Mi., 04.07.2018

Variante für Amprion-Stromtrasse quer durch die Heide Alternative oder nur ein Alibi?

Mit der Variante I (rot), die die Siedlung Metelen-Land umschwenkt, ist Amprion ins Verfahren gegangen. Parallel dazu wird eine zweite Trassenoption (gelb) geprüft, welche wesentlich weiter ausschwenkt und die sowohl die Herderinger Mark als auch die Metelener Heide durchschneidet. Dieter Picklapp (kl. Foto) von Amprion stellte beide Varianten vor.                                                        

Mit der Variante I (rot), die die Siedlung Metelen-Land umschwenkt, ist Amprion ins Verfahren gegangen. Parallel dazu wird eine zweite Trassenoption (gelb) geprüft, welche wesentlich weiter ausschwenkt und die sowohl die Herderinger Mark als auch die Metelener Heide durchschneidet. Dieter Picklapp (kl. Foto) von Amprion stellte beide Varianten vor.                                                         Foto: Karte: Amprion/ Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

In die Planung der neuen Hochspannungstrasse des Netzbetreibers Amprion bekommt mit einer neuen Variante Bewegung. Einzelne Anlieger, aber auch die Gemeinde Metelen, favorisieren eine stärkere Verschwenkung der Trasse in den Bereich der Metelener Heide hinein. Amprion versprach, dies zu prüfen. Wichtig sei allerdings, dass sich die Eigentümer einig seien und der

Von Dieter Huge sive Huwe

Die Botschaft hörten sie wohl, indes, einigen Ratsmitgliedern fehlte der Glaube an das, was ein Vertreter des Stromtrassen-Betreibers Amprion da im Ratssaal vortrug. Dieter Picklapp ist in dem Unternehmen für das Genehmigungsverfahren der Hochspannungs-Neubauleitung zuständig und erntete am Montagabend eine gehörige Portion Skepsis im Rund der Bürgervertretung.

Zahlreiche Anlieger aus dem Bereich südöstlich der Bundesstraße 70 verfolgten den Vortrag Picklapps, in dem er sich mit dem geplanten Verlauf der 380-Volt-Trasse mit ihren bis zu 80 Meter hohen Masten beschäftigte. Ins Planverfahren geht Amprion mit einer geplanten Leitung, die sich weitgehend an der vorhandenen Trasse orientierte, aber den Bereich Metelen-Land südlich umschwenkt (wir berichteten).

„Wir sind der Meinung, dass das machbar ist“, erläuterte Picklapp die Wahl Amprions für diese Variante, denn: „Die Zustimmung der Eigentümer ist ein hohes Gut, wenn man etwas verändern will.“

Und während in dieser Variante die Anlieger mit im Boot sind, gibt es für eine alternative Trasse noch reichlich Gesprächsbedarf. Die sogenannte Variante II verschwenkt die bisherige Leitung an der Hofstelle Wiggenhorn zur Wolder Mark hin und führt dann über die Herderings Mark östlich am Hof Gauxmann vorbei mitten durch die Metelener Heide, um dann kurz vor der Bahnlinie in den Verlauf der Trasse I einzuschwenken.

Picklapp betonte: „Amprion sperrt sich nicht gegen eine solche Lösung.“ Man sei ja bereits im Gespräch mit den Eigentümern. Auch der Umstand, dass zwei zusätzliche Masten gebaut werden müssten, sei kein Argument, diese Variante nicht in Betracht zu ziehen. Zwei Knackpunkte gibt es allerdings: Zum einen müssen sich die Eigentümer in dem Gebiet einig sein und zum anderen sei der Eingriff in die Natur nicht außer acht zu lassen.

Ansgar Stening sprach für die UWG aus, was Vielen im Saal längst bekannt ist: „Es gibt Eigentümer, die sich mit der neuen Variante schlechter stellen, da die Leitung dichter an ihre Gehöfte heranrückt.“

Amprion-Referent Picklapp erklärte dazu: „Wenn wir die Unterschriften aller Eigentümer bekommen, werden wir die Planänderung machen.“

Dietmar Deitermann (UWG) und auch Reinhard Brüning (CDU) machten jedoch ihre Ansicht deutlich, dass Amprion die Variante bevorzuge. Deitermann erklärte: „Ich habe den Eindruck, dass Amprion die rote Trasse pusht.“ Brüning gab zu bedenken, dass eine größere Verschwenkung auch der Gemeinde mehr Handlungsspielräume in gleich drei Entwicklungsflächen lasse: „Ich hoffe, dass die Variante II keine Alibi-Trasse wird“.

Der Gemeinderat beschloss, in einer Stellungnahme an die Genehmigungsbehörde die Umsetzung der Variante II zu fordern. Stellungnahmen zu der Planung können im Übrigen von jedem Bürger noch bis zum 11. Juli (Mittwoch) im Bauamt des Rathauses abgegeben werden.



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