Do., 11.10.2018

Klimapreis für Kita-Garten Mit kleinen Riesen in die Rabatten

Mats und Theo (l.) harken das Beet im kleinen Gemüsegarten der Kita St. Marien. Sie kümmern sich, wie alle Riesen-Kinder des Kindergartens, um die Fläche.

Mats und Theo (l.) harken das Beet im kleinen Gemüsegarten der Kita St. Marien. Sie kümmern sich, wie alle Riesen-Kinder des Kindergartens, um die Fläche. Foto: Huge sive Huwe

Metelen - 

Der kleine Garten hat zwar nur wenige Quadratmeter, aber für die angehenden Schulkinder der Kita St. Marien bietet er viele Lernmöglichkeiten. Diese Mädchen und Jungen, die in der Kita „Riesen“ heißen, kümmern sich um die Parzelle, säen, gießen und ernten dort Gemüse, das sich auch als Zutat in den Salaten der Kita-Küche wiederfindet. Die Aktion wurde mit dem Klimaschutzpreis ausgezeichnet.

Von Dieter Huge sive Huwe

„Probier mal, wie der riecht!“ Mats, gerade sechs Jahre alt geworden, freut sich, dass er auch jetzt im Herbst noch einen Schnittlauch-Stängel in dem kleinen Garten der Kita St. Marien gefunden hat. Gemeinsam mit Theo und Diogenis harkt er das kleine Beet. „Da könnte man gleich einsäen“, sagt Theo, weiß aber, dass er damit noch bis zum Frühjahr warten muss.

Die drei Jungen sind Riesen, diejenigen im Kindergarten, die im nächsten Jahr zur Schule gehen werden. Insgesamt 13 Riesen wechseln sich bei der Betreuung des kleinen umfriedeten Beetes ab, das vor dem Kindergarten angelegt wurde.

„Hinter dem Haus war einfach zu wenig Platz“, erklärt Mareen Heying. Die Pädagogin hat das Gartenprojekt, das es seit März gibt, den Sommer über betreut, berichtet über den Hintergrund der Neuerung in der Kita, für die es kürzlich auch den Klimaschutzpreis der Gemeinde und des Energieversorgers Innogy gab.

„Unser Gemüsebeet ist Teil der Arbeit mit den älteren Kindern. Sie lernen den Kreislauf im Garten kennen, pflanzen selber, pflegen ihn und ernten schließlich, was sie angebaut haben. Das Gemüse findet anschließend auch noch Eingang in der Kita-Küche, etwa in den Salaten, die wir selber zubereiten.“ Das Projekt solle überdies die Kinder an einen nachhaltigen Lebensstil her­anführen. Ein wichtiges Element sei auch, dass die Mädchen und Jungen lernen Verantwortung zu übernehmen für ihren kleinen Gemüsegarten. Kohlrabi, Schnittlauch, Karotten, Zwiebeln, Radieschen sowie Zitronenmelisse – der kleine Garten brachte viele unterschiedliche Gemüse hervor. Und dazu leckere Erdbeeren.

Diogenis weiß, warum die kleinen Beerensträucher auch jetzt, nach der Ernte, noch im Garten zu sehen sind: „Die kommen doch im nächsten Jahr wieder.“ Spricht´s, schnappt sich die kleine, grüne Gießkanne und sorgt dafür, dass die Pflänzchen in der Herbstsonne nicht austrocknen.

Die Riesen haben ihren Garten eben im Blick, schon morgens, wenn sie an ihm vor­bei in die Kita gehen. Und spätestens bei der Zubereitung der schmackhaften Salate für das Mittagessen erinnern sich die Mädchen und Jungen daran, dass das Gemüse eben nicht aus dem Supermarkt kommt, sondern irgendwann einmal in einem Garten oder auf einem Acker gewachsen ist.



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