Problemfall Brinckwirths Erbe
Vechtebrücke für Kfz sperren?

Metelen -

Der Bauausschuss der Gemeinde beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung unter anderem mit den Brückenbauwerken in

Mittwoch, 14.11.2018, 06:00 Uhr
Nicht zu retten ist die marode Vechtebrücke des Wirtschaftswegs Brinckwirths Erbe. Um die Kosten für einen Neubau einzusparen, wird die Herabsetzung der Überführung zum Rad- und Fußweg ins Spiel gebracht – wenn der Gutachter mitspielt.
Nicht zu retten ist die marode Vechtebrücke des Wirtschaftswegs Brinckwirths Erbe. Um die Kosten für einen Neubau einzusparen, wird die Herabsetzung der Überführung zum Rad- und Fußweg ins Spiel gebracht – wenn der Gutachter mitspielt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Die drei Hauptsorgenkinder in der Liste der sanierungsbedürftigen Brücken im Gemeindebesitz knöpfte sich am Montagabend der Bau- und Planungsausschuss vor. Frank Timmermeester, Brückenexperte im Bauamt, stelle das Trio mit allen Facetten des jeweiligen Schadensbildes vor – und diese waren nicht ohne.

Vergleichsweise glimpflich kommt die Gemeinde dabei noch bei der sogenannten Pöppingbrücke in der Metelener Heide davon. Das Bauwerk lässt sich durch eine aufwendige Betonsanierung eines Risses in der Flügelwand und eine sogenannte „Vernadelung“ – sprich den Einbau von Ankerelementen aus Edelstahl – reparieren. 22 000 Euro wird dies voraussichtlich kosten und aus den Instandhaltungsrückstellungen im Etat finanziert.

Wesentlich tiefer in die Tasche greifen muss die Kommune bei der Doppelbrücke über die Vechte am Nieporter Esch. Timmermeester stellte den maroden Zustand der ehemaligen Eisenbahnbrücke in Fotos dar, ein Bauwerk, das absehbar auch für Radler und Fußgänger zu gefährlich ist. Der Verwaltungsmitarbeiter hatte ausgerechnet, dass sowohl eine Instandsetzung als auch ein kompletter Neubau dieser Brücke in etwa mit 122 000 Euro zu Buche schlügen. Hinzu kommt aber noch Übergang Nummer zwei am Nieporter Esch, nämlich die Straßenbrücke. Deren Sanierung kostet rund 46 000 Euro – macht zusammen rund 170 000 Euro. Die Verwaltung favorisierte daher eine dritte Variante, nämlich eine Sanierung nebst Umbau der Straßenbrücke, auf der künftig auch die Radler und Fußgänger die Vechte queren sollen. Kosten: 96 000 Euro. Die dann notwendige Verschwenkung des Radwegs war ein Thema der Diskussion im Bauausschuss, die Frage der Sicherheit der Radler und Fußgänger auf der dann nur noch einspurig zu befahrenden Vechtebrücke ein weiteres.

Deutlich mehr Bauchschmerzen bereitet sowohl der Verwaltung als auch den Bürgervertretern indes die Vechtebrücke Brinckwirths Erbe. Deren Zustand ist so desolat, dass sie mittlerweile auf eine Befahrbarkeit mit nur noch 3,5 Tonnen Achslast eingestuft ist. Ein Neubau für eine Belastung von bis zu 40 Tonnen würde rund 380 000 Euro kosten, eine Teilerneuerung für Fahrzeuge bis zu 16 Tonnen Gewicht knapp die Hälfte. Die Verwaltung favorisiert eine dritte Lösung, nämlich die ausschließliche Nutzung der Brücke für Radler und Fußgänger. Hier wären nur die Poller und die Beschilderung zu bezahlen – falls der Brückensachverständige diese Lösung akzeptiert.

Ob das auch die Bürgervertretung so sieht, die letztlich über alle Brücken im Rahmen der Haushaltsplanberatungen befinde muss, ist offen. Kritische Anmerkungen, dass Anlieger weite Wege in Kauf nehmen müssten oder der Feuerwehr der Zugang erschwert würde, gab es bereits am Montag. Die marode Brücke Brinckwirths Erbe wird die Kommune sicherlich nicht das letzte Mal beschäftigt haben.

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