Di., 04.12.2018

Riesen-Stutenkerl zum Advent-Einläuten Staatssekretärin macht Anfang

Die Staatssekretärin für Integration im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Serap Güler, schnitt gemeinsam mit Bürgermeister Gregor Krabbe und unter dem Beifall der Teilnehmer des Advent-Einläutens, den großen Stutenkerl an.

Die Staatssekretärin für Integration im NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Serap Güler, schnitt gemeinsam mit Bürgermeister Gregor Krabbe und unter dem Beifall der Teilnehmer des Advent-Einläutens, den großen Stutenkerl an. Foto: Martin Fahlbusch

Metelen - 

Staatssekretärin Serap Güler hatte am Wochenende zwei Termine im Ort, wie sie unterschiedlicher kaum sein konnten. Im

Von Martin Fahlbusch

Auch wenn die aktuell angebrochene Adventszeit etwas wärmer werden sollte als normal, schön und stimmungsvoll wird sie auf jeden Fall. Diesen Eindruck konnte man beim von der KAB, der Kolpingsfamilie und der Gemeinde organisierten „Advent-Einläuten“ gewinnen.

Ausdrücklich waren Alteingesessene, Geflüchtete und Zugezogene zu einem bunten Nachmittag mit einem kleinen Programm, Kaffee, Tee und Getränken sowie einem tollen internationalen Plätzchen- und Kuchenbuffet gebeten, bei dem es auch ganz viel Zeit und Raum für Begegnungen und Gespräche gab.

Fotostrecke: Weihnachtswünsche aufgeschrieben

Auch die gerade in Metelen weilende NRW-Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, mischte sich gerne unter Groß und Klein und verteilte später draußen leckere Kuchenstücke von einem überdimensionalen Stutenkerl mit Schokoladenstiefeln. Diesen durfte sie mit Bürgermeister Gregor Krabbe gemeinsam anschneiden. Drinnen gab übrigens es ein mehrsprachiges Bilderbuchkino-Hörspiel, das Kinder genauso souverän aufführten wie Tänze aus Portugal und anderswo und dazu internationale und vor allem selbst gemachte Musik.

Für die Organisatoren lud Petra Weßling alle Anwesenden ein, die auf den Tischen ausliegenden kleinen Plaketten mit eigenen Wünschen zu beschriften und auszumalen. Diese wurden dann eingesammelt und sollten anschließend an den großen Weihnachtsbaum vor dem Rathaus gehängt werden. Soweit die kurzen und langen Arme reichten, oder man auf dem Arm von Vater oder Oma etwas höher an die Zweige kam, mochte das für die Kinder ja noch gehen.

Ganz hoch hinaus trug es dann Bürgermeister Gregor Krabbe und einige Flüchtlingskinder, die im Korb einen Hubsteigers bis fast in die Spitze des Baumes kamen, um den Tannenbaum mit ihren Wünschen zu schmücken.

Nicht nur davon hat Metelens Bürgermeister Gregor Krabbe sicher schon lange geträumt, sondern vielleicht auch davon, einer Staatssekretärin mal so richtig deutlich zu machen, wo es lang geht im Ort. So geschehen am Samstagnachmittag, als er die Politikerin mit ihrem Fahrer und Dienstwagen per Handy ins Industriegebiet Peddenfeld zur Firma Kremer Stahltechnik lotste.

Nachdem Karina, Josef und Ansgar Kremer Serap Güler aus dem NRW-Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration in den neuen Hallen und den im Bau befindlichen Verwaltungstrakt begrüßt hatten, ging es gleich inhaltlich fundiert und durchaus auch kontrovers zur Sache: „Wir haben hier in unserem aufstrebenden Betrieb mit derzeit 64 Beschäftigten gleich zwölf Geflüchtete beschäftigt, die alle gute und qualifizierte Arbeit machen. Wir brauchen für die und für uns Sicherheit, dass sie nicht doch noch abgeschoben werden“, brachte Ansgar Kremer ein wichtiges Anliegen auf den Punkt.

„Wir brauchen einfach mehr staatliche Unterstützung beim Sprachenlernen für Asylsuchende, wenn wir sie vernünftig in unsere Arbeitsprozesse integrieren sollen“, forderte Hajro Jusufovic. Vor vielen Jahren kam er als Flüchtling aus dem ehemaligen Jugoslawien, weiß also, wovon er spricht und hat mittlerweile einen Betrieb für Tief-, Rohrleitungs- und Kabelbau aufgebaut, in dem auch Asylsuchende Arbeit finden.

Was die staatliche Unterstützung anging, zeigte sich Serap Güler höchst aufmerksam und betonte die Bemühungen der Landesregierung, auch gesetzlich Sicherheiten zu schaffen und Unterstützung anzubieten. „Wir müssen aber klare Grenzen ziehen zwischen sogenannten Arbeitsmigranten und den Aufträgen einer Gesellschaft, die sich dem Asylrecht verpflichtet weiß, dieses aber auch genau umreißen muss“, betonte Serap Güler.

Wichtige Beiträge zur örtlichen Situation konnten Werner Bever von der KAB, der Integrationsbeauftragte der Gemeinde, Manfred Schlüters, und Arno Brumbach in die bewegte Debatte einbringen. Thomas Wolbeck, der ein landwirtschaftliches Lohnunternehmen betreibt, das auch kommunale Dienstleistungen anbietet, kannte aber auch die Kehrseite. „Ich habe lange gezögert, wieder Geflüchtete einzustellen, als die ersten die Arbeit nach drei Tagen einstellten, weil sie zu hart und zu dreckig sei und die staatliche Unterstützung ja doch fließe. Jetzt habe ich Mitarbeiter aus Eritrea gewonnen, und die sind voll engagiert und ich bin wirklich zufrieden.“



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