Di., 26.06.2018

Mit der Grashüpfergruppe der Kita St. Josef im Wald Im Reich der wilden Tiere

Eine abgebrochene Baumkrone eignet sich perfekt als Sofa für eine kleine Pause zwischendurch, entdecken die Mädchen und Jungen der Grashüpfergruppe

Eine abgebrochene Baumkrone eignet sich perfekt als Sofa für eine kleine Pause zwischendurch, entdecken die Mädchen und Jungen der Grashüpfergruppe Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Die dörfliche Struktur des Ortes macht es möglich: Die Mädchen und Jungen in Metelens Kindergärten haben es nicht weit, um Wald und Flur zu erleben. Drei Beispiele zeigen, dass die Lernorte im Grünen den Kindern viele Erlebnisse und Erfahrungen ermöglichen, die in den Räumlichkeiten der Kitas selber so nicht möglich wären – sei es nun auf dem Erdbeerfeld, im

Von Dorothee Zimmer

Im Wald gibt es viele Schätze, man muss nur die Augen aufhalten. „Guckt mal, hab ich gefunden“, strahlt Ben. Auf der flachen Hand des Kindergartenkindes liegt ein Tannenzapfen. Die Aufmerksamkeit anderer Kinder ist ihm gewiss. Ben ist nicht nur erfolgreicher Tannenzapfen-Finder, er ist auch großzügig: „Schenk ich dir!“ erklärt er gönnerhaft. Da nehmen sich ein paar andere Ben zum Vorbild, sie suchen ebenfalls nach Tannenzapfen, um sie dann mit der gleichen Geste der Großzügigkeit weiterzugeben.

Fotostrecke: Kinder erkunden die Natur

In dieser Woche sind „Waldtage“ in der Kita St. Josef, und deshalb ziehen die Kinder an vier Tagen morgens in Gruppen und in Begleitung von Großen in den Wald in die Nähe des Bahnhofs Metelen-Land. Gestern sind es 24 Mädchen und Jungen aus der Grashüpfergruppe, die mit den Erzieherinnen Laura Vennemann, Nadine Thiemann und Lena Bleaher die Natur erkunden. Schon im vergangenen Jahr, erklärt Vennemann, habe man das Waldtage-Projekt durchgeführt, und es sei gut angekommen. „Man kann im Wald allerhand machen, und es gibt so viel zu entdecken. Hier können Kinder richtig kreativ werden.“ Dass es gerade der Wald ist, in den es die Schar zieht, ist nicht dem Zufall geschuldet. „Einer der Schwerpunkte unserer Einrichtung liegt ja auf Naturpädagogik.“

Selbstredend werden zuweilen auch Tiere gesichtet. Letztes Jahr haben die jungen Waldbesucher zum Beispiel Mäuse, Frösche, Spinnen und Kellerasseln entdeckt. Auf die Frage, welche Tiere ihrer Meinung nach sonst noch so im Wald leben, sagt Ben: „Giraffen und Elefanten.“ Jana entscheidet sich für „Kaninchen und Wölfe“ und Berfin vermutet: „Tiger“. Wer Raubtiere im Munde führt, dem fällt rasch noch etwas anderes ein: „Ich war schon mal im Zoo“, erzählt eines der Kinder. Was wiederum die Erinnerung anderer belebt. „Da war ich auch schon mal“, rufen mehrere.

Hannes ist fünf Jahre und klettert mit anderen Jungen durch eine morsche Astkrone, die am Boden liegt. Sich einen Weg darin zu bahnen, scheint nicht ganz einfach zu sein, einige Zweige knacken, wenn die abenteuerlustigen Jungen darüber steigen. Für eine wichtige Mitteilung unterbricht Hannes aber kurz die Expedition, er öffnet leicht den Mund, zeigt darauf und verkündet: „Ich hab einen Wackelzahn.“

In der Nähe bearbeiten ein paar Mädchen in einer Gemeinschaftsaktion und mit Hilfe von Stöcken vorsichtig einen Baumstumpf, der schon vor sich hinbröselt. Ihre erklärte Absicht: „Wir suchen Ameisen.“



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5850779?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F