Do., 30.08.2018

Ludolf gegen Ludolf Juristische Spiegelfechterei: Sieben Minuten im Sitzungssaal

Die drei streitenden Brüder Uwe, Manfred und Peter Ludolf (v.l.) beim Prozessauftakt im April diesen Jahres. Am Donnerstag ließ sich Peter Ludolf durch seinen Anwalt vertreten.

Die drei streitenden Brüder Uwe, Manfred und Peter Ludolf (v.l.) beim Prozessauftakt im April diesen Jahres. Am Donnerstag ließ sich Peter Ludolf durch seinen Anwalt vertreten. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Metelen - 

Der zweite Tag im Zivilverfahren der TV-bekannten Schrottplatzbrüder Ludolf brachte keine Erkenntnisse über die Zulässigkeit der gegenseitigen Geldforderungen. Statt dessen wurde nur eine juristische Formalie entschieden.

Von Dieter Huge sive Huwe

Der Sitzungssaal 7 des Landgerichts war vorsichtshalber freigehalten worden für den Verhandlungstermin. Ein größeres Zuschauerinteresse war in dem Zivilstreit angenommen worden. Doch nur eine Handvoll Interessierter verfolgten Tag zwei in der Streitsache „Ludolf gegen Ludolf“.

Und diese – blickt man auf die Verhandlung am Donnerstagmittag – wurden enttäuscht. Der von seinen Brüdern beklagte einstige Schrottplatz-TV-Star Peter Ludolf war gar nicht erst erschienen, sondern ließ sich von seinem Anwalt Jürgen Brandstätter vertreten. Und der Termin brachte auch keine neuen Erkenntnisse über den Zwist der republikweit bekannten Schrottplatz-Brüder.

Juristische Formalien

Mit einem juristischen Nebenschauplatz beschäftigte sich die Richterin der Zivilkammer – mit einem Antrag, den Peter Ludolfs Rechtsbeistand zum Auftakt des Zivilverfahrens gestellt hatte. Es ging um die Zulässigkeit einer so genannten „isolierten Drittwiderklage“ und damit verbunden letztlich auch um den Gerichtsstand in dem Streit.

„Unzulässig“ lautete das Urteil der Richterin zu diesem Aspekt des Verfahrens. Sie führte aus, dass die Begründung des Anwalts von Peter Ludolf „nicht ausreichend“ gewesen sei. Und sie machte deutlich, dass, wenn um Geldschulden gestritten werde, der Wohnort des Schuldners maßgeblich ist.

Fotostrecke: Die Ludolfs vor Gericht

Noch ist nichts entschieden

Denn um das liebe Geld streiten sich die drei Brüder, erheben gegenseitig Forderungen im jeweils fünfstelligen Bereich. Hierüber befand die Richterin allerdings nicht.

„Es geht hier ausschließlich um die Zulässigkeit der isolierten Drittwiderklage“, machte sie deutlich, dass in der eigentlichen Sache noch nichts entschieden ist.

220 Kilometer für sieben Minuten

Darüber wird erst im kommenden Jahr weiterverhandel. Dann werden auch die drei Brüder wieder vereint sein – auf den Bänken des Gerichtssaals. Am Donnerstag waren nur Uwe und Manfred Ludolf sowie deren Anwältinnen angereist. „220 Kilometer“, wie Manni Ludolf kommentierte. 220 Kilometer für einen Prozesstermin, der exakt sieben Minuten dauerte.

Und die fünf Zuschauer im Saal? Die erlebten immerhin einen der seltenen Momente mit, in denen Manni Ludolf barhäuptig zu sehen war. Sein feixender Kommentar, verbunden mit dem gewohnt charmanten Augenaufschlag Richtung Richtertisch lautete: „Meine Mütze nehme ich nur bei zwei Gelegenheiten ab: in der Kirche und im Gericht.“



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