Di., 31.07.2018

Hintergrund der Kirmes-Attacke Eskalation nach dem Streit eines Pärchens

Am Tag nach der gewalttätigen Auseinandersetzung auf der Kirmes werden die Hintergründe deutlicher.

Am Tag nach der gewalttätigen Auseinandersetzung auf der Kirmes werden die Hintergründe deutlicher. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Am Tag nach der gewalttätigen Auseinandersetzung zweier Gruppen während der Altstadtkirmes werden die Hintergründe der Attacke deutlich. In der Gemeindeverwaltung denkt man über die Sicherheit bei Großveranstaltungen nach.

Von Dieter Huge sive Huwe

Auch am Tag nach der Kirmes, als viele der Fahrgeschäfte schon abgebaut sind, ist die gewalttätige Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen während des Rummels am Sonntagnachmittag noch das Gespräch im Ort.

Während Spekulationen über den Verlauf der Attacke mit Messern und Baseballschlägern ins Kraut schießen, sind die Beamten der Polizei dabei, die Fakten und Zeugenaussagen zu sichten und sich ein Bild vom Verlauf der Auseinandersetzung zu machen.

Auf Nachfrage dieser Zeitung bei der Kreispolizeibehörde in Steinfurt erklärte deren Sprecher, dass die Ursache für den Konflikt offenbar aus dem Streit eines jungen Pärchens vom Samstag herrührten. Dieser Streit war bereits handgreiflich. „Das 15-jährige Mädchen hat wohl ihren 17 Jahre alten Freund geschlagen und der wiederum hat sie bespuckt“, erläuterte der Sprecher. Auch der Vater des Mädchens war in den Streit involviert, hatte den 17-Jährigen zur Rede gestellt.

Am Sonntag trafen dann Familienangehörige beider Jugendlicher auf der Kirmes aufeinander. Einige Personen führten einen Baseballschläger, eine Eisenstange, eine Schreckschusspistole und weitere gefährliche Werkzeuge mit, wie die Polizei berichtete. Ob die Auseinandersetzung auf der Kirmes geplant und verabredet war, stehe zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest.

Polizeibeamte nahmen drei Personen fest, die nach derzeitigem Stand maßgeblich an den Auseinandersetzungen beteiligt waren. Eine weitere Person wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. „Die Polizei hat die umfangreichen Ermittlungen zu dieser Gefährlichen Körperverletzung aufgenommen. Es werden zahlreiche Zeugen verhört. Die Ermittlungen dauern an“, schreiben die Beamten. Insgesamt seien 15 Personen unterschiedlicher Nationalitäten an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen, berichtete die Polizei.

Im Ordnungsamt der Gemeinde hat der Vorfall vom Sonntag Bestürzung ausgelöst. „So etwas hatten wir hier auf der Kirmes bisher nicht“, erklärte die Fachbereichsleiterin für öffentliche Sicherheit und Ordnung in der Gemeindeverwaltung, Simone Frahling.

Die Kommune habe zwar in den beiden Kirmes-Nächten mit Blick auf mögliche Sachbeschädigungen eine Security-Streife beauftragt, die auf dem Sendplatz, dem Schilden, am Neutor und in den umliegenden Gassen kon­trolliert hätten, für den eigentlichen Rummel sei ein derartiger Sicherheitsdienst aber nicht geordert worden. Der Gemeinde war bekannt gewesen, dass es bereits am Samstag eine Auseinandersetzung während der Kirmes gegeben hatte.

In der Verwaltung nehme man den Vorfall vom Sonntagnachmittag sehr ernst und werde über das Sicherheitskonzept für Großveranstaltungen wie die nächste Kirmes oder den im Herbst anstehenden Fettmarkt nachdenken, erklärte Frahling.



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