Do., 26.07.2018

Heißer Arbeitsplatz im Hochsommer Mächtig muckelige Mangelstube

Teamarbeit: Anke Kemper (l.) hilft ihrer Schwerster Ulla Pöpping bei der Arbeit an der Heißmangel.

Teamarbeit: Anke Kemper (l.) hilft ihrer Schwerster Ulla Pöpping bei der Arbeit an der Heißmangel. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Es ist ein ganz heißer Job, den Ulla Pöpping seit vielen Jahren ausübt. Die Besitzerin der Heißmangel am Oskamp weiß aber, mit den hochsommerlichen Temperaturen klar zu kommen. Die Architektur der Mangelstube hilft, Lüftungsmöglichkeiten und ein Ventilator ebenso.

Von Dieter Huge sive Huwe

Nur gut, dass Weihnachten im Winter und Ostern im Frühjahr gefeiert wird. Nach den Hochfesten ist stets die Zeit, in der es besonders brummt in Ulla Pöppings Heißmangel. Angesichts der aktuellen Temperaturen ist die Metelenerin froh, dass zu den üblichen Aufträgen, die in dutzenden Wäschekörben auf den Regalen warten, nicht auch noch die Tischwäsche der Festtage hinzukommt.

Es ist 9 Uhr in der Früh in der Mangelstube am Oskamp und schon jetzt mächtig muckelig. Verantwortlich dafür ist die mehr als zwei Meter breite Maschine, auf die sofort das Auge fällt. Eine stoffbespannte Walze dreht sich unermüdlich, angetrieben von robuster und seit Jahrzehnten bewährter Mechanik. Die Heißmangel ist der Arbeitsplatz, um den Ulla Pöpping in diesen Tagen wohl niemand beneidet.

Doch die Metelenerin nimmt´s gelassen, wurde sie doch quasi mit und in der mütterlichen Mangelstube groß. Anni Althoff gründete den Betrieb 1964 und Tochter Ulla half immer wieder mit an der Mangel, übernahm den Part am Auslauftisch. Dort werden die Bettlaken und Tischtücher aus der Mangel gezogen, aufgefaltet und in die Wäschekörbe der Kunden gelegt.

Den Part hat an diesem Morgen Anke Kemper, während ihre Schwester Ulla die Heimtextilien in die Maschine einführt. Pöpping hat von der Mutter die Heißmangel übernommen und sich am Oskamp eine Stube mit einem hohen, offenen Dach bauen lassen. Das hilft ganz entscheidend dabei mit, die sommerlichen Temperaturen, die durch die große Maschine noch verstärkt werden, erträglich zu machen. Eine zweite Tür sorgt überdies für einen frischen Luftzug und ein Ventilator surrt daneben unermüdlich überm Mangeltisch.

Die beiden Schwestern sind ein eingespieltes Team. Auch wenn Kunden neue Wäsche anliefern, läuft die Arbeit an der Mangel beim kleinen Plausch weiter. „Stell den Korb mal einfach da auf den Tisch“, heißt es dann und spätestens bei der zweiten Kundin, die in die Mangelstube kommt, wird klar: Hier gibt es ganz viele Stammkunden. Man kennt und duzt sich. Das Wetter ist natürlich das Hauptthema. „Wie könnt ihr das bloß aushalten?“ fragt eine Kundin. „Wir fangen halt früh an“, lacht Ulla Pöpping.

Während die Mangel Konzentration und manuelle Arbeit fordert, drehen sich die Trommeln der sieben Waschmaschinen und der beiden Trockner im Raum automatisch. Zeit für Ulla Pöpping, im Wohnhaus nebenan eine Pause zu machen. Zeit auch zum durchatmen. Zeit, die nach den Festtagen, wenn sich die Tischwäsche der Festtafeln in den Regalen stapelt, Mangelware wäre.



https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5932052?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F