Do., 10.05.2018

Gemeindearchivarin Sabine Jarnot Neue Fachfrau für die alten Akten Metelens

Die Bestände sichten, ein Findbuch anlegen und die Archivalien auch computerunterstützt darstellen sind Aufgaben, die jetzt vor der neuen Gemeindearchivarin Sabine Jarnot liegen. Sie entscheidet auch, was aufzubewahren ist. Die Schulchronik der Grundschule auf dem Schreibtisch gehört auf jeden Fall dazu.

Die Bestände sichten, ein Findbuch anlegen und die Archivalien auch computerunterstützt darstellen sind Aufgaben, die jetzt vor der neuen Gemeindearchivarin Sabine Jarnot liegen. Sie entscheidet auch, was aufzubewahren ist. Die Schulchronik der Grundschule auf dem Schreibtisch gehört auf jeden Fall dazu. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Mit Sabine Jarnot hat die Gemeinde eine neue Archivarin gefunden. Die Nachfolgerin von Reinhard Brahm ist derzeit dabei, die Bestände systematisch aufzunehmen, zu katalogisieren und so für die künftigen Nutzer vorzubereiten. Daneben entwickelt sie Ansätze zur optimierten Lagerung des Archivguts und sucht Wege, damit das Archiv auch außerhalb ihrer dienstäglichen

Von Dieter Huge sive Huwe

Seit Oktober ist sie im Amt und seit der Verabschiedung von Reinhard Brahm, dem langjährigen Gemeindearchivar Metelens, als dessen Nachfolgerin für sämtliche Bestände verantwortlich: Sabine Jarnot ist die Neue für die alten Akten.

Und die Gemeinde hat mit ihr eine Fachfrau gewinnen können, die über viel Erfahrung im Archivwesen verfügt. „Von Haus aus bin ich ja eigentlich Kulturhistorikerin im weitesten Sinne“, berichtet die 60-Jährige aus ihrer Vita. Münsters Stadtarchiv war nach einer Publikation über Häuser im Jahr 2001 die erste Archiv-Station im beruflichen Werdegang von Sabine Jarnot. Auch im Kirchenarchiv der münsterschen Stadtkirche St. Lamberti arbeitete sie, bevor es sie zehn Jahre lang ins Töddendorf Mettingen verschlug – natürlich als Archivarin.

Parallel kümmert sie sich bereits seit 2012 für die Stadt Hörstel um deren Archiv. Mit dem zusätzlichen Engagement in der Vechtegemeinde beschränkt sie sich nun auf die Archive in Hörstel und Metelen. Bei ihrer Tätigkeitsbeschreibung wird schnell deutlich: Archivar ist in kleineren Kommunen oft ein Teilzeitjob. Und so kommt Sabine Jarnot auch nur dienstags ins Metelener Rathaus, um sich um die alten Akten des Amtes zu kümmern.

„Das heißt aber nicht, dass das Archiv nicht auch an anderen Tagen genutzt werden kann“, versichert die Neue im Amt. Ihre erste Aufgabe sei es, die Aktenbestände der Gemeindeverwaltung systematisch zu verzeichnen. Teilweise sind sie bereits katalogisiert, vielfach müssen sie für eine sinnvolle Nutzung aber noch registriert werden.

Das Sichten der vielen Aktenordner und Dokumentenschachteln steht dabei an oberster Stelle. An Sabine Jarnot ist es dabei auch, zu entscheiden, was archiviert werden sollte, und was kassiert wird – sprich, was im Altpapier landet. Es sind nicht immer einfache Entscheidungen, welche die Gemeindearchivarin zu treffen hat. Dabei kommt ihr aber die große Erfahrung zu Gute. „Es gibt auch Regeln. Vor allem darüber, was zwingend aufzubewahren ist. Daneben muss ich stets überlegen, was etwa für künftige Forschungen über Metelen erhaltenswert ist.“

Spricht´s und blickt auf ein Paradebeispiel für ein solches Archivgut: Die Chronik der Metelener Grundschule, fest eingebunden und liebevoll illustriert, erlaubt sie einen Blick in den Schulalltag der Nachkriegszeit. Die Ergebnisse der Bundesjugendspiele sind dort ebenso säuberlich festgehalten wie Schulausflüge. „So etwas muss natürlich erhalten werden“, erläutert Jarnot, dass Akten mit Aussagen zur Ortsgeschichte aufbewahrt werden. Sie weiß um die Verantwortung beim Durchkämmen der Bestände. „Ich habe Einfluss darauf, was Forscher in 50 Jahren im Archiv finden können.“

Zu ihren Aufgaben gehört auch, die Archivbestände nicht nur zugänglich zu machen, sondern auch unter konservatorischen Gesichtspunkten zu betreuen. Handschuhe beim Arbeiten mit historischen Dokumenten sind dabei Pflicht. Säurefreie Kartons für wertvolle Akten und Schriftstücke eigentlich auch. Hier gebe es teils Handlungsbedarf, blickt Sabine Jarnot auf Boxen, die eben nicht alle den Ansprüchen genügen.

Verabschieden musste sie sich allerdings von einer Rollregalanlage im Obergeschoss des Alten Amtshauses. Da schob der Statiker einen Riegel vor. Das Aufstellen von Regalen für einen Teil der Aktenbestände aus dem Rathauskeller sei aber möglich. Und mittelfristig soll hier auch das Büro der neuen Gemeindearchivarin eingerichtet werden, die aktuell im Rathaus unter Telefon 0 25 56/89 36 erreichbar ist – immer dienstags.



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