Mi., 25.07.2018

Ferienspaß-Filmprojekt der KIM Der „Dicke End“ im Kamerasucher

Anna, Shirin und Klara haben für das Filmprojekt die Kamera im Garten des Sophienhauses aufgebaut.

Anna, Shirin und Klara haben für das Filmprojekt die Kamera im Garten des Sophienhauses aufgebaut. Foto: Dorothee Zimmer

Metelen - 

Den „Dicken End“ Metelens nahmen und nehmen in dieser Woche 15 Kinder und Jugendliche in den Fokus. Sie machen mit beim Filmprojekt der Kulturinitiative im Rahmen des Ferienspaßes. Interviews mit den Bewohnern des Quartiers gehören ebenso dazu wie das Einarbeiten alter Fotos in den halbstündigen Streifen, der im Rahmen der Projektwoche entsteht.

Von Dorothee Zimmer

Josef Fehlker nickt. Ja, er sei gern zu einem Interview bereit, sagt der Senior, der am Vitustor wohnt, bei seinem Kurzbesuch in der Kulturetage. Clara und Dunja, beide elf Jahre, und die zehnjährige Isabell freuen sich über seine Zusage, denn am Nachmittag wollen sie ihn und seinen Nachbarn Josef Elling befragen. Und zwar darüber, wie es sich gelebt hat, früher am sogenannten „Dicken End“, zu dem auch das Vitustor zählt.

Fotostrecke: Dorothee Zimmer

Fehlker und Elling werden dann beispielsweise berichten über den Eisgang im Winter 1948 und weitere Hochwasser, die sie als Anlieger der nahen Vechte erlebt haben. „Manche Überschwemmungen waren wirklich schlimm“, gibt Fehlker einen kleinen Vorgeschmack auf das, was sich früher am Dicken End zugetragen hat.

Damit das Wasser nicht so schnell ins Haus dringen konnte, habe man Kuhmist in Fenster- und Türritzen gesteckt. „Davon gab es genug, die meisten Leute hatten ja Landwirtschaft.“

Das Mädchentrio gehört zu rund 15 Teilnehmern, die an der KIM-Filmwerkstatt in der Kulturetage teilnehmen. Ausgestattet mit technischem Equipment und fachmännisch angeleitet von der KIM-Vorsitzenden Clara Beutler und deren Schwester Sophie Weritz lernen sie, wie man aus Film- und Fotomaterial ein nahezu professionelles Video zusammenstellt. Der „Dicke End“ steht dabei im Mittelpunkt.

Einige der jungen Filmemacher sind gerade ausgeschwärmt, sie machen Fotos, drehen kleine Filme, befragen Passanten. Anna, Klara und Shirin nehmen das St.-Sophienhaus und seine Gartenanlagen näher unter die Linse. Auch Julian, Lion und Marius wollen am Nachmittag losgehen und mit Leuten auf der Straße sprechen. „Wir werden wohl eher ältere Bürger befragen“, meint Lion. Clara Beutler empfiehlt, jüngere nicht grundsätzlich außen vor zu lassen. „Vielleicht können sie ja interessante Sachen aus der heutigen Zeit erzählen.“

Die drei Jungen sind mit dem Bau einer „Trickkiste“ beschäftigt. Mit ihr soll fehlendes Fotomaterial von früher neu produziert werden. Elias und Maya sitzen nebenan am Computer, sie stellen aus Fotos einen kurzen Filmvor- und -abspann zusammen. Lion kennt aus einer vorherigen Filmwerkstatt das ungefähre Verhältnis von Material und Dauer eines Film: „Wir haben mal drei Stunden gefilmt und fast alles weggeschnitten. Übrig geblieben sind nur etwa knapp vier Minuten.“

Die Teilnehmer der KIM-Filmwerkstatt werden am Freitag um 18 Uhr in der Kulturetage das Ergebnis ihrer Arbeit präsentieren. Die Fertigstellung des Videos wird bis dahin abgeschlossen sein. Der Eintritt für den Film, der rund eine halbe Stunde dauern soll, beträgt drei Euro.



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