Mo., 13.08.2018

Graffiti-Aktion beim Ferienspaß Farbe für triste Stromkästen

Mit Sprühdose und Fantasie soll es den tristen Stromkästen in Metelen bei einem Graffiti-Workshop an den öden Kragen gehen.

Mit Sprühdose und Fantasie soll es den tristen Stromkästen in Metelen bei einem Graffiti-Workshop an den öden Kragen gehen. Foto: Fahlbusch

Metelen - 

Bei einem Graffiti-Workshop nehmen sich die jungen Teilnehmer der Ferienspaßaktion jetzt die bislang noch tristen Stromverteilerkästen im Ort vor. Diese sollen unter Anleitung von Profi-Sprayer Chris Helmig mit viel Farbe aus Sprühdosen verschönert werden. Am ersten Tag des Workshops sammelten die Mädchen und Jungen erst einmal Ideen zu Gestaltung.

Von Martin Fahlbusch

Der Strom in Metelen wird bunt – jedenfalls wenn es nach den 16 Mädchen und Jungen geht, die sich am Montagmorgen in der KIM-Kulturetage im Ferienspaßprogramm trafen. Die wollen nämlich zusammen mit dem „Profi-Sprayer“ Chris Helmig von der Pigmentschmiede den grauen Stromkästen in Metelen in den nächsten Tagen eine künstlerisch sinnvolle Farbdusche mit den Ergebnissen ihres Graffiti-Workshops verpassen.

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Wir haben die Erlaubnis, die zu verschönern und tun also nichts Illegales.

Chris Helmig

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„Streng genommen sind das ja keine Stromkästen, sondern nur Stromkabelverteilungskästen; aber Hauptsache die werden richtig ansehnlich“, freute sich Innogy-Mitarbeiterin Ingrid Meering, die auch in der Kulturetage vorbeischaute. Deren Firma, eine Tochtergesellschaft des Strom-Unternehmens RWE, gehören nämlich diese Kästen.

Video-Einführung

„Wir haben die Erlaubnis, die zu verschönern und tun also nichts Illegales“, betonte Chris Helmig, der in einem kleinen Video vorführte, dass sich die sogenannte Graffiti-Bewegung bei ihren vermeintlichen Verschönerungsaktionen nicht immer an die Ordnung hielt und hät. Die Metelener Nachwuchskünstler bekamen in dieser Video-Einführung eine Menge Informationen über die lange Geschichte dieser künstlerischen Ausdrucksform, die mit den Spraydosen ab den 1950er-Jahren noch einmal einen heftigen Schub bekam.

Säubern und Abschmirgeln

Danach ging es darum, gemeinsam zu überlegen, was für Begrifflichkeiten und Bilder im Zusammenhang mit Strom stehen könnten. Nach dieser Stoffsammlung ging es dann in Zweier- beziehungsweise Dreiergruppen, die sich später sieben dieser Stromkabelverteilerkästen in Metelen vornehmen werden, anhand von Zeitschriften, Bildern und Vorlagen Ideen für die Gestaltung zu entwickeln. In richtige Handarbeit wird das „Kastenmalen“ auch noch ausarten, erzählte Antje Schmies-Hoffmann von der Kulturinitiative. So müssen die Kästen – teilweise mit Eisenbürsten gesäubert – und dann abgeschmirgelt werden. Anschließend bekommen sie eine weiße Grundierung, die als Leinwand für die Workshop-Kunstwerke dienen soll. Ist alles nach den vorgefertigten Ideen aufgesprüht, soll ein Klarlack helfen, die Kunstwerke möglichst lange der Nachwelt zu erhalten. Am Freitag kommt die gesamte Gruppe wieder zusammen, um die einzelnen Farbkästen zu begutachten und ein Fazit des Graffiti-Workshops zu ziehen. Die Nachwuchs­künstler haben sich also für diese Woche viel vorgenommen, damit der Strom in Metelen demnächst schön bunt wird.



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