Mi., 22.08.2018

Die Sonne kennt kein „Pardon“ für Tiefbau-Mitarbeiter Wie ein Hähnchen auf dem Grill

Metelen - 

„Wie man sich fühlt bei 37 Grad in der Sonne? Wie ein Hähnchen auf dem Grill“, sagt der Baggerfahrer. „Schatten ist hier auf der Gronauer Straße weit und breit nicht in Sicht“, zeigt er mit der ausgestreckten Hand um sich herum.

Von Susanne Menzel

Trotzdem: „Die Arbeit muss ja fertig werden.“ Spricht‘s und schwingt sich die Stufen hoch, startet das Fahrzeug und bewegt es, als wäre es ein Spielzeuggerät: Hebt die Schaufel an, streichelt fast den Kanaldeckel, um Sand drum herum wegzuschieben. „Gelernt ist gelernt. Da zeigt sich die jahrelange Erfahrung. Er weiß genau, wie er die flüssigen Bewegungen hinbekommt“, erklärt Polier Karl-Heinz Necker von dem Emsbürener Kanal- und Tiefbau-Unternehmen, das sich gerade in den letzten Zügen durch die Gronauer Straße buddelt.

Klimaanlage auf dem Bagger oder dem Radlader? „Wo denken Sie hin?“, lachen die Männer in den orangefarbenen Latzhosen laut auf. „Türen auf, das ist bei uns die frische Luft. Mehr gibt‘s nicht.“ Das habe aber nicht zuletzt auch etwas mit den Arbeitsabläufen zu tun, meint Necker: „Wenn die Männer hoch oben in verschlossenen Kabinen sitzen, dann hören sie nichts mehr.“

Und „blank ziehen“ auf der Baustelle, das ginge schon gar nicht. „Da würden wir Ärger mit der Berufsgenossenschaft bekommen“, stellt der Polier klar. Bis auf ein T-Shirt erinnert deshalb rein gar nichts bei der Kledage der Tiefbau-Truppe an sommerliche Temperaturen. Die dicke Hose schützt vor möglichen Blessuren, gleiches gilt für die Arbeitsschuhe. Nur das Käppi auf dem Kopf, das ist allein der Witterung geschuldet und schützt das empfindliche Haupt vor Sonnenbrand.

„Bei dieser Wetterlage versuchen wir auch, unsere Arbeitszeiten flexibel anzupassen“, sagt Karl-Heinz Necker. Sprich: Morgens geht‘s eine Stunde früher los, nachmittags wird deshalb auch eher der Feierabend eingeläutet. „Ich kann und will nicht riskieren, dass mir meine Leute hin der Hitze umkippen“, unterstreicht der Polier. Denn nicht alles kann durch Maschinen erledigt werden, ein großer Teil ist auch an Handarbeit angesagt. Da, wo die Baggerschaufel nicht mehr hinkommt, muss halt die Schüppe ran. Und die Absperrgitter werden ebenso mit Muskelkraft verschoben.

„Aber wir haben selten eine Baustelle erlebt, an der es so nette Anwohner gibt, wie hier“, sind die „Jungs vom Tiefbau“ voll des Lobes. „Irgendjemand kommt immer mal raus und bringt uns ein Eis. Oder kalte Getränke, mitunter auch Kaffee“, sind die Männer sehr dankbar über diesen besonderen Service. „Das haben wir anderswo noch nicht erlebt“, geben die Mitarbeiter ganz offen zu.

Und frei nach dem Motto „eine Hand wäscht die andere“ würden sie natürlich helfen, wenn die Mülltonne zum befestigten Teil der Straße gerollt werden müsse. Oder mit anpacken, wenn die Einkäufe vom weiter entfernt geparkten Auto bis zur Haustür gebracht werden müssten. „Das ist doch selbstverständlich und Ehrensache.“

Frank Timmermeester, Techniker im Metelener Tiefbauamt, „zieht ebenfalls den Hut vor den Kanalbauern, die bei dieser Hitze schon einiges aushalten müssen.“ Die Kanalbauarbeiten seien im ersten Bauabschnitt inzwischen fast fertiggestellt. Die Versorgungsleitungen von den Stadtwerken sowie von Westnetz (Gas und Strom) wurden in diesem Zuge erneuert. Die Telekom, so Timmermeester, hätte zwar keine neuen Leitungen gelegt, sondern die alten belassen, dafür aber zusätzliche Leerrohre verlegt.

Noch in dieser Woche soll nun Schotter eingebracht und die Frostschutzschicht hergestellt werden. „Anschließend können wir dann die Borde setzen und die Pflasterung verlegen“, so Timmermeester: „Alles in allem liegen wir sehr gut im Zeitplan.“

Der zweite Bauabschnitt an der Gronauer Straße – er reicht bis hin zur Stauffenbergstraße – soll mit den Kanalbauarbeiten laut Vorgabe bis Ende August abgeschlossen sein.



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