Mi., 30.05.2018

Amprion will die neue Hochspannungs-Stromtrasse verschwenken Etappensieg für Metelen-Land

Die rote Linie kennzeichnet den Verlauf der Neubau-Stromtrasse. Sie umgeht die Bahnhof-Siedlung Metelen-Land südlich und führt über die Metelener Heide hinweg. Die bisherige Hochspannungsleitung (in der Karte schwarz eingezeichnet) wird abgebaut. Die 380-kv-Freileitung benötigt deutlich weniger Masten als ihr Vorgänger.

Die rote Linie kennzeichnet den Verlauf der Neubau-Stromtrasse. Sie umgeht die Bahnhof-Siedlung Metelen-Land südlich und führt über die Metelener Heide hinweg. Die bisherige Hochspannungsleitung (in der Karte schwarz eingezeichnet) wird abgebaut. Die 380-kv-Freileitung benötigt deutlich weniger Masten als ihr Vorgänger. Foto: Amprion

Metelen - 

Gute Nachricht für die Anlieger der Siedlung Metelen-Land: Der Netzbetreiber Amprion will die Trasse seiner neuen 380-kv-Höchstspannungsleitung südlich um das Gebiet verschwenken. Vorausgegangen waren zahlreiche Gespräche der Nachbarn mit Behörden, Grundbesitzern und Amprion. Im Planfeststellungsverfahren, das jetzt startet, wird die neue Trassenführung dokumentiert.  

Von Dieter Huge sive Huwe

Fast schnurgerade zieht sie sich durch den südlichen Bereich Metelens, die Hochspannungsleitung des Netzbetreibers Amprion. Vorbei an Gehöften führt die Trasse, gleich zweimal überquert sie die Umgehungsstraße und weicht auch in der kleinen Streusiedlung Metelen-Land nicht einen Deut von der Ideallinie ab, welche die Ingenieure in den 1920er Jahren für die Freileitung festlegten.

Doch das soll sich nun ändern. Denn die alte Leitung hat ausgedient und wird durch eine leistungsfähigere ersetzt. Und diese soll um Metelen-Land einen Bogen schlagen.

Wohl kaum jemanden dürfte die neue Trassierung, die aktuell im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens in Metelens Rathaus öffentlich ausliegt, mehr freuen als Karl-Heinz Hundehege. Der Metelener hat sein Wohnhaus und den Landschaftsbau-Betrieb direkt unterhalb der 110-kv-Leitung liegen und kämpft seit vielen Jahren für eine südliche Verschwenkung der Trasse. „Wir haben jetzt das Ziel vor Augen, für das wir jahrelang gekämpft haben“, freute sich Hundehege im Gespräch mit dieser Zeitung auch für die anderen Anlieger der Siedlung. Viele Gespräche mit Behörden, Grundeigentümern und nicht zuletzt auch dem Netzbetreiber hatte es in den vergangenen Jahren gegeben.

Amprion hätte auf der Vorrangstrecke erneut bauen können, versprach aber eine Prüfung, führte Gespräche mit Grundeigentümern und fand schließlich einen neuen Korridor für die 380-kv-Starkstromleitung, welche nach ihrer Fertigstellung Windstrom von den Offshore-Parks in der Nordsee zu der Industrieregion im Westen transportieren soll.

Jonas Knoop, Projektsprecher bei Amprion für die neue Trasse Wesel-Meppen, erklärte auf Anfrage dieser Zeitung: „Da, wo es Sinn macht und technisch machbar ist, prüfen wir eine Mastversetzung, wie auch im Bereich Metelen-Land. Wir sind sogar noch weiter gegangen und haben unter Einbeziehung von Umweltbüros zusätzlich eine noch weitergehende Verschwenkung überprüfen lassen. Wir gehen in das Planfeststellungsverfahren aber mit der jetzt vorgestellten Trassierung und warten zunächst die Stellungnahmen nach der öffentlichen Auslegung ab.“

Denn in Stein gemeißelt ist die Trasse noch nicht. Im Rahmen von Erörterungsterminen wird das Für und Wider möglicher Einwände von Bürgern und Behörden abgewogen. Und erst danach erfolgt der Beschluss – gegen den dann auch noch Rechtsmittel eingelegt werden können. Wie lange das gesamte Verfahren dauern kann, ist nicht absehbar. Amprion-Sprecher Knoop hofft, dass die Erörterungstermine im Herbst stattfinden können. Insgesamt liege das Projekt Neubautrasse Wesel-Meppen jedoch bisher im Zeitrahmen.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5777374?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F