Mo., 04.06.2018

Exkursion ins Strönfeld Ein Besuch bei Frau Schnepfe

Ausführlich erklärt Peter Schwartze (l.) von der Biologischen Station des Kreises Steinfurt den Teilnehmern der Exkursion durchs Strönfeld die Natur.

Ausführlich erklärt Peter Schwartze (l.) von der Biologischen Station des Kreises Steinfurt den Teilnehmern der Exkursion durchs Strönfeld die Natur. Foto: Irmgard Tappe

Metelen - 

Zu einer naturkundlichen Wanderung im Strönfeld hatte am Samstagnachmittag die Biologische Station des Kreises Steinfurt eingeladen. Unter Leitung von Peter Schwartze erfuhren die Teilnehmer dieser Exkursion Wissenswertes über Pflanzen und Tiere in dem Metelener Naturschutzgebiet.

Von Irmgard Tappe

Wiesen und Gräser soweit das Auge reicht. Hier im Strönfeld ist die Natur zu Hause. Und mit ihr Feldlerchen, Uferschnepfen, der Große Brachvogel und andere Vogelarten. Dieses Feuchtwiesenareal am Rande von Metelen ist die Heimat der Wiesenvögel und seltenen Vogelarten. „Dass wir einen dieser Bewohner zu sehen bekommen, ist eher unwahrscheinlich“, bemerkt Peter Schwartze, als er am Samstagnachmittag mit 30 Naturfreunden zu einer Exkursion durchs Strönfeld aufbricht.

Schwartze leitet die Biologische Station des Kreises Steinfurt, dessen wichtigste Aufgabe die Betreuung der Naturschutzgebiete auf Kreisebene ist. „Wir arbeiten eng mit der Landwirtschaft zusammen“, sagt er. Denn einige Landwirte würden die Flächen in den Feuchtwiesenschutzgebieten nutzen, müssten sich aber an die Auflagen eines „Vertragsnaturschutzes“ halten. „Sie dürfen diese Flächen weder düngen noch spritzen und nur dann mähen, wenn keine Bodenbrüter mehr gefährdet sind.“

Da ertönt aus einiger Entfernung eine Vogelstimme und begrüßt die Schar der Naturfreunde. „Das ist die Uferschnepfe“, erkennt Schwartze die Wiesenbewohnerin sofort. Während der Wanderung erzählt er von den Vogelschutzgebieten, die in den 1980er-Jahren im Rahmen eines Feuchtwiesenschutzprogrammes des Landes Nordrhein-Westfalen geschaffen wurden, um den Bestand der Wiesenvögel zu retten. Notwendig wurde das aufgrund der großen Flurbereinigungsverfahren in den 1970er-Jahren, die mit einem tiefgreifenden Wandel der Landschaft einhergingen.

Im Laufe der Wanderung beschreibt Schwartze seiner aufmerksamen Zuhörerschar auch einige Gräser am Wegrand: Glatthafer, Honiggras und Wiesenfuchsschwanz zum Beispiel. Und das Ruchgras, das wie frisches Heu duftet. „Warum sind die wilden Margeriten insgesamt so selten geworden“, möchte eine Teilnehmerin wissen, die sich noch gern an die Wildblumenwiesen ihrer Kindheit erinnert. „Diese Blumen entfalten sich nur auf stickstoffarmen Böden. Aber leider wird viel zu viel mit Stickstoff gedüngt, und das macht alles kaputt“, gibt Schwartze Auskunft.

Und wieder meldet sich die Uferschnepfe zu Wort. Dieses Mal noch ein paar Töne energischer. So, als wolle auch Frau Schnepfe an die Menschen appellieren: „Lasst den Stickstoff aus dem Boden.“ Nur vor die Kamera traut sich die wortstarke, gefiederte Dame leider nicht.



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