Wir“, das sind nach kurzem gedanklichen Durchzählen mindestens zehn jung gebliebene Männer im familienerprobten Alter, die sich seit gefühlt 15 Jahren am berühmt-berüchtigten Vatertag auf die Socken machen. Zum lockeren Schnack treffen wir neben Maik Fedeler noch Volker Berghaus und Markus Oskamp an einem lauschigen Plätzchen an der Neuen Vechte – mit neuem Open-Air-Rustikaltisch, ebensolcher Bank und zwei gleichartigen Stühlen. Daselbst ein Akkuschrauber und ein Metallschild, das just angeschraubt wird und dem Leser eher Rätsel aufgibt: „junge Fätor e. V. – gestiftet: anno 2018“.

Mit etwas Lateinwissen ist das Holzensemble also eine Art Morgengabe für die Öffentlichkeit aus Metelen – oder all diejenigen, die sich an diesem netten Platz niederlassen. „Früher hatten wir diese Plakette immer als Aufkleber auf unseren Vatertagswanderungen dabei. Und wo es uns gefallen hat und ein netter Rastplatz ausgemacht wurde, haben wir die draufgepappt“, erzählt Volker Berghaus. Der Designer im Dreierbunde, Markus Oskamp, hat sich das transportable Logo ausgedacht und gestaltet. „Wie gesagt, bei uns muss man um die Ecke denken“, setzt Maik Fedeler zu einem neuen Lösungsvorschlag an.

Aus der lockeren, eher stammtischstarken Runde, die stets ein Herz für Metelen, die Gegend und deren Möglichkeiten hatte, wurden immer mehr Väter – junge Väter eben. Und in dieser Gruppe wurden anlassbedingte „Kampfnamen“ ersonnen: Marc Vadderssen, oder so ähnlich – der Rest ist Insiderwissen. Aus diesem sprachlichen Spieltrieb ist der dem Familienstand entsprechende Cliquenname geworden: „junge Fätor“.

Aber das ist nur die eine Seite. „Wir haben uns hier in Metelen immer wohlgefühlt und tun es noch. Hier läuft trotz oft anderslautender Erzählungen eine ganze Menge. Da sind wir auf die Idee gekommen, mal etwas zurückzugeben“, erklärt Maik Fedeler den Hintergrund der nun aufgestellten und von seiner Truppe gespendeten Sitzgruppe im Freien. Man habe sich dann entschieden, die Stammtischkasse einmal anders zu plündern und daraus etwas Handfestes zu machen. „Die Gruppe hat beachtliches handwerkliches Potenzial“, sagt Maik Fedeler.

Gemeinde und Heimatverein hätten das Spendenangebot prima unterstützt. „Der vorgesehene Stellplatz war ruckzuck hergerichtet. Ein Abfallbehälter stand schon früher als die Sitzgruppe“, freut sich Markus Oskamp. „Vielleicht haben unsere Idee und unsere Umsetzung ja Einfluss auf die Einstellung von Jugendlichen und reduzieren deren mitunter blöden Vandalismus“, hofft Volker Berghaus, entdeckt aber in just dem Moment an der neuen Tischplatte schon eine Kokelei. Die Hoffnung bleibt trotzdem. „Vielleicht findet unser Projekt ja Nachahmer und regt andere an, sich ein Stück mit ihrer direkten Heimat zu beschäftigen. Wäre doch mal eine Maßnahme“, sagt Fedeler – und grinst wieder über das ganze Gesicht.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5696509?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F