Fr., 25.05.2018

Dorfinnenentwicklungskonzept, Teil 3: „Verkehr, Mobilität, Energie und Umwelt“ Praktische Ideen und Aktionen

Metelen - 

Der dritte Teil des Bürgerworkshops zum Dorfinnenentwicklungskonzept widmete sich den Themen Verkehr, Mobilität, Energie und Umwelt“. Viele Ideen und mögliche Aktionen wurden gesammelt. Unter anderem ging es um Temporeduzierung, das Radwegenetz und Sensibilisierung von Kindern für Umweltschutz.

Von Martin Fahlbusch

Das kennt man vom Olympischen Boxturnier. Die dritte Runde ist immer die schwierigste. Das erlebten Verantwortliche und Interessierte am Donnerstagabend im Alten Amtshaus, als die dritte Arbeits- und Diskussionsrunde im laufenden Prozess des „Dorfinnenentwicklungskonzepts“ (DIEK) zusammenkam. Am Donnerstag sollte es – der Kreis war etwas kleiner als an den Vortagen – um „Verkehr, Mobilität, Energie und Umwelt“ gehen. Jens Steinhoff und Rick Vinke vom Institut für Regionalmanagement in Marl hatten mit Heike Wigger von der Gemeinde Metelen das zusammengetragen, was in der DIEK-Eröffnungsveranstaltung im April als thematische Anknüpfungs- und Problemaufrisse zu den Arbeitsgruppen-Stichworten zusammengetragen wurde.

Aber man wollte nicht nur Fleißarbeit abliefern, sondern man habe in der Zwischenzeit auf der Grundlage der von den Bürgern genannten Knackpunkte Gespräche geführt und Ortsbegehungen gemacht, informierte Jens Steinhoff. Beim Thema „Ortsstraßen und Verkehrssicherheit“ wurde es ganz praktisch, als es beispielsweise um temporeduzierende Maßnahmen (Tempoampeln) oder eigenartige Geschwindigkeitsbeschilderungen an der Ochtruper Straße ging.

„In Richtung Schilden wird es immer enger für alle Verkehrsteilnehmer. Warum behält man Tempo 30 nicht bei – wie es an der Vitusschule für bestimmte Zeiten vorgeschrieben ist“, nahm ein Bürger die Beobachtungen der Prozessbegleiter auf. Auch am Nordring/Welbergener Damm sorgten eigentlich gut gemeinte temporeduzierende Maßnahmen (Pflanzinseln) im Begegnungs- und Abbiegeverkehr eher für das Gegenteil.

Andererseits könne und wolle man bestimmten Durchgangs- und landwirtschaftlichen Verkehr nicht ganz aus dem Ort heraushalten. „Denkbar wäre am Sendplatz eine Lösung, alle Verkehrsteilnehmer auf einer gleichberechtigten Trasse zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme zu verleiten und Chancen für Außengastronomie und Verweilpunkten zu erhöhen. Es gibt anderswo gute Beispiele“, ermunterte Jens Steinhoff zum „Weiterdenken“.

Hier wie auch im Bereich Mobilität und Umwelt zeigte sich aber auch, dass man an die Grenzen lokaler Entscheidungskompetenzen gelangt, wenn es um die Verantwortung der Baulastträger beispielsweise für Nicht-Gemeindestraßen geht oder darum, Metelen besser an das System der regionalen Schnellbusverbindungen anzudocken.

Auch das Problem einer Verkehrsanbindung an den Bahnhof Metelen-Land kam auf den Tisch. „Es nutzt niemand den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) oder schienengebundene Fernverbindungen, wenn man noch nicht einmal den eigenen Bahnhof erreicht“, brachte es ein Bürger auf den Punkt.

Im Zusammenhang mit bedarfsgerechten Lösungen für Mobilität sei das Bürgerbussystem ein wichtiges Element, aber hier müssten Informationen ausgebaut und auch über Ideen wie Car-Sharing nachgedacht werden, war man sich einig.

Nun kann sich Metelen durchaus zufrieden zeigen, dass bei Themen wie Klimaschutz oder effektive Energienutzung schon eine Menge auch seitens der Politik auf den Weg gebracht wurde. Beispielsweise trage die Kooperation mit dem Kreis Steinfurt in Sachen energetischer Gebäudesanierung nicht nur in Person der anwesenden Sara Dietrich Früchte. Aber das reiche nicht aus, hatten die bisherige Problemaufrisse gezeigt. Metelens neuer Umweltbeauftragter, Simon Möser, unterstrich, dass vor allem Sensibilisierungsarbeit zu leisten sei. Er werde deshalb demnächst mit Schulklassen und Kita-Gruppen in diese Richtung arbeiten.

Eins zeigte sich am Ende des Abends deutlich: Fragestellungen und konkrete Umsetzungsideen müssen weiter Gestalt bekommen (Radwegenetz oder Müll beispielsweise). Dann gilt es, gemeinsam zu entscheiden, was man konkret angehen will und kann (Priorisierung) – und immer im Blick zu haben, ob dafür Fördermittel zu generieren seien. Also bleibt auch für das nächste Treffen dieser Gruppe (5. Juli, 19 Uhr, Altes Amtshaus) viel zu tun.



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