Di., 17.07.2018

Fotoarchiv des Heimatvereins Fundgrube alter Ansichten aus dem Ort

Heinz Rengbers (l.) und Bernhard Iking präsentieren die Fotosammlung des Heimatvereins Metelen. Großformatige Abzüge alter Ansichten des Ortes werden unter dem Dach des Ackerbürgehauses in Schubladen aufbewahrt.

Heinz Rengbers (l.) und Bernhard Iking präsentieren die Fotosammlung des Heimatvereins Metelen. Großformatige Abzüge alter Ansichten des Ortes werden unter dem Dach des Ackerbürgehauses in Schubladen aufbewahrt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Vor allem immer dann, wenn es festlich wurde, hielten Fotografen einst die Menschen in Metelen mit der Kamera fest. Großformatige Abzüge schlummern im Archiv des Heimatvereins. Unsere Zeitung stellt die Bilder von einst Aufnahmen gegenüber, die vom gleichen Standpunkt aus aufgenommen wurden. Neben Alltagsszenen von einst wird so die Entwicklung des Ortes

Von Dieter Huge sive Huwe

Längst nicht alle Besucher des Ackerbürgerhauses am Mühlentor haben bisher auch den Weg ins Obergeschoss des schmucken Fachwerkgebäudes geschafft. Dabei ist der Besuch durchaus lohnenswert – nicht zuletzt wegen der Sammlung alter Fotos, welche die Heimatfreunde dort untergebracht haben.

Gleich schubladenweise hat der Heimatverein dort großformatige Abzüge von Ortsansichten gelagert, die eine Zeitreise weit zurück ins vergangene Jahrhundert erlauben und die ein Metelen zeigen, das sich heute vielfach nur noch erahnen lässt.

Wer weiß denn schon noch, dass es im Ort einst gleich zwei Brennereien gab, dass der Düwelshook eine Sackgasse war und die Bauern ehedem mit der Kutsche zur Kirche fuhren? Ein Blick ins Archiv bringt derartiges zu Tage, und wenn dann auch noch alteingesessene Metelener zugegen sind, werden rasch Erinnerungen an alte Bräuche, an Menschen, die in den einzelnen Straßenzügen wohnten, und an besondere Ereignisse der Ortsgeschichte lebendig.

Heinz Rengbers und Hermann Scheiten sind an diesem Morgen im Oberstübchen des Ackerbürgerhauses. Sie kramen in den alten Schwarz-Weiß-Aufnahmen und haben zu fast jedem Foto eine kleine Geschichte zu erzählen. „Der Junge auf dem Foto da, das ist doch Heiner Pieper!“, ist sich Scheiten beim Blick auf eine Aufnahme sicher, weist auf einen blonden Steppke in kurzer Hose, der einem Schützenzug vorauseilt.

Die beiden Rentner diskutieren die Anordnung von Häusern am Schilden, überlegen, welches abgerissen wurde, wo einst der Brunnen stand. Andere Fotos bringen Klarheit, zeigen sie doch viele markante Punkte Metelens in unterschiedlichen Perspektiven. Besondere Ereignisse sind es, die im Bild festgehalten wurden – ganz analog zu einer Zeit, als längst nicht jeder Bürger eine Kamera besaß und in der stets mehrfach überlegt wurde, ob denn das Motiv den teuren Film wert war.

Bernhard Iking, Vorsitzender des Heimatvereins, ist bemüht, die Zeitzeugen und die Fotos zusammenzubringen: „Das Foto allein ist zwar ein Dokument, doch erst mit der notwendigen Beschriftung wird es auch für künftige Generationen im Zusammenhang verständlich.“

Er weiß: Mit den Bildern altern auch die Zeitzeugen. Es wäre schade, wenn der Schatz in den Tiefen des Archivs nicht gehoben würde und so unkommentiert in den Schubladen vor sich hin schlummert.



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