Mo., 11.06.2018

Ausstellung von Marcel Häkels verlängert Künstlerische Genres mit Augenzwinkern ausprobiert

Autoditakt und in vielen Stilrichtungen zu Hause ist der Künstler Marcel Häkels, der in Wettringen lebt und arbeitet.

Autoditakt und in vielen Stilrichtungen zu Hause ist der Künstler Marcel Häkels, der in Wettringen lebt und arbeitet. Foto: Sabine Sitte

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Ausstellung von Marcel Häkels in der Kulturetage wird verlängert. Wir haben mit dem experimentierfreudigen Wettringener Künstler vor Ort gesprochen.

Von Sabine Sitte

Er ist ein Mann der Tat und des feinen Humors, passt als Künstler in keine Kategorie und erstaunt in einer facettenreichen Werkschau: Die Kulturetage präsentiert Marcel Häkels Ausstellung „Versuche, die Welt zu be-greifen“. Der aufmerksame Besucher kann dem Geheimnis der Kamera „Marie Antoinette“ auf den Grund gehen, unerwartet einem Monosaurus begegnen oder einfach nur dem „Roten Faden“ des Lebens folgen.

Marcel Häkel probiert gern aus: „Ich experimentiere mit allen möglichen Materialien und versuche mich in künstlerischen Techniken. Ich habe vor nichts Angst, auch wenn es danebengeht.“ In schier unerschöpflicher Begeisterung widmet sich Häkel, der seit zwei Jahren in einer Künstlergemeinschaft in der Wettringer Kunstkirche lebt und arbeitet, jeder neuen Idee mit Hingabe. Ob Miniaturfotografie, Ölmalerei, akribische Zeichnungen, Skulpturen oder skurrile Installationen: Die Ausstellung zeigt einen beeindruckenden Querschnitt seiner ausdrucksstarken und immer mehrdeutigen Werke. Selbst die Titel seiner Arbeiten sind doppelsinnig: „Kohle auf Papier“ zeigt Kohle auf Papier. Schlapp und ergeben breitet eine – gemalte – ausgebaute Antriebsachse ihre Spurstangen aus und wird schlicht „Antriebslos“.

Marcel Häkel ist ein Autodidakt ohne Kunststudium und hat die Kunst doch intensivier studiert als manch Diplomierter. „Mein Studium hört nie auf“, sagt der gebürtige Soester mit dem Motto: „Man kann alles selber machen.“ Und so baute der gelernte Automechaniker und Gärtner aus Papprollen, Blechdosen und Fernglaslinsen mal eben ein Objektiv für seine abenteuerliche Kamerainstallation zusammen, die in ihrem Aufbau durchaus an eine Guillotine erinnert und daher salopp, mit einem Schmunzeln, den Namen einer geköpften Regentin erhält.

Doch der 44-Jährige kann auch ernst: Sein womöglich persönlichstes Werk in der Ausstellung ist „Der rote Faden“ – eine Hommage an seine Kindheit und seine Großmutter, aber mit der Fragestellung: Können wir uns als Erwachsene unsere kindliche Fantasie bewahren? Wer und wie werden wir am Ende unseres Lebens sein? Marcel Häkel besitzt diese unerschöpfliche Fantasie. In einer eigens aufgebauten Installation seines imaginären Arbeitsplatzes kann der Besucher dem Künstler gleich mit Lupe und Pinzette an einem Globus die Welt entdecken. Skizzen von Don Quijotes „Helm des Mambrin“ und illustrierte, bisher unbekannte Saurier-Spezies entlocken ein Staunen und ein handgeschriebenes Gedicht ein Lächeln. Denn das ist des Künstlers nächste Leidenschaft: Wortakrobatik mit Versfindung.

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Die Ausstellung wird bis zum 28. Juli (Samstag) verlängert und schließt an diesem Tag mit der Veranstaltung „Mit-Sinnen“ ab. Am 21. Juli (Samstag) lädt die Kulturetage in der Zeit von 10 bis 13 Uhr zu einer Extraöffnung mit dem Künstler ein.



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