Fr., 17.08.2018

Christian Gieczinski ist seit gut einem Jahr Bezirksbeamter in Metelen Offenes Ohr für die Bürger

Während seiner Dienstzeit übernimmt der Metelener Bezirksbeamte Christian Gieczinski auch das Registrieren von Fahrrädern.

Während seiner Dienstzeit übernimmt der Metelener Bezirksbeamte Christian Gieczinski auch das Registrieren von Fahrrädern. Foto: Marion Fenner

Metelen - 

Wer Christian Gieczinski „Dorfsheriff“ nennt, macht nichts falsch. Der Bezirksbeamte hat vor gut einem Jahr sein Büro im Rathaus bezogen und sieht seine Aufgabe vor allem darin, „Freund und Helfer“ für die Bürger zu sein. Im Metelen fühlt er sich sehr wohl, die Kriminalität in dem Dorf ist überschaubar. So hat er Zeit auch präventiv tätig zu sein.

Von Marion Fenner

„Die Polizei, Dein Freund und Helfer“ – ein Werbespruch, der für Metelens Bezirksbeamten Christian Gieczinski keine hohle Phrase ist, sondern einer, den er täglich lebt. „Ich bin für die Bürger da und will ihnen mit Rat und Tat zu Seite stehen“, sagt er.

Seit gut einem Jahr ist Gieczinski der „Dorfsheriff“ für Metelen. Eine Bezeichnung, die er nicht übel nimmt, sondern die er sogar gern für sich in Anspruch nimmt. „Ich freue mich, wenn mich die Leute kennen und das Gespräch mit mir suchen“, sagt er.

Offene Sprechstunden

Sein Büro hat der Bezirksbeamte im Rathaus. Nicht groß, aber für ein vertrauliches Gespräch reicht es. Ansonsten steht die Tür immer offen. „Ich biete zwei Mal in der Woche offene Sprechstunden an, dienstags von 11 bis 12 Uhr und donnerstags von 15 bis 16 Uhr“, sagt der Polizist. „Im Übrigen bin ich telefonisch erreichbar und fast täglich vor Ort.“

Zur Sprechstunde kämen die Menschen mit ganz verschiedenen Anliegen, berichtet Gieczinski. Für alle hat er ein offenes Ohr. Er nehme dann Anzeigen auf, oft wegen Fahrraddiebstählen. In jüngster Vergangenheit werden immer mehr Betrügereien im Internet gemeldet. Aber auch kleine Sachbeschädigungen oder Konflikte mit Nachbarn gehörten zum Alltagsgeschäft.

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Ich kann nur jedem Radbesitzer empfehlen, sein Fahrrad polizeilich registrieren zu lassen.

Christian Gieczinski

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Insgesamt gehe es jedoch recht friedlich zu in Metelen, hat Gieczinski in seinem ersten Jahr festgestellt. Der Raubüberfall in der vergangenen Woche sei schon eine Ausnahme gewesen. Er selbst sei entsetzt gewesen über den ungewöhnlich brutalen Vorfall.

Einbrüche, wie der in die Schule, die kommen hin und wieder vor. Auch Privathaushalte seien davor nicht geschützt. Bei seinen Streifengängen hat Gieczinski dieses Problem immer mit im Blick. „Ich weise Haus- oder Wohnungsbesitzer gelegentlich auf Schwachstellen, die für Einbrecher geradezu einladend sind, auch schon einmal hin“, erklärt der Bezirksbeamte. Dazu gebe es von der Polizei auch Beratungen zur Einbruchssicherung.

Fahrraddiebstählen vorzubeugen, ist ebenfalls ein Anliegen des Beamten. „Ich kann nur jedem Radbesitzer empfehlen, sein Fahrrad polizeilich registrieren zu lassen.“ Dafür könnten Bürger auch zur Sprechstunde kommen. „Wenn die Registrierung auch nicht vor Diebstahl schützt, so besteht dennoch eine größere Chance, ein gestohlenes Rad wiederzubekommen“, sagt Gieczinski. Wenn er unterwegs sei und eine Person auf einem nicht zu ihm passenden Rad entdecke, frage er schon einmal nach, ob es sich wirklich um den rechtmäßigen Besitzer handele. So habe er schon den einen oder anderen Raddiebstahl aufklären können.

Radfahrtraining

Eine weitere Herzensangelegenheit von Gieczinski ist die präventive Arbeit. Dazu gehöre die Schulwegsicherung sowie das Radfahrtraining mit Kindern. Auch für Menschen mit Behinderungen biete er Begehungen an, um ihnen zu zeigen, wie und wo sie welchen Weg im Straßenverkehr am besten meistern.

Gieczinski hat vor seiner Tätigkeit in Metelen in Rheine gearbeitet. „Dort habe ich fast alles an Kriminalität miterlebt, was es gibt.“ Er sei froh, nun diesen Aufgabenbereich übernommen zu haben. Es sei selbstverständlich, dass er darauf achte, dass sich die Bürger in Metelen an Recht und Gesetz halten, aber hier im Dorf habe er zusätzlich Zeit für die Menschen und müsse nicht nur repressiv tätig sein. In Metelen könne er wirklich auch „Freund und Helfer“ sein.



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