Ansprachen zum Volkstrauertag
Den Frieden jeden Tag schützen

Metelen -

Die Erinnerung und das Gedenken an die Toten der Weltkriege und die Opfer von Gewaltherrschaft verbanden die Redner

Dienstag, 20.11.2018, 06:00 Uhr
Feuerwehrleute legten einen Kranz in Erinnerung an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft am Ehrenmal nieder. Bürgermeister Gregor Krabbe (r.) mahnte mit Blick auf aktuelle Konflikte an die Verantwortung für den Frieden. Der Leiter des katholischen Büros in Düsseldorf, Dr. Antonius Hamers (kl. Foto), spannte in seiner Gedenkrede den Bogen 100 Jahre zurück zum Ende des Ersten Weltkriegs.
Feuerwehrleute legten einen Kranz in Erinnerung an die Opfer von Kriegen und Gewaltherrschaft am Ehrenmal nieder. Bürgermeister Gregor Krabbe (r.) mahnte mit Blick auf aktuelle Konflikte an die Verantwortung für den Frieden. Der Leiter des katholischen Büros in Düsseldorf, Dr. Antonius Hamers (kl. Foto), spannte in seiner Gedenkrede den Bogen 100 Jahre zurück zum Ende des Ersten Weltkriegs. Foto: Irmgard Tappe

Musik in Moll hallte am Sonntagmorgen durch den Ort. Es war Volkstrauertag, und da zogen die Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine und Verbände sowie viele Metelener Bürger zum Ehrenmal auf dem Friedhof, wo sie der Opfer von Krieg, Terror und Gewalt gedachten. Während zwei Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr am Ehrenmal einen Kranz niederlegten, begleitete das Blasorchester die Zeremonie mit dem Lied vom toten Kameraden.

Bürgermeister Gregor Krabbe erinnerte an die Soldaten, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben verloren, aber auch an Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und getötet wurden, etwa, weil sie als Widerstandskämpfer für ihre Überzeugung eintraten. „Wir trauern heute aber auch um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung“, betonte Krabbe.

Der Leiter des katholischen Büros in Düsseldorf, Dr. Antonius Hamers, spannte in seiner Gedenkrede den Bogen 100 Jahre zurück. Er erinnerte an den 11. November 1918, als ein deutscher Abgesandter und ein französischer Marshall in Frankreich die Waffenstillstandsbedingungen unterzeichneten, was das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete.

Antonius Hamers erzählte von seinem Großonkel, der mit 19 Jahren Opfer dieses Krieges wurde, ebenso wie unzählige seiner Altersgenossen. „Ich habe in meiner Jugend die Briefe meines Großonkels gelesen. Und das hat mir vor Augen geführt, was so ein Krieg für junge Menschen bedeutet“, bemerkte Hamers. Das Schicksal des Großonkels habe ihm bewusst gemacht, welch Glück es sei, in einem demokratischen Land zu leben, in dem Friede und Freiheit herrschen. Die Gedenken an den Ersten Weltkrieg mit seinen unzähligen Toten seien in Frankreich stärker ausgeprägt als bei uns. In Deutschland, so Hamers, würden diese überlagert von den Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg.

Dass seit über 70 Jahren Friede in unserem Land herrsche, sei nicht selbstverständlich, sondern müsse Tag für Tag neu geschützt werden. Das gelte auch für die Europäische Einigung. „Für Freiheit und Frieden, gibt es keine Bestandsgarantie“, erklärte Hamers und forderte die Bevölkerung auf, sich immer wieder aufs Neue dafür einzusetzen.

Bürgermeister Krabbe appellierte an die Verantwortung gegenüber dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt. Das Blasorchester Metelen sowie Akkordeonspielerin Petra Ewering gestalteten die Gedenkfeier musikalisch.

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