Do., 08.11.2018

Kulturetage: Sabines Swobodas zweite Ausstellung Palast der Erinnerungen an Indien

Sabine Swobodas Kartonagen-Installation präsentiert sich raumgreifend in der Ausstellung.

Sabine Swobodas Kartonagen-Installation präsentiert sich raumgreifend in der Ausstellung. Foto: Sabine Sitte

Metelen - 

Eine zweite Ausstellung „Nach Indien“ präsentiert die Ochtruper Künstlerin Sabine Swoboda in der Kulturetage. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema der Überlagerung und Vielschichtigkeit durch ihre Arbeit.

Von Sabine Sitte

In Indien leben etwa 1,4 Milliarden Einwohner auf über drei Millionen Quadratkilometern Fläche. Das asiatische Land ist neun Mal größer als Deutschland. Da wundert es nicht, dass Sabine Swoboda in der Kulturetage eine zweite Ausstellung „Nach Indien“ präsentiert. Die Ochtruper Künstlerin ist nicht nur von den Menschen dort und deren Kultur fasziniert. Es gibt einfach noch so viel Neues zu sehen.

Manchmal ist der Zufall zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Wie Swobodas Entdeckung in einer verborgenen Druckerei irgendwo in Rajastan, auf deren Drucktischen über Jahre die farbenfrohen Muster auf die sechs Meter langen Sari-Stoffbahnen gepresst wurden. Für die Künstlerin waren nicht die Stoffe, sondern das Darunter interessant. Zufällig entstandene Bildkompositionen aus Farbenüberschüssen und Stempelfragmenten auf den Polsterunterlagen. Die Ochtruperin hat sie sich mit ihrer Kunst zu Eigen gemacht: Teilstücke auf Rahmen gezogen, in Schichten übermalt, aber auch Ursprüngliches frei gelassen.

Wie ein roter Faden zieht sich in Swobodas Kunst das Thema der Überlagerung und Vielschichtigkeit durch. Collagen, dreidimensionale Installationen hinter Glas, Videokunst. Fotografien im Foyer der Kulturetage zeigen Ausschnitte indischer Plakate, zerrissen und mehrfach überlappt, die in ihrer Komposition auch wieder eine Fülle an Geschichten erzählen.

Und manchmal auch die eigene: Es ist überliefert, dass der „Palast der Winde“ in Jaipur mit seinen unzähligen Fenstern und Balkonen den Haremsdamen des Maharajas dazu diente, ungesehen das Treiben auf der Straße beobachten zu können. Zwischen den vielen kleinen Fenster verfing sich ein stetiger Wind und so bekam das Gebäude seinen Namen. Weniger pompös und geheimnisvoll, aber dennoch sehr fragil und anmutig anzuschauen ist Sabine Swobodas Kartonagen-Installation, die sich raumgreifend nach allen Richtungen präsentiert. Transportkisten aus derber Pappe für Obst und Gemüse haben eine neue Struktur bekommen: Aus den einstmals glatten Kartonböden lösen sich im spielerischen Scherenschnitt nun tanzende Figuren, Schwimmer mit ausgestreckten Armen, Elefanten, Ornamente und Blütenblätter.

Aufeinander gestapelt und nebeneinander gestellt bilden die Kartons eine spannende Fassade mit überraschendem Schattenwurf auf Boden und Wänden.

Für Sabine Swoboda ist die Installation ein bisschen auch eine Retrospektive auf das eigene künstlerische Schaffen, ihr „Palast der Erinnerungen“. Denn alle Motive finden sich auch wieder in ihren Arbeiten aus früheren Schaffenszeiten bis hin zu den aktuellen Werken.

„Mit-Sinnen“ beendet die Ausstellung

Die Ausstellung wird noch bis zum 24. November (Samstag) zu sehen sein. An diesem Abend laden die Gastgeber Samuel und Clara Beutler um 19 Uhr zu „Mit-Sinnen“ ein und betrachten gemeinsam mit den Gästen ein schönes Stück Indien. Die Öffnungszeiten der Kulturetage: montags und mittwochs, jeweils von 16 bis 19 Uhr.



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