Sa., 05.05.2018

Studenten erarbeiten Regionalraum-Studie 500 Kontakte zu jungen Leuten

Studenten der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Paderborn, untersuchten in Kooperation mit dem Verein „Akademie Junges Land“ und dem Kreis Steinfurt die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und jungen Familien in Metelen. Im Sitzungssaal des Alten Amtshauses richteten sie dafür ein Regionalbüro ein. Die wissenschaftlich ausgewerteten Ergebnisse gibt es im Herbst. Sie werden dann öffentlich präsentiert.

Studenten der Katholischen Hochschule NRW, Abteilung Paderborn, untersuchten in Kooperation mit dem Verein „Akademie Junges Land“ und dem Kreis Steinfurt die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und jungen Familien in Metelen. Im Sitzungssaal des Alten Amtshauses richteten sie dafür ein Regionalbüro ein. Die wissenschaftlich ausgewerteten Ergebnisse gibt es im Herbst. Sie werden dann öffentlich präsentiert. Foto: Bettina Laerbusch

Metelen - 

Kindern und jungen Leuten im Ort auf den Zahn fühlen, was sie sich von und in Metelen wünschen, war das Anliegen von Studenten der Katholischen Hochschule NRW. Sie führten in der Vechtegemeinde knapp 500 Interviews, die sie jetzt mit sozialwissenschaftlichen Methoden auswerten. Die Ergebnisse der Studie sollen im Herbst bekannt gegeben werden. Erste Erkenntnisse gibt es aber schon.

Von Bettina Laerbusch

Wer kürzlich den großen Sitzungssaal im Alten Amtshaus betreten hat, dürfte mächtig überrascht gewesen sein: Auch in Ratssitzungen geht es ja mitunter sehr engagiert zu, doch die Lebendigkeit, die in diesem Saal herrscht, hatte noch einmal eine andere Qualität. 20 Studenten der Katholischen Hochschule NRW in Paderborn, Fachbereich Soziale Arbeit, werteten im großen Sitzungssaal Umfrageergebnisse aus. Zuvor waren sie in der Schule, auf den Straßen im Ort, in der Eisdiele, am K+K-Markt, in den Kitas und Schulbussen unterwegs, um Kinder und Jugendliche bis 25 Jahre sowie junge Eltern zu fragen, was sie sich wünschen.

In Kooperation mit dem Verein „Akademie Junges Land“ in Bad Honnef, dem Jugendamt des Kreises Steinfurt und der Gemeinde Metelen hatte die junge Forschergruppe um Prof. Dr. Joachim Faulde in der breit angelegten „sozialräumlichen Untersuchung“ nicht nur die Wünsche, sondern auch die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen sowie jungen Familien aufgenommen.

Knapp 500 Kontakte haben die Studenten gehabt. In der Grundschule, erläuterte Dr. Andrea Hötger (Katholische Hochschule) im Pressegespräch, hätten die Kinder nicht einfach nur Fragen beantworten sollen. Sie durften auch Bilder malen, die zeigen, was sie sich wünschen. Ganz viele, ganz klar: ein Schwimmbad.

Dass die Forschungsgruppe diese sozialräumliche Untersuchungsmethoden jetzt in Metelen durchführt, hat auch mit dem Kontakt von Bürgermeister Gregor Krabbe zu Ludger Vorndieck vom Kreisjugendamt zu tun. Krabbe ist froh, dass die Hochschule den großen Sitzungssaal zum Regionalbüro gemacht hat. Denn eine kleine Gemeinde müsse „langfristig, strategisch denken“, um junge Menschen im Ort zu halten oder diese nach Studium oder Ausbildung wieder zurückzuholen.

Überrascht hat Andrea Hötger, wie intensiv die Bindung vieler Jugendlichen zu ihrem Heimatort ist. „Aus Metelen wegzugehen, haben viele gesagt, sei keine Option. Das ist sehr auffällig.“ Über die Vereine gehe diese hohe Identifikation.

Florian Grünhäuser, Referent für politische Bildung und nachhaltige ländliche Entwicklung bei der Akademie Junges Land, hat es ein wenig gewundert, dass das Thema Breitbandausbau bei den Befragten kein Thema zu sein scheint. Die Erklärung lieferte Bürgermeister Krabbe sofort: Beim Glasfaserausbau liegt das kleine Metelen ganz weit vorn. Auch das Thema Mobilität, so ein weiterer erster Eindruck von Florian Grünhäuser, sei kein großes. Indoor-Räume als Treffpunkte für Jugendliche fehlten in Metelen wohl nicht. Junge Eltern, so Grünhäuser, hätten sich einen U3-Spielplatz gewünscht, am liebsten an der Vechte.

Krabbe betonte, dass neben den Projekten „Blickpunkt@Jugend“ und „Provinzhelden“ diese Regionalanalyse der Katholischen Hochschule mit Partnern einen weiteren Baustein des Gesamtprojektes „Jugendgerechte Kommune“ darstelle.



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