So., 08.07.2018

Premiere geglückt: Hoof-Festival zieht Musikbegeisterte aus der Region an Metelen kann auch ganz punkig

Eine tolle Stimmung herrschte beim ersten Hoof-Festival mit Musik der etwas härteren Gangart. Die Fans zeigten sich angetan von den fünf Bands des Abend, darunter Frantic Age, und von der Location.

Eine tolle Stimmung herrschte beim ersten Hoof-Festival mit Musik der etwas härteren Gangart. Die Fans zeigten sich angetan von den fünf Bands des Abend, darunter Frantic Age, und von der Location. Foto: Sabine Sitte

Metelen - 

Zahlreiche Besucher aus Metelen und der Region strömten zum Hoof-Festival in Naendorf. Unkonventionelle Musik aus der Ära des Punk dominierte die Premiere der Veranstaltung. Fünf Bands aus der Region gaben sich die Mikrofone in die Hand. Die Location und auch die Gigs auf der Bühne fanden viel Zuspruch - verbunden mit der Hoffnung, dass das Festival im kommenden Jahr nochmals angeboten wird.

Von Sabine Sitte

Laut, wild, provokant – der Punk lebt! Der Punk rockt! Wer am Samstagabend Lust auf ganz viel Alarm und fette Live-Beats hatte, war beim ersten Hoof-Festival am See genau richtig. Mit fünf Bands aus dem Münsterland haben die Veranstalter ein unüberhörbares musikalisches Statement gesetzt: Metelen kann auch punkig – Wiederholung erwünscht.

Fotostrecke: Hoof-Festival

Mit dem ersten Akkord geht die Stimmung steil: Die Bässe wummern, die Boxen vibrieren, Leiber zucken, Füße wippen. „Frantic Age“ aus Rheine steht als erste Band des Abends auf der kleinen Bühne unter dem Scheunenabdach und lässt es krachen. Doch Punkrock muss nicht nur laut sein. Die drei Musiker um Frontfrau Mareike Go punkten mit nachdenklichen Texten auf Deutsch und Englisch, die Songs tragen eigenwillige Titel wie der „Ohrfeigenbaum“ und „Fundbüro“. Bereits nach 20 Minuten verkündet die Sängerin ihr Feedback zur Veranstaltung: „Das ist so geil hier, das muss nächstes Jahr wieder stattfinden.“ Alle fünf Bands präsentieren ausschließlich eigene Songs und „Frantic Age“ kriegt die ersten „Zugabe“-Rufe des Abends.

Im stetigen Besucherstrom füllt sich der Platz vor der Bühne mit launigen Menschen, die eines verbindet – handgemachte Musik abseits der gängigen Hitparaden und Schlagerfestivals zu genießen. Die meisten Gäste sind aus der näheren Umgebung angereist. Viele erinnern sich an die „guten alten Zeiten“ in den 90er Jahren, als kleine, feine Live-Konzerte in den Gemeinden noch zum etablierten Kulturgut gehörten. Das war die Intention für die beiden Veranstalter Jan Hoogstoel und Tobias Hölscher, das Hoof-Festival auf die Beine zu stellen. „Wir sind alte Rocker von früher und wollten die Punkkrock-Kultur nach Metelen bringen“, sagt Hoogstoel. Doch auf keinen Fall sehen die Männer das Festival als Konkurrenz zum Kinkerlitzchen-Event. „Das soll auch kein Ersatz sein.“

Hölscher selbst spielt Bass bei der Band „Pinch“, die als nächstes die Bühne rocken. Da ist schon mal der eine oder andere melodische Dreivierteltakt dabei und aus dem Publikum wagen sich die Ersten auf einen kurzen Tanz. Doch was wäre Punk-Rock ohne richtig Krach und Schmerz?

Bestes Beispiel: Sänger Gansmann der Band „Stronger than Emo“ aus Münster quält sich aus dem Rollstuhl hinter das Mikro. Ein Verkehrsunfall hat den Musiker nur Stunden zuvor verletzt, doch der will seine Kollegen und das Publikum nicht hängen lassen: „Wir spielen nur alle fünf Jahre einen Gig, da muss ich jetzt durch.“ Was folgt ist harter Sound und viel Bewegung vor der Bühne: Männer tanzen den Pogo. Sie rennen in weiten Kreisen, springen, schieben und schubsen sich in wilden Rhythmen.

Mit den Bands „Hal Johnson“ und „Memories of Fake“ geht ein entspannter Musik-Abend zu Ende. Ob und wann es eine Wiederholung geben wird, bleibt abzuwarten. Es wäre aber unbedingt eine Bereicherung für Metelen.



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