Martinsspiel vor der Stiftskirche
Mantelteilung – und Zorro schaut zu

Metelen -

Bunte Laternen, gespannte Kindergesichter, ein Bettler auf einem Strohballen und St. Martin, der den Mantel teilt. So weit

Dienstag, 13.11.2018, 06:00 Uhr
Mit bunten, vielfach selbst gebastelten Laternen waren die Kinder zum Platz vor der Kirche gezogen, wo sie gespannt das Martinsspiel verfolgten.
Mit bunten, vielfach selbst gebastelten Laternen waren die Kinder zum Platz vor der Kirche gezogen, wo sie gespannt das Martinsspiel verfolgten. Foto: Dorothee Zimmers

Von Kinderhänden getragen, verwandelten am Sonntagabend viele Laternen den Kirchplatz für eine kurze Weile in ein buntes Lichtermeer. Pastor Thomas Stapper betrachtete das farbenfrohe Bild mit Wohlgefallen. Zum Auftakt des in diesem Jahr von der DRK-Kita vorbereiteten Schauspiels vom Heiligen Martin freute er sich: „Die Laternen leuchten in der Dunkelheit, das sieht wunderschön aus.“

Joline Ziemolag saß als Bettler verkleidet bereits beim Eintreffen der zahlreichen Besucher auf einem Strohballen. Doch bevor Martin in Gestalt von Sara Weßling und ihr Haflinger „Angel“ ins Bild kamen, sangen Kinder und Erwachsene mit Unterstützung des Kinderchores sowie des Blasorchesters und des Spielmanns- und Fanfarenzuges das Lied von St. Martin.

Dass er durch Schnee und Wind ritt, auf einen armen Mann trifft, der statt Kleider nur Lumpen anhat, und der in seiner Not Martin um Hilfe anfleht: „Sonst ist der bittere Frost mein Tod“. Auf das Lied folgte die von Christoph Hausdorf vorgetragene gleichnamige Erzählung und die Handlung von der Mantelteilung. Martin, der der Legende nach damals Soldat war, fand durch die eigene hilfsbereite Geste zu Gott und wurde später ein berühmter Bischof.

„Immer da, wo Menschen mit anderen teilen, wo sie helfen und Frieden schenken, wird die Welt etwas heller, wärmer und schöner“, warb Stapper dafür, auch in der heutigen Zeit diese Werte zu leben.

Tatsächlich hatten sich viele Kinder und Erwachsene in jüngster Vergangenheit an Martins Vorbild orientiert und für andere, weniger gut Gestellte in den drei Kitas Geld und Spielsachen abgegeben, Spenden, die der Ochtruper Tafel zur Weitergabe überlassen werden. Wer noch etwas beisteuern möchte, hat dazu noch ein paar Tage Gelegenheit.

Sara Weßlings Pferd „Angel“, das von Anna-Lena Koch geführt wurde, war übrigens nicht – wie gemeinhin üblich – das einzige Pferd beim alljährlichen Martinsspiel. Ein Shetlandpony namens Zorro verfolgte aus nur wenigen Metern Entfernung die Aufführung. Hintergrund: Zorro lebt ebenfalls auf dem Hof Weßling und ist dick mit Angel befreundet. Ihre Pferdeherzen leiden, wenn sie getrennt werden, deswegen gab es für Sara Weßling, die gemeinsam mit Angel den freigiebigen Heiligen zum ersten Mal darstellte, nur eine Option: „Zorro musste mit.“

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