Di., 29.05.2018

Orgelkonzert mit Ekaterina Panina Alle Register in der Generalprobe

Die Organistin Ekaterina Panina gastierte am Sonntag im Rahmen der kirchenmusikalischen Konzerte in der Stiftskirche.

Die Organistin Ekaterina Panina gastierte am Sonntag im Rahmen der kirchenmusikalischen Konzerte in der Stiftskirche. Foto: Irmgard Tappe

Metelen - 

Win-win-Situation ist ein Begriff, der einen Deal zu beiderseitigem Nutzen beschreibt. Win-win – das war auch die Konzert am Sonntagabend in der Stiftskirche. Die junge Organistin Ekaterina Panina nutzte das Instrument, um – nur wenige Wochen vor ihrem Examen – vor Publikum ihr Können zu demonstrieren. Und Metelens Kirchenmusikfreunde kamen in den Genuss hervorragender Musik.

Von Irmgard Tappe

Francois Couperin hätte sich wahrscheinlich zufrieden zurückgelehnt, hätte er am Sonntagabend in der Pfarrkirche Ss. Cornelius und Cyprianus dem Konzert von Ekaterina Panina gelauscht. Die 28-jährige Organistin eröffnete ihre Darbietung nämlich mit dem Kyrie aus Couperins „Messe Solemnelle“. Der 1668 in Paris geborene Kirchenmusiker hatte mit dieser Komposition einst Ludwig XIV beeindruckt. Und mit eben diesem Werk begeisterte Panina nun die rund 40 Besucher in der Metelener Kirche.

Ekaterina Panina zog am Sonntagabend alle Register. Virtuos, dynamisch und nuancenreich. Mal schien ein mahnendes Brausen die Kirche zu füllen. Dann wieder hüpften die Orgelklänge auf leisen Sohlen durch den Raum. Auch Johann Sebastian Bach ließ grüßen. Panina setzte drei Sätze seiner „Triosonata in G-Dur“ gekonnt um. Bach hatte damit einst an die Tradition der barocken Triosonata angeknüpft. Mit Werken von Franz Liszt machte die russische Orgelmusikerin schließlich einen Sprung ins 19. Jahrhundert. Gekonnt brachte sie die Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos, as salutarem undam“ zu Gehör.

Es war Ekaterina Paninas erster Auftritt in der Vechtegemeinde. Sie gastierte dort auf Einladung des Metelener Fördervereins für Kirchenmusik im Rahmen einer Konzertreihe. Den Kontakt zwischen der Metelener Pfarrei und der Musikerin hatte der Organist von Ss. Cornelius und Cyprianus, Sergey Kyasoedov, geknüpft.

In ihrer Geburtsstadt Sankt Petersburg hatte die Organistin zunächst Musikpädagogik studiert und schloss ein Orgelstudium an. Ein weiterer Schritt ihrer musikalischen Laufbahn war ein Kirchenmusikstudium, das sie 2011 an der entsprechenden Hochschule in Herford aufnahm.

Im Juli 2018 steht nun die Masterarbeit auf dem Plan der begabten Musikerin. Die anspruchsvollen Stücke, die sie Sonntagabend in Ss. Cornelius und Cyprianus im Repertoire hatte, sind aus dem Programm ihrer bevorstehenden Examensarbeit.

Für die Organistin mag dieses Konzert eine Generalprobe ihrer anstehenden Prüfungen gewesen sein. Für die Liebhaber der Kirchenmusik, die den Orgelklängen in Ss. Cornelius und Cyprianus innig lauschten, war es ein wohltuender Hörgenuss, der Bestnoten verdiente. Das Publikum honorierte den Auftritt mit anhaltendem Applaus.



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