Mo., 28.05.2018

Filmwerkstatt der Kulturetage Fairen Produkten auf der Spur

Filmdreh im Eine-Welt-Laden: Einige Mädchen zeigen, worauf beim Einkauf von fair gehandelten Kosmetika zu achten ist.

Filmdreh im Eine-Welt-Laden: Einige Mädchen zeigen, worauf beim Einkauf von fair gehandelten Kosmetika zu achten ist. Foto: mfe

Metelen - 

Metelen ist Fair-Trade-Kommune. Eine Auszeichnung, die in der Gemeinde von vielen gelebt wird. In einer Filmwerkstatt in der Kulturetage beschäftigten sich jetzt Kinder intensiv mit dem Thema „Fairer Handel“.

Von Marion Fenner

Zunächst recherchierten die Mädchen und Jungen, was fairer Handel ist und woran fair gehandelte Produkte überhaupt zu erkennen sind. Clara Beutler, Medienpädagogin und Vorsitzende der Kulturinitiative, begleitete die jungen Nachwuchsfilmer.

„Haul – Faires im Netz?“ lautete das Motto der zweitägigen Aktion. Haul-Videos, aus dem Englischen „haul“ für „Fang“, sind Youtube-Filme, in denen junge Frauen oder Männer ihre beim Einkaufen „erbeuteten“ Kosmetika und Modeprodukte vor der Kamera auspacken, testen und bewerten.

Zunächst gingen die Teilnehmer in ein normales Geschäft zum Einkaufen. Dabei sollten sie auf aufgedruckte Siegel, den Preis und die Zutatenliste achten. Die Mädchen kauften Bodylotion und Seife, die Jungen Kakaopulver und Kekse. Wieder zurück in der Kulturetage wurde alles genau unter die Lupe genommen – und dabei auch schon gefilmt. Vor allem die Siegel auf der Verpackung wurden intensivgeprüft. Eine spannende Erkenntnis: Was fair gehandelt ist, kann durchaus Auslegungssache sein, und nicht jedes Unternehmen legt dabei die gleichen Bedingungen zugrunde.

Cornelia Wiechers vom Eine-Welt-Laden besuchte die Filmwerkstatt und erklärte den Kindern noch einmal aus ihrer Sicht, woran wirklich fair gehandelte Produkte zu erkennen sind und zwar so, dass auch der Bauer oder Produzent tatsächlich einen fairen Preis für seine Arbeit erhält.

Zweite Etappe war dann ein Besuch im Eine-Welt-Laden, bei dem der Einkauf natürlich auch wieder per Video aufgenommen wurde. Die kleinen Kameraleute, Tonfrauen und -männer sowie die Darsteller bevölkerten den kleinen Laden. Woher kommen die Produkte? Wie kommt der Preis zustande? All das waren Fragen, die sie stellten. Später haben die Kinder diese Filmschnitte zu einem Video zusammengeschnitten. Eine Filmpremiere gab es auch noch.

Ob diese Videos tatsächlich künftig im Internet zu sehen sein werden, diese Entscheidung überlässt Clara Beutler den Kindern selbst. „Sie müssen voll und ganz von dem Ergebnis überzeugt sein“, betont die Medienpädagogin. Kein Teilnehmer dürfe ein ungutes Gefühl haben oder die Sorge, dass er später von irgendjemanden wegen des Videos belächelt oder gar gemobbt werde. Insgesamt war sie von der Arbeit der jungen Nachwuchsfilmer überzeugt. „Sie machen das super“, lobte Clara Beutler, „das sind schon richtige Profis.“



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