Sa., 01.09.2018

Verzögerungen beim Bau am Freistein Neue Schule erst nach Weihnachten

Im Bereich der Mensaküche sind die Handwerker derzeit besonders gefordert. Bis zum exakt festgelegten Stichtag für den Einbau der Geräte muss alles vorbereitet sein.

Im Bereich der Mensaküche sind die Handwerker derzeit besonders gefordert. Bis zum exakt festgelegten Stichtag für den Einbau der Geräte muss alles vorbereitet sein. Foto: e

Metelen - 

Der Umzug der St.-Vitus-Grundschule von der Schulstraße an den neuen Standort in den Herbstferien ist nicht zu halten. Material-Engpässe und Terminprobleme einzelner Handwerker führen zu der erneuten Verzögerung des Schulstarts in dem Neubau. Erster Schultag am Freistein soll nun am 7. Januar 2019 sein. Einen Monat zuvor, am 7. Dezember, werde der Bau bereits offiziell eingeweiht, heißt es im Rathaus.

Von Dieter Huge sive Huwe

Ja, sie wird fertig. Pünktlich zu den Herbstferien. „Wir fangen in zwei Wochen an“, heißt es bei Straßen.NRW. Dann rücken Arbeiter an, um die Fußgängerampel an der Schöppingener Straße aufzubauen. Etwa zwei Wochen brauchen die Experten der Firma Siemens, dann funktioniert die Querungshilfe, die vor allem für die Schulkinder auf ihrem Weg zum neuen Standort der St.-Vitus-Grundschule gedacht ist. Denn nach den Herbstferien sollten die Mädchen und Jungen erstmals das neue Gebäude nutzen. Doch daraus wird nichts.

Warum, das zeigt ein Besuch der Baustelle der Schule am Freistein. Vieles ist hier schon fertig, doch fehlen eben auch noch wichtige Komponenten. Architekt Karlo Tewes, der viel Zeit im Neubau verbringt, um die Handwerker zu koordinieren, gibt Erklärungen: „Es kommt immer wieder zu Verzögerungen bei den Gewerken, doch diese müssen in einer bestimmten Abfolge laufen. Kann ein Betrieb nicht rechtzeitig auf der Baustelle sein, verschiebt sich das Vorhaben.“ Und das ist offenbar nicht nur einmal passiert.

Hinzu kämen Lieferschwierigkeiten bei Komponenten wie etwa den Deckenlampen. „Die haben wir schon vor Monaten bestellt, aber sie sind immer noch nicht da“, klagt der Architekt, der den allgemeinen Bauboom und die mittlerweile nur noch marginale Lagerhaltung bei den Lieferanten für derartige Probleme verantwortlich macht.

Am Beispiel der Mensaküche veranschaulicht Tewes die Schwierigkeiten. „Diese kann nur an exakt einem Tag angeliefert und aufgebaut werden. Ist dieser Termin nicht zu halten, würde sich der Aufbau ins kommende Jahr verschieben“, berichtet der Architekt. Um aber alles vorzubereiten – von den Fliesen bis zur Klimatechnik – müssen Handwerker aus anderen Räumen abgezogen und im Mensa- und Küchenbereich eingesetzt werden. Ein großes Schachspiel, auf dem Tewes die Figuren hin und her schiebt – dieser Vergleich bringt den Ist-Zustand auf der Baustelle vielleicht auf den Punkt. Und es hakt immer dann, wenn eine der Figuren nicht mitspielen will oder kann.

Dass der ursprünglich für den Sommer avisierte Umzugstermin nicht zu halten war, deutete sich bereits im Frühjahr an. Doch jetzt kippte auch der Herbst-Termin. Ein Grund – neben den beschriebenen Schwierigkeiten – ist laut Tewes auch der Umstand, dass das Gebäude von den Aufsichtsbehörden, von Sachverständigen und vom TÜV abgenommen werden muss. „Das geht vom Aufzug bis zum Brandschutz“, erläutert der Planer. Und mit einer Fertigstellung nach der Hau-Ruck-Methode zu riskieren, dass die Experten den behördlichen Segen nicht erteilen, will Tewes natürlich auch nicht.

Beim Gang durch die Baustelle wird aber auch deutlich, dass der Innenausbau bereits merkliche Fortschritte gemacht hat. Der Aufzug ist montiert, die Anschlüsse für Elektro, Heizung und Digitaltechnik stehen, die abgehängten Decken sind vorbereitet, Elektro-Installationen in den Klassenräumen weitgehend abgeschlossen. Doch noch fehlen Steckdosen, Waschbecken, die Fußböden, Deckenelemente. Bis zu den Herbstferien sei das nicht zu schaffen, erläutert der Architekt.

Als absehbar war, dass der Umzugstermin im Oktober nicht zu halten war, hätten sich Vertreter der Gemeinde, der Schule und die Planer zusammengesetzt. Sie verständigten sich auf einen neuen Termin.

Kämmerer und Bürgermeister-Stellvertreter Andreas Möllers erläuterte auf Anfrage dieser Zeitung, dass der offizielle Termin für die Eröffnung der neuen Schule der 7. Dezember (Freitag) sein wird. Was aber nicht heißt, dass die Grundschüler am darauf folgenden Montag den neuen Schulweg nehmen müssen.

„Wir werden die Zeit bis zum Beginn der Winterferien nutzen, um einen schleichenden Umzug durchzuführen“, erklärte Möllers und sprach damit die vergleichsweise wenigen Dinge an, die vom bisherigen Standort an der Schulstraße zum Freistein hinüber geschafft werden müssen. Die neue Grundschule bekommt nämlich komplett neues Mobiliar und nagelneue, digitale Tafeln.

Auf den Weg zu ihrer neuen Schule müssen sich die Mädchen und Jungen also erst nach dem Ende der Winterferien machen. Der erste Schultag im neuen Jahr soll zugleich der erste Tag sein, an dem der Neubau mit Leben erfüllt sein wird.



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