Di., 07.08.2018

Gäste kommen selbst aus Dubai und Istanbul zum Seehof Reuter Pferdesprache ist international

Der See ist Anziehungspunkt für Mensch und Tier. Ella (großes Bild r., mit Britta Reuter) und Malena (l., mit Thomas Hues) wohnen eigentlich in Istanbul. Doch regelmäßig verbringen die Freundinnen einen Teil ihrer Sommerferien in Metelen. Malena (kleines Bild l.) spielt daheim Basketball. Hier macht sie aber auch auf dem Pferd eine gute Figur.

Der See ist Anziehungspunkt für Mensch und Tier. Ella (großes Bild r., mit Britta Reuter) und Malena (l., mit Thomas Hues) wohnen eigentlich in Istanbul. Doch regelmäßig verbringen die Freundinnen einen Teil ihrer Sommerferien in Metelen. Malena (kleines Bild l.) spielt daheim Basketball. Hier macht sie aber auch auf dem Pferd eine gute Figur. Foto: Susanne Menzel

Metelen - 

Pferde, Landschaft und Wasser – so sieht das Ferien-Paradies für Mädchen aus. Auf dem Seehof Reuter sind regelmäßig auch Gäste aus anderen Ländern zu Besuch, Ella und Malena sind zum Beispiel aus Istanbul nach Metelen gekommen. „So ein Wiehern versteht doch jeder“, grinsen die Mädchen. Die Pferdesprache ist eben international.

Von Susanne Menzel

Die Pferdesprache ist international. „So ein Wiehern versteht doch jeder“, grinsen die Mädels auf dem Metelener Seehof Reuter. Das ist auch gar nicht verkehrt, kommen die jungen Gäste doch inzwischen aus aller Herren Länder.

„In diesem Jahr waren es schon fünf Pferdefans aus Dubai, aktuell sind es zwei Achtjährige aus Istanbul“, zählt „Chefin“ Britta Reuter auf. Vergangenes Jahr konnten sie und ihr Mitstreiter Thomas Hues (54) darüber hinaus noch Reiterinnen aus Japan, China und Amerika willkommen heißen. Selbst nicht ganz so „exotische“ Herkunftsländer wie Frankreich, Spanien, Polen oder Österreich (Reuter: „Eine Freundin des Hauses hat mir aufgetragen, ich solle in dem Zusammenhang auch Epe nennen.“) sind häufiger vertreten. „Malaysia hatten wir auch schon mal“, erinnert sich Britta Reuter.

Die idyllische Lage am See, 62 Pferde, ein Haus voller Mädchen mit gleichen tierischen Interessen – da ist die Liebe schnell entflammt. Und die hält oft über Jahre, mitunter über Generationen hinweg. „Von einigen der Mädchen aus dem Ausland waren die Mütter früher bereits hier“, sagt Thomas Hues. „Die Familien sind oft berufsbedingt ins Ausland gezogen, aber die Verbindung ist geblieben. Facebook lässt grüßen.“

Pflicht und Kür

Und so machen die Töchter im Sommer dann oft doppelten Urlaub: Ein paar Tage bleiben sie bei Oma und Opa, eine Woche vorab oder im Anschluss verbringen sie in Metelen. Das sind Pflicht und Kür, teilweise seit Jahren.

„Angefangen haben wir ursprünglich so in den 70ern mit Reiterferien“, rechnet Britta Reuter zurück. Damals ging‘s noch von Metelen aus in die Heide und an den See. 1976 wurde der Seehof erbaut, „1977 sind wir rübergezogen und im März 1996 haben wir hier komplett als Team übernommen“, wirft die 47-Jährige einen Blick auf den Werdegang.

Stück für Stück wurde die Pferdeherde vergrößert, Zug um Zug auch die Angebote erweitert. Die Oster-, Sommer- oder Herbstferien sind inzwischen für viele „Reuteraner“ ein Muss. Kurze Reiterwochenenden zum Kennenlernen sowie Ü 18-Wochenenden gehören ebenfalls mit zum festen Programm. „Und in der Woche sind wir Ziel von mehrtägigen Klassenfahrten“, listet Thomas Hues auf, der sogar eigens einen Trainerschein B erworben hat, um die Kinder und Jugendlichen entsprechend unterrichten, aber auch die Helferinnen in ihrem Können gut beurteilen zu können.

Qualifikation

„Die Betreuerinnen sind in der Regel ehemalige Gäste, die uns auf diesem Weg verbunden bleiben“, freuen sich Britta Reuter und Thomas Hues. Ab 16 Jahren können sie sich bewerben und ihre Qualifikationen beim Vorreiten sowie im Umgang mit den Tieren unter Beweis stellen. „Sie tragen ja auch eine gewisse Verantwortung, deshalb achten wir schon sehr genau auf die Qualifikation“, sagt Hues. Nur Pferdeliebe alleine reicht da nicht aus.

Momentan kann der Seehof natürlich mit seinem Gewässer direkt vor der Haustür optimal punkten. Ein Ausritt durch Wald und Heide, anschließend ein Bad (samt Pferd) im See – „besser geht‘s eigentlich gar nicht“, lacht Britta Reuter. „Wenn es tagsüber zu heiß ist für Mensch und Tier, können sich hier alle abkühlen, und dann werden Ausritte oder Bahnenreiten in die frühen Morgen- oder die Abendstunden verlegt. „Flexibilität muss sein“, weiß Britta Reuter aus langjähriger Erfahrung. „Inzwischen legen aber viele Mädchen auch eine Mittagssiesta wie die Südländer ein.“

Bis nach den Herbstferien reicht die Saison auf dem Seehof. Dann ist erst einmal Pause. Zumindest für die Pferde. „Viele glauben, wir legen im Winter die Hände in den Schoß, das ist aber bestimmt nicht der Fall“, räumt Thomas Hues mit einem Vorurteil auf. „Wenn das Haus nicht belegt ist, dann kommt die Phase der Instandhaltung und Renovierung. Wenn wöchentlich übers Jahr so viele Gäste hier beherbergt werden, dann ist schon einiges zu tun.“

Und Ostern kommt schneller, als man denkt, die Mädels stehen dann wieder vor der Tür. Und zwar ausschließlich Mädels. Im Schnitt zwischen sieben und 18 Jahren alt. „Gemischte Gruppen machen wir schon lange nicht mehr. Dann lieber nur Zickenkrieg. Auf die Nachtwachen, wenn beide pubertierenden Geschlechter unter einem Dach wohnen, können wir verzichten.“



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