Bibelgespräch katholischer und evangelischer Christen
Der Ökumene von unten nachhelfen

Metelen -

Laien aus der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde des Ortes finden sich regelmäßig zusammen, um sich

Donnerstag, 15.11.2018, 06:00 Uhr
Der Referent des Abends, Arno Brombacher, verteilte Bibeltexte
Der Referent des Abends, Arno Brombacher, verteilte Bibeltexte Foto: Dorothee Zimmer

Ein kleiner Kreis von Männern und Frauen trifft sich am Dienstagabend in der Oase. In den Tassen dampft Tee, auf kleinen Tellern liegen Kekse, eine Kerze brennt, und Arno Brombacher, evangelischer Theologe, Mitglied des Presbyteriums und seit einem Jahr Bürger der Gemeinde, erzählt lebhaft und mit interessanten Interpretationen von Apostel Paulus und seinen Briefen an die Philipper.

Immer im November kommen evangelische und katholische Christen aus Metelen zusammen, um ein gemeinsames Bibelgespräch zu führen. Die KAB lädt dazu ein, der Kreis ist offen für alle Interessierten.

Erklärte Absicht der Zusammenkunft ist laut Bever ein intensiverer Kontakt untereinander, damit Ökumene vor Ort gelingt. „Wir haben alle die gleiche Blickrichtung und wollen eine Kirche werden.“ Das sei „schon lange“ ein Thema der KAB, zumal es im Verband – hervorgerufen durch Heirat konfessionsverschiedener Paare – auch evangelische Mitglieder gebe. „Für ein besseres Miteinander sind wir entschlossen, von unten aus nachzuhelfen.“

Referent Brombacher rückt den Apostel Paulus in den Mittelpunkt. Dieser habe sich den Phillipern sehr verbunden gefühlt und ihnen oft geschrieben. Dreh- und Angelpunkt seiner Botschaften sei das Leben, der Tod und die Auferstehung Jesu gewesen. Damals hätten die Menschen in der Erwartung gelebt, dass Jesus bald wiederkomme.

„Bald“, das hieß für sie Tage oder wenige Wochen. „Sie schauten oft nach oben in den Himmel, weil sie ja mit diesem Moment im Grunde jederzeit rechneten“, zeichnete der Theologe die Erwartungshaltung nach.

Die Besucher analysierten im Anschluss eine Textpassage von Paulus und kamen in der Diskussion darüber überein, dass die Zeilen nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben. Anders formuliert zwar, aber übersetzt in den heutigen Sprachgebrauch mahnt Paulus zum Beispiel, Nachsicht im Umgang miteinander und mehr eigene Bescheidenheit an.

Zudem unterhielten sich die Teilnehmer über konfessionelle Unterschiede, etwa bei der Feier von Gottesdiensten. Weil die Beteiligung an den Gesprächen so engagiert war, kam abschließend der Gedanke auf: „Wir sollten uns eigentlich öfter treffen.“

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