Ackerbürgerhaus-Film
7000 Arbeitsstunden fürs Schmuckstück

Metelen -

Das Ackerbürgerhaus ist die gemütliche Stube Metelens und der Ort, an dem die Heimatfreunde gerne zusammenkommen. So auch bei einem Filmabend, an dem eine Dokumentation über die Sanierung des Hauses gezeigt wurde.

Sonntag, 04.11.2018, 12:44 Uhr
Metelens Heimatfreunde verfolgten interessiert den Dokumentarfilm über die Sanierung des Ackerbürgerhauses.
Metelens Heimatfreunde verfolgten interessiert den Dokumentarfilm über die Sanierung des Ackerbürgerhauses. Foto: Dorothee Zimmer

Wer heute das Haus am Mühlentor 11 betritt, den empfängt eine gemütliche Stube. Sie ist unter anderem ausgestattet mit elektrischem Licht, moderner Heizung und einer Leinwand, die sich auf Knopfdruck automatisch und geräuschlos aus der Befestigung unter der Decke löst. Dieses Ackerbürgerhaus hat auch andere Zeiten erlebt: Hier wohnten ohne jeglichen Komfort einst Familien mit zumeist großer Kinderschar gemeinsam mit dem Vieh unter einem Dach, was für Verhältnisse etwa im 18. und 19. Jahrhundert nicht weiter ungewöhnlich war.

Vor 22 Jahren kaufte der Heimatverein das am Rande des Verfalls stehende Häuschen, verwandelte es in rund zwei Jahren Bauzeit in ein Schmuckstück und gab ihm den Namen des großen Förderers Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Tietmeyer. Zum 20. Mal jährte sich in dieser Woche die Fertigstellung, und aus diesem Anlass zeigte der Heimatverein einen von Heimatfreund Hans Köning gedrehten Film, der die Arbeiten vom Anfang bis zum Ende dokumentiert.

In seiner Begrüßung skizzierte Bernhard Iking die Chronik des Hauses. Der Vorsitzende hob zudem das Engagement vieler Helfer hervor: „Nach den Aufzeichnungen haben 108 Heimatfreunde mehr als 7000 unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet.“ Neben dem Verlauf der umfangreichen Arbeiten wurde in dem Film vielfach auch die Erinnerung an mehrere Frauen und Männer belebt, die seinerzeit am Wiederaufbau mitwirkten und zwischenzeitlich verstorben sind.

Paul Mensing war einer der Besucher der Filmvorführung. Der heutige Ehrenvorsitzende stand seinerzeit dem Heimatverein vor und hielt anlässlich der Grundsteinlegung eine im Film aufgezeichnete Rede. Er spricht dort unter anderem von einer „schweren Aufgabe“, die man sich gestellt habe und von „mancher Überraschung hinsichtlich der Bausubstanz“. In der Hand hält er eine Kartusche, und er fragt die Umstehenden: „Sollen wir mal dringucken?“ In ihr stecken unter anderem ein Zehn-DM-Schein und mehrere Pfennigmünzen, eine Tageszeitung vom 12. August 1997, das Jahresprogramm des Heimatvereins von 96/97, Baupläne und eine Urkunde im Rahmen der Restauration. Hermann Tillack sen. mauerte im Anschluss den Behälter ein. An jener Stelle werde die Kartusche wohl für mehrere hundert Jahre bleiben, vermutet Mensing noch.

Dem Heimatverein ist die Erhaltung eines Ackerbürgerhauses geglückt, bei dem es sich laut einer Einschätzung der Unteren Denkmalbehörde vom November 1996 „um ein für Metelen bis in die jüngste Vergangenheit typisches Gebäude der handwerklich-landwirtschaftlich tätigen mittleren Bürgerschicht handelt“. Es sei das letzte in weitgehender Vollständigkeit erhaltene Gebäude in Innerortslage in Fachwerkweise.

Zur heutigen Verwendung sagte Iking: „Es ist ein Ort der Begegnung und wird für Zwecke kultureller, brauchtumspflegerischer und heimatkundlicher Betätigung genutzt.“

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