Sa., 30.06.2018

Gästehaus-Projekt Nur für Frauen: Eine Oase zum Durchatmen

Ingrid Hagen (l.) und Elke Engbrink vom Trägerverein des Projekts stellten jetzt erste Skizzen für das geplante Internationale Gästehaus für Frauen vor.

Ingrid Hagen (l.) und Elke Engbrink vom Trägerverein des Projekts stellten jetzt erste Skizzen für das geplante Internationale Gästehaus für Frauen vor. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Ein „Internationales Gästehaus für Frauen“ plant ein neu gegründeter Verein im Ort. Unter dem Namen „Die Geschwister der Maria Magdalena“ haben sieben Frauen die Projektidee entwickelt. Vorsitzende des Vereins ist Ingrid Hagen, vielen im Ort als Veranstalterin der Veganen Messe und der Kunstaktion „Münsterländer Friedensherde“ bekannt. Im Gästehaus sollen zehn Frauen maximal ein Jahr lang wohnen dürfen.

Von Dieter Huge sive Huwe

Beharrlichkeit ist eine Eigenschaft der Wahl-Metelenerin Ingrid Hagen, die in ihren Projekten immer wieder zum Ausdruck kommt. Das Bohren dicker Bretter praktiziert sie etwa bei der Organisation ihrer Friedensherde-Aktionen, und auch die Vegane Messe veranstaltet sie seit Jahren. Für ein weiteres Projekt, das sie seit langer Zeit umtreibt, unternimmt sie jetzt zusammen mit Mitstreiterinnen einen weiteren Anlauf: die Einrichtung eines Internationalen Gästehauses für Frauen im Ort.

Das Stiftsgebäude hatte Ingrid Hagen zunächst dafür im Auge gehabt. Nachdem sich dieser Standort zerschlug, hat sie jetzt einen Neubau im Visier: „In Metelen soll ein Ort geschaffen werden, der allen Frauen dieser Welt zur Begegnung offen steht. Es ist egal, welcher Religion, Nationalität, Politik und Herkunft sie zugehören.“ Eingebunden in eine intakte Natur, die gleichzeitig die hier wohnenden Gäste versorgen soll, soll ein kleines, beschauliches Paradies entstehen, heißt es im Konzept für das Haus, das in seiner Grundstruktur auf der Idee der „Tiny Houses“ basiert.

Gemeint sind damit kleine Appartements, die – kombiniert in dem Gästehaus – die Vision eines zeitweiligen Lebens auf kleinstem Raum mit dem Gemeinschaftserlebnis einer offenen Einrichtung in der Natur verbinden will. Zehn dieser 25 Quadratmeter großen Einraum-Single-Appartements gruppieren sich in dem Gästehaus um einen Innenhof, der gemeinsam genutzt wird – ebenso übrigens wie Gewächshäuser und Dachgärten, in denen die Bewohnerinnen auf Zeit sich einbringen können und so zur Versorgung des Hauses beitragen. Auf Zeit heißt, dass sich Frauen in dem Gästehaus einmieten können, mindestens zwei Tage, maximal ein Jahr. Und auch nach außen hin soll das Haus geöffnet sein – mit einem Café, das allerdings nur Frauen zugänglich sein soll. Energetisch weitgehend autark und in ökologischer Bauweise soll das Objekt entstehen.

Knapp eine Million Euro rechnet Ingrid Hagen, gelernte Architektin, für das Gästehaus – das Grundstück nicht eingerechnet. Dieses sollte entweder langfristig zur Verfügung gestellt oder für einen geringen Betrag gepachtet werden. Die Finanzierung des Hauses selber soll weitestgehend durch Spenden und Zuwendungen gedeckt werden. Es ist also wieder in dickes Brett, das sich Ingrid Hagen da im zweiten Anlauf für ihr Gästehaus-Projekt vorgenommen hat.



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