Fr., 27.07.2018

Timo Heitmann legt im Autoscooter auf Kirmes-Musik: Die Mischung macht´s

Timo Heitmann kommt bei seiner Arbeit als Schausteller mit einem Autoscooter zugute, dass er früher auch als DJ gearbeitet hat.

Timo Heitmann kommt bei seiner Arbeit als Schausteller mit einem Autoscooter zugute, dass er früher auch als DJ gearbeitet hat. Foto: Martin Fahlbusch

Metelen - 

Zu einem Kirmes-Fahrgeschäft gehört auch die richtige Musik. Klar, dass da im Autoscooter ein anderer Sound zu hören ist, als im Kinderkarussell. Für den Scooter auf der Metelener Altstadtkirmes ist Timo Heitmann verantwortlich. Und er mischt die Hits von einst und jetzt noch eigenhändig zusammen. Erfahrungen machte er als Discjockey – auch was das Eingehen auf das Publikum angeht.

Von Martin Fahlbusch

Timo Heitmann muss schmunzeln: „Mein Vater Philipp ist ein erfahrener Schausteller. Und wenn es um die Musik geht, stellt er sein Licht gerne unter den Scheffel. Der weiß genau, was angesagt ist.“

Tags zuvor hatte uns der Seniorchef des mittlerweile von Vater und Sohn betriebenen Autoscooters verraten, dass sein Sohn in Sachen Musik für das beliebte Fahrgeschäft die „echte Kenne“ habe. „Der ist doch früher auch als DJ rumgetourt und hat alles drauf, vom guten alten Plattenspieler, den CDs bis zum Internet.“

Den Aufbau für die Kirmes, die heute startet, muss der Junior an diesem Donnerstag mit seinen Leuten alleine stemmen. „Wir haben vor einigen Stunden erst abgebaut und sind dann hier nach Metelen gedüst. Bis zur Mittagshitze arbeiten wir noch, aber dann ist erst mal Pause. Das müssen wir uns bei dem ganzen Stress und der Hitze echt gönnen“, sagt Heitmann.

Scooter-Aufbau ist Knochenarbeit. Das sieht man auch Timo an, aber er lächelt immer noch. „Vater ist derzeit unterwegs, um in Gronau und Steinfurt die Platzorganisation für unsere nächsten Stationen klarzumachen“, erläutert der Filius und unterstreicht, dass Vater Philipp mit seiner langjährigen Erfahrung für die örtlichen Organisatoren eine echte Hilfe sei. Er kenne das Schaustellergeschäft seit locker über 40 Jahren.

„Die richtige Musik ist Lockvogel und Verweilgarantie an unserem Autoscooter zugleich“, plaudert Timo dann aus dem Musikladen-Nähkästchen. Man müsse heute alles draufhaben – von der Volksmusik über Helene Fischer bis zum fetzigen House-Sound.

„Da wummert die Bude. Und nicht nur wegen der aktuellen extremen Temperaturen bin ich froh, dass ich in meinem Kassen-Häuschen mit dem DJ-Arbeitsplatz eine mobile Klimaanlage stehen habe. Die fetten Endstufen machen es sowieso muckelig warm“, verrät der mittlerweile gestandene Schausteller. „Du musst aufpassen, dass Du nicht irgend so einen aggressiven Hip-Hop raushaust, weil ein paar jugendliche Kunden danach schreien. Ich will mit der Musik die unterschiedlichen Kirmesbesucher unterhalten, die Leute für unseren Scooter interessieren und für rasante Fahrten und zum Verweilen einladen“, beschreibt Heitmann seine Absichten.

Er orientiere sich an den verschiedenen Hitparaden, wisse aber, dass die Geschmäcker völlig verschieden seien. Mal sei Marschmusik unumgänglich, dann wieder DJ Guetta, „der König der Knopfdrücker“.

Die Kumpels aus seiner DJ-Zeit gäben ihm immer noch interessante Abspieltipps. „Ich muss schauen und hören, dass die gute Stimmung nie kippt“, weiß Timo ganz genau, was er wann und für wen auflegen – oder sagen wir heute besser – abspielen und anbieten muss.

„Ich habe auch schon öfter mal für ein paar gestandene Damen und Herren einen richtigen Walzer aufgelegt. Die haben am Rand mitgeschwoft und die Autos haben sich im Takt gedreht“, freut sich Timo Heitmann, dass er für jeden Geschmack Musik parat hat.



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