Fr., 20.07.2018

Trockenheit stellt die Landwirte vor Probleme Bange Blicke auf den Mais

Die Gerste ist abgemäht, Weizen und Triticale sind in diesen Tagen an der Reihe. Bedingt durch die Trockenheit dürfte der Ertrag gerade beim Weizen aber eher unterdurchschnittlich ausfallen.

Die Gerste ist abgemäht, Weizen und Triticale sind in diesen Tagen an der Reihe. Bedingt durch die Trockenheit dürfte der Ertrag gerade beim Weizen aber eher unterdurchschnittlich ausfallen. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Der diesjährige Sommer ist so trocken, da wächst im wörtlichen Sinne kein Gras mehr. Doch nicht nur das: Auch die Getreideernte macht den Landwirten Sorgen. Bewegte sich die Wintergerste noch im kalkulierten Rahmen, so werden deutliche Einbußen beim Weizen und dem Mischgetreide Triticale deutlich. Und regnet es nicht innerhalb der nächsten 14 Tage, droht

Von Dieter Huge sive Huwe

Die nächsten beiden Wochen sind entscheidend. 14 Tage, an denen die Landwirte auf Niederschläge hoffen. Der bange Blick geht längst nicht mehr in den Himmel, sondern aufs Smartphone, das die Prognose für die nächsten Tage anzeigt. Und auf dem Bildschirm erscheint derzeit vor allem das Sonnensymbol – fatal für den Mais.

Denn der, so erklärt Stefan Homann, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, treibt derzeit seine Fruchtkolben. „Das ist der Teil der Pflanze, in dem die Energie steckt“, erläutert der Landwirt, und Heinrich Stauvermann nickt bekräftigend. Gemeinsam sitzen sie in der Diele des Hofes Stauvermann und berichten über die Ernte, über die Trockenheit in diesem Jahr und was die für die Bauern bedeuten könnte.

Kein Thema mehr ist die Wintergerste. Die ist längst gedroschen, aber das wegen der vielen Sonnentage im Frühjahr bereits sehr zeitig. „Das war bei mir am 30. Juni“, blickt Stauvermann zurück und kann sich nicht erinnern, wann die Drescher je so früh unterwegs waren: „Das habe ich noch nie erlebt.“ Die Ernte fiel da noch gut aus, profitierte die Gerste doch noch von Regenfällen im Frühjahr. Beim Weizen und dem Mischgetreide Triticale, um das sich im Augenblick die Mähdrescher kümmern, sieht das schon anders aus. „Es kommt natürlich immer darauf an, wo genau die Anbaufläche liegt“, differenziert Homann. Der Boden spielt eine Rolle, punktuelle Niederschläge auch. Dass da allerdings Einbußen von 20 bis 25 Prozent möglich sind, weiß er aus Berichten. Mit einem blauen Auge kommen die Landwirte deshalb hier davon.

Doch beim Mais droht schlimmstenfalls ein Totalausfall. Die Bauern blicken mit Sorge auf das Futtergetreide, das die Anbauflächen rings um den Ort dominiert. „Der Start war ja eigentlich noch ganz ordentlich“, schaut Homann zurück auf die Zeit, als die Maispflänzchen gerade mal knöchelhoch waren. Da gab es auch schon eine trockene Phase, doch das veranlasste den Mais, die Wurzeln besonders tief auszubilden, um noch an Feuchtigkeit zu gelangen.

Eigentlich gute Bedingungen, um kräftig zu wachsen. Wenn denn genug Niederschläge fallen würden. „Schon jetzt gibt es Flächen, auf denen der Mais verdorrt“, weiß Stauvermann und bekennt angesichts der Prognosen der Meteorologen für die kommenden Wochen: „Ich habe ärgste Befürchtungen.“

LOV-Vorsitzender Homann erklärt, was passieren könnte: „Den Schweinehaltern fehlt das Futter, das deshalb teuer zugekauft werden muss, denn die Preise werden bei einer schlechten Ernte ansteigen. Da werden einige schon überlegen, ob sie im Herbst überhaupt wieder einstallen werden.“ Ins Kontor schlagen den Borstenvieh-Züchtern neben aktuell sinkenden Preisen für ihre Tiere auch die neue Düngeverordnung und die Gülleabgabe, die seit diesem Jahr in Kraft sind. Auch hier müssen die Landwirte Mehrkosten stemmen.

Treffen würde eine schlechte Maisernte auch die ländlichen Stromerzeuger. „Im Maiskolben ist eben die Energie“, erläutert Homann mit Blick auf den Rohstoff für die Biogasanlagen.

Doch nicht allein beim Getreide, sondern auch auf den Grünflächen sorgt die Trockenheit für Probleme. „Die erste und zweite Mahd waren noch gut“, berichtet Milchviehhalter Stauvermann, „doch schon der dritte Schnitt brachte extrem wenig.“Derzeit bleibt das Mähwerk im Schuppen. „Die Grünflächen sind gelb. Da wächst derzeit gar nichts. Auch auf dem Ackerland, auf dem ich Gras eingesät habe, tut sich nichts“, berichtet der Ortslandwirt.

Vier bis sechsmal pro Jahr wird üblicherweise gemäht – daran ist aktuell nicht zu denken. Entsprechend weniger Silage gibt es. Und dann? „Dann werde ich überlegen, über den Winter weniger Kühe zu halten“, erläutert Stauvermann eine Methode, um Futter für sein Milchvieh einzusparen.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5917893?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F