Fr., 29.06.2018

St.-Ida-Senioren besuchen Plagemanns Mühle Geheimnisvoller Ort an der Vechte

Aus dem St.-Ida-Haus hatten sich die Bewohner auf den Weg zu Plagemanns Mühle gemacht. Dort erzählte die KIM-Vorsitzende Clara Beutler von Mühlen und Müllern.

Aus dem St.-Ida-Haus hatten sich die Bewohner auf den Weg zu Plagemanns Mühle gemacht. Dort erzählte die KIM-Vorsitzende Clara Beutler von Mühlen und Müllern. Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Ohne Koffer verreisen in dieser Woche erneut die Bewohner des St.-Ida-Hauses. Ein Ziel der Kurztouren war diesmal Plagemanns Mühle. Diese liegt zwar nur einen paar Steinwürfe vom Altenheim entfernt, beherbergt aber doch viele interessante Geschichten, welche die Bewohner noch nicht kannten. So etwa die von dem Müller, dem in früheren Zeiten der Ruf anhaftete,

Von Dorothee Zimmer

Der Platz, an den es rund 20 Bewohner, Angehörige, Rollstuhlschieber sowie Mitarbeiterinnen des St.-Ida-Hauses am Mittwochnachmittag verschlug, hätte eine Bestnote verdient, würde er denn als Ort mit besonders märchenhafter Aura bewertet.

Die Sonne schien, die hohen Bäume spendeten Schatten, der Flusslauf der Vechte war nur ein Steinwurf entfernt und zugleich fiel der Blick auf den rückwärtigen Teil von Plagemanns Mühle, die kurzerhand zur „Elfenmühle“ ernannt wurde. An diesem lauschigen Fleckchen ließen sich die Ausflügler nieder, tranken Kaffee und aßen „Schneewittchen-Kuchen“, den sie morgens in der Seniorenwohneinrichtung gebacken hatten.

Das auserkorene Ziel im Rahmen der Mottowoche „Reise ins Märchenland“ war geradezu prädestiniert, die Fantasie zu beflügeln. Nachdem die Tische ab- und weggeräumt und die Bänke zusammengerückt waren, erzählte Clara Beutler, warum Mühlen und Müller oft in Märchen vorkommen.

„Eine Mühle, das war früher ein geheimnisvoller Ort“, nahm die Vorsitzende der Kulturinitiative (KIM) die Zuhörer mit in längst vergangene Zeiten. Der Müller sei den Menschen suspekt gewesen, denn er kannte sich mit Technik aus, von der damals nur wenige eine Ahnung hatten. „Weil er aus Körnern Mehl machte, dachten die Leute, er könne zaubern. Und wer zaubern konnte, war mit dem Teufel im Bunde. Deshalb war der Müller keine ehrbare Gestalt.“ Außerdem sei der Glaube an die Existenz von Nixen und Naturgeistern weit verbreitet gewesen. Zum Abschluss führten die Mädchen aus der Mittwochstanzgruppe der Kulturetage zwei märchenhafte Tänze auf.

Einige Besucher waren mit dem Bulli „angereist“, die meisten aber nahmen zusammen mit den Rollstuhlschiebern den Weg an der Vechte entlang. Als Fortbewegungsmittel auf ihren Ausflügen standen den Bewohnern in den vergangenen Jahren auch schon mal Kutsche, Pengelanton oder Trecker zur Verfügung. Aber wohin auch immer die Reise führt, eines steht laut Rabea Tietmeyer, Mitarbeiterin im sozialen Dienst, stets im Vordergrund: „Was bei allem zählt und ganz wichtig ist, ist die Gemeinschaft.“



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