Mo., 07.05.2018

Waldspielgruppe des Familienzen­trums „Hand in Hand“ Puschel und die sechs Zwerge

Katja Scherzer hat zur Unterstützung das Eichhörnchen Puschel mitgebracht – eine flauschige Handpuppe.

Katja Scherzer hat zur Unterstützung das Eichhörnchen Puschel mitgebracht – eine flauschige Handpuppe. Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Eine Gruppe von Kleinkindern und deren Mütter tummelte sich jetzt im Wald in der Nähe des Bahnhofs Metelen-Land – zusammen mit Katja Scherzer. Die Kursleiterin geht jeweils freitags mit dieser kleinen Waldspielgruppe auf eine große Entdeckungstour.

Von Dorothee Zimmer

Im Wald spazieren gehen? Kein Problem. Auch nicht, wenn man erst so zwischen anderthalb und zwei Jahre alt ist und der Untergrund zwar nicht hart, aber ziemlich uneben. Wer fällt, fällt weich, und im Zweifel gibt es da ja noch die Mama, die zum Glück sofort die Geste der gereckten Ärmchen mit dem bittenden Zuruf „Arme“ versteht.

Am Freitagnachmittag tummelt sich so eine Gruppe von Kleinkindern und deren Mütter im Wald in der Nähe des Bahnhofs Metelen-Land. Dritte im Bunde ist Katja Scherzer. Die Kursleiterin bei der Familienbildungsstätte Steinfurt geht jeweils freitags für knapp zwei Stunden mit dieser vom Familienzen­trum „Hand in Hand“ angebotenen sogenannten Waldspielgruppe auf Entdeckungstour. „Wenn Eltern mit ihren Kindern Unternehmungen planen, dann denken sie meistens ans Schwimmen oder an irgendwelche anderen Aktivitäten, aber seltener daran, so wie wir jetzt einfach mal in den Wald zu gehen und die Natur zu erleben“, meint Scherzer. „Viele Leute, die man im Wald sieht, sind mit Hunden da, eher seltener mit Kindern.“

Scherzer ist bestens präpariert: In einem großen Bollerwagen hat sie unter anderem eine Picknickdecke verstaut, natürlich etwas Proviant, Spielzeugzwerge, einen Kanister Wasser zum Händewaschen und das Eichhörnchen Puschel. Es ist eine flauschige Handpuppe; sie wird vor allem beim Geschichtenerzählen und Liedersingen hervorgeholt – also ziemlich oft – und wechselt zuweilen ihren Platz von Scherzers Hand auf die eines Kindes.

Als es sich die Großen und Kleinen auf der Picknickdecke unter den Bäumen mit den zartgrünen Blätterdächern gemütlich gemacht haben, holt Scherzer die Spielzeugzwerge hervor und sagt: „Gleich suchen wir für sie eine schöne Höhle.“ Ursprünglich, erzählt sie, waren es mal sieben Zwerge, aber einen habe sie aussortiert. „Eine andere Waldspielgruppe meinte, dass er zu böse dreinschaue, deswegen darf er nicht mehr mit.“ Später gerät die Herbergssuche fast in den Hintergrund, zu viele interessante Dinge ziehen die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich. Winzig kleine Tiere zum Beispiel, die über den Waldboden flitzen, filigrane Spinnennetze oder eine kleine Raupe am seidenen Faden. Auch die Ritzen eines am Boden liegenden Baumstammes werden ausgiebig in Augenschein genommen, außerdem ist er ideal zum Balancieren. Für die Zwerge wird sich schon irgendwann eine passende Unterkunft finden, laut Scherzer hat die Sache keine Eile: „Und wenn wir heute keine Höhle finden, dann suchen wir beim nächsten Mal eben weiter.“



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