Mi., 08.08.2018

Nachlöscharbeiten in der Metelener Heide Glutnester erweisen sich als zäh

Teils bis an den Grenzen der physischen Belastbarkeit gingen die Feuerwehr-Einsatzkräfte bei der Bekämpfung des Waldbrandes in der Metelener Heide. Nicht nur Lösch-, sondern auch Trinkwasser wurde reichlich verbraucht.

Teils bis an den Grenzen der physischen Belastbarkeit gingen die Feuerwehr-Einsatzkräfte bei der Bekämpfung des Waldbrandes in der Metelener Heide. Nicht nur Lösch-, sondern auch Trinkwasser wurde reichlich verbraucht. Foto: Ralph Schippers

Burgsteinfurt - 

Nach Einschätzung der Feuerwehr war es der bislang größte Waldbrand kreisweit in diesem Jahr – und er beschäftigte die Kameraden auch am Mittwoch noch weiter: Weil sich in dem torfigen Boden noch immer Glutnester befanden, musste der Löschzug Burgsteinfurt am Morgen nochmals in die Heide ausrücken.

Von Ralph Schippers

Nach Einschätzung der Feuerwehr war es der bislang größte Waldbrand kreisweit in diesem Jahr – und er beschäftigte die Kameraden auch am Mittwoch noch weiter: Weil sich in dem torfigen Boden noch immer Glutnester befanden, musste der Löschzug Burgsteinfurt am Morgen nochmals in die Heide ausrücken. „Mit einem Löschwagen und mehreren Kameraden haben wir nochmals über rund zwei Stunden nachgelöscht“, berichtet Einsatzleiter Jörg Stock. Olaf Hoffmann, Revierförster der Fürst zu Bentheimschen Domänenkammer, hatte die Wehr zur Hilfe gerufen, nachdem er das weiter glimmende Feuer bemerkt hatte.

„Aufgrund der Bodenbeschaffenheit ist das Feuer tief in den Boden gezogen“, sagte Stock im Gespräch mit dieser Zeitung. Das Problem: Oberflächlich sehe es so aus, als ob der Brand gelöscht sei. Doch im Boden glimme es weiter. „Es frisst sich weiter vor und kann an ganz anderer Stelle wieder hervortreten“, beschreibt Stock die Problematik. Man habe unterirdische Hotspots mit Temperaturen von rund 300 Grad festgestellt.

Personell war der Brandeinsatz in der Heide einer der größten der jüngeren Zeit: Neben den beiden Löschzügen Steinfurt kämpften Kameraden aus Metelen, Ochtrup und Wettringen, später auch aus Neuenkirchen und Horstmar gegen die Flammen an. Nach Polizeiangaben waren fast 100 Brandschützer im Einsatz.

Da das Wasser, welches von den Tanklöschfahrzeugen im Pendelverkehr zur Einsatzstelle gebracht wurde, nur bedingt ausreichte, unterstützten Landwirte und Unternehmer der Umgebung mit Güllefässern und Tankwagen die Löscharbeiten. Dazu wurde eigens eine Wasserentnahmestelle am Kieferngrundsee eingerichtet. Insgesamt wurde am Dienstag rund 500 000 Liter Wasser eingesetzt, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Großes Lob hatte Stock für die engagierte Unterstützung sowohl von Seiten der benachbarten Wehren als auch von Privaten parat. Die Herausforderung sei ansonsten kaum zu meistern gewesen, zumal parallel ein weiterer Einsatz im Gewerbegebiet Sonnenschein abzuarbeiten war. Dort war es beim Vliesstoff-Hersteller Georgia Pacific zu einem Brand aufgrund eines technischen Defekts in der Elektrounterverteilung gekommen.

Glücklicher Umstand war es, dass das Feuer in der Heide relativ schnell bemerkt worden war. Ein Radfahrer auf dem nahen Bahnradweg hatte die Qualmentwicklung am frühen Dienstagnachmittag bemerkt und Alarm geschlagen.

Zur Ursache des Waldbrandes sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch, dass es keine Hinweise auf Fremdverschulden gebe. Die Beamten gehen von Selbstentzündung aus. Zur Schadenshöhe wurden keine weiteren Angaben gemacht.



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