Fr., 12.10.2018

Schnelle Hilfe bei Stürzen Sturzmanagement: Im Fall des Fallens

Hilflosen Menschen nach einem Sturz wieder auf die Beine helfen ist das Ziel eines Modellprojekts, das auch in Metelen durchgeführt wird.

Hilflosen Menschen nach einem Sturz wieder auf die Beine helfen ist das Ziel eines Modellprojekts, das auch in Metelen durchgeführt wird.

Metelen - 

Mit Blick auf die demografische Entwicklung auch in Metelen ist jetzt ein Modellprojekt gestartet worden, das schnelle Hilfe verspricht, wenn Menschen stürzen. „Sturzmanagement“ hat die Fachhochschule Münster, die das Programm begleitet, ihr Vorhaben betitelt. Es will helfende Menschen und diejenigen, die ein hohes Sturzrisiko haben, zusammenbringen. Im Notfall wird mit dem Handy Hilfe geholt.

Von Dieter Huge sive Huwe

Die alte Dame ist nicht mehr so ganz sicher auf den Beinen, lebt aber noch in der eigenen Wohnung. Der Läufer zwischen dem Flur und dem Wohnzimmer hat sich an den Ecken schon ein wenig hochgebogen, aber hängt die Frau an dem guten Stück. Doch an diesem Tag achtet sie nicht auf die Stolperfalle, fällt hin und kann nicht mehr alleine aufstehen.

Es ist ein Szenario, das viele Senioren, aber auch beispielsweise Menschen, die an Epilepsie leiden, umtreibt: Hilflos in der Wohnung oder auch im Garten des Hauses liegen und nicht wieder aufstehen zu können. Dienstleister bieten Hausnotruf-Systeme an, doch die Gemeinde Metelen will nun gemeinsam mit der Fachhochschule (FH) Münster einen neuen Weg beschreiten.

„Wir wollen Menschen miteinander in Kontakt bringen – Menschen, die potenziell von Stürzen betroffen sein könnten und Menschen aus dem Ort, die ihnen helfen können“, erläuterte jetzt Britta Magers. Sie ist diplomierte Pflegepädagogin und betreut gemeinsam mit Kerstin Wippermann am Fachbereich Gesundheit der FH das Projekt.

Hörstel, Horstmar und jetzt Metelen sind die Modellkommunen, in denen das „Sturzmanagement“ umgesetzt werden soll. Hinter dem etwas sperrigen Begriff, der für das Forschungsvorhaben der FH ausgewählt wurde, steckt die Idee, Nothelfer im Ort zu finden, die gestürzten Menschen ganz praktisch wieder auf die Beine helfen.

Das können fitte Senioren in der Nachbarschaft sein, aber auch aktive junge Menschen und Jugendliche, die sich engagieren möchten – kurz: Metelener, die Metelenern helfen wollen. Zwei Voraussetzungen sind für das Projekt unerlässlich, das wurde in der Präsentation deutlich: Zum einen müssen die Menschen sich kennen, und zum anderem müssen die Helfer erfahren, wann sie aktiv werden müssen.

Moderne Technik soll dabei eingesetzt werden. „Es gibt Systeme, die mit Sensoren erkennen, wenn ein Mensch fällt und dies über das Smartphone automatisch melden“, erläutert Projektleiterin Britta Magers. Diese automatische Info bekommt der Helfer aufs eigene Handy und kann sich um den Gestürzten kümmern. Dass es noch eine ganze Reihe offener Fragen gibt, wie beispielsweise die nach der verschlossenen Tür, hinter der sich die gestürzte Person befindet, verhehlte Magers nicht. Die Fachhochschule arbeite hier gezielt – auch unter Berücksichtigung rechtlicher Fragen.

Die technische Ausrüstung potenzieller Sturzopfer ist aber nur eine Seite. Mindestens ebenso wichtig ist der Kontakt zwischen ihnen und den Menschen, die sich im Fall des Fallens um sie kümmern. Dafür sollen in Metelen Kennenlern-Zirkel entstehen, ein Beziehungsnetzwerk geknüpft werden, denn nicht immer ist die Ansprechperson ja auch vor Ort. Dieser Bürgerdialog soll im Februar oder März stattfinden. Vorher wird das Projekt Interessierten und auch den Vereinen erläutert.

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Die Fachhochschule wird überdies das „Sturzmanagement“-Projekt während des Fettmarkts in einem Info-Pavillon vorstellen. Er wird auf dem Sendplatz aufgebaut.



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