Sa., 02.06.2018

Plastikmüll in Imbissbetrieben Nur die Pommesgabel bleibt übrig

Hier spült der Chef: Eugen Fremann hat in der Grillsaison alle Hände voll zu tun, auch in der Spülküche der Fleischerei in Naendorf. Porzellangeschirr und Besteck des Partyservice müssen in der Regel von Hand vorgespült werden, bevor die Maschine den Rest erledigt.

Hier spült der Chef: Eugen Fremann hat in der Grillsaison alle Hände voll zu tun, auch in der Spülküche der Fleischerei in Naendorf. Porzellangeschirr und Besteck des Partyservice müssen in der Regel von Hand vorgespült werden, bevor die Maschine den Rest erledigt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Die EU-Kommission hat Plastik-Einweggeschirr den Kampf angesagt. Eine Nachfrage unserer Redaktion bei örtlichen Partyservice-Betrieben und Imbiss-Betreibern ergab, dass diese längst einen Schritt weiter sind. Bis auf wenige Ausnahmen wird auf Kunststoffe verzichtet.

Von Dieter Huge sive Huwe

Die EU-Kommission in Brüssel plant Maßnahmen gegen die Verschmutzung der Meere durch Plastik. So denken die Brüsseler über ein Verbot von Einweggeschirr aus Kunststoff nach. Wäre das in Metelen eigentlich notwendig?

„Nein, eigentlich geben wir gar nichts raus, was aus Plastik ist“, blickt Egon Tillack auf die Verpackungen, in denen Pommes, Currywurst und die anderen Spezialitäten des Hauses im Marktgrill über die Theke gehen. Beim Außer-Haus-Verkauf bleibt nur eine Kleinigkeit übrig, die dann doch aus Kunststoff ist: die Pommesgabel. „Das ist aber den Wünschen der Kunden geschuldet, den die wollen die Holzgabel nicht“, weiß der Betreiber des Grills am Sendplatz.

Porzellan und Besteck kommen auf den Tisch

Auch „Efes Grill“ am Viehtor setzt auf Pappe statt Plastik. Döner, Schnitzelgerichte, Pizza, Pommes – alles wird so verpackt, und die Nudelgerichte gehen in Aluschalen außer Haus – mit einem Deckel aus fester Pappe obendrauf.

Stefan Böhms Partyservice setzt auf Porzellan und Besteck, wenn er zu seinen Kunden fährt und Feiern und Feste kulinarisch betreut. Und wenn die mobile Pommesbude anrollt, gibt es die Fritten aus der Pappschale – mit Holzgabel obendrauf.

Eugen Fremanns Geschäft ist neben der Fleischerei samt Hofladen in Naendorf auch ein Partyservice. Von der Familienfeier bis zum Grillfest – wenn Fremann und seine Mitarbeiter mit ihrem Catering-Service anrollen, kommen nur Porzellan und Besteck auf den Tisch. „Etwas anderes wollen die Kunden ja auch nicht“, kennt Fremann die Erwartungen der Festgesellschaften.

Kunststoffplatten nur in Ausnahmefällen

Für den Partyservice bedeutet das natürlich viel Arbeit, denn Geschirr und Besteck müssen vor dem nächsten Einsatz gesäubert werden, wobei eine große Spülmaschine hilft. Dennoch: Ohne Vorspülen geht es meistens nicht.

Eine Ausnahme aus Kunststoff gibt es aber doch, wenn Fremann beispielsweise Grillfeste beliefert: Kleine Platten aus schwarzem Plastik, auf denen etwa Salate angerichtet werden. „Aus der Kundschaft wissen wir aber, dass diese Schalen vielfach wiederverwendet werden. Die sind stabil und lassen sich mehrfach benutzen.“ Fremann selber zahlt übrigens für die Entsorgung der Schalen, die er ja gar nicht selber übernehmen kann, eine Lizenzgebühr.



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