Mi., 05.12.2018

Küsterin Hildegard Lanvermann seit einem Jahr im Dienst Peu à peu hineingewachsen

Mit dem Kirchengebäude sowie den anstehenden Aufgaben ist Küsterin Hildegard Lanvermann bestens vertraut. Jetzt hat die Metelenerin noch einen Qualifizierungskurs absolviert.

Mit dem Kirchengebäude sowie den anstehenden Aufgaben ist Küsterin Hildegard Lanvermann bestens vertraut. Jetzt hat die Metelenerin noch einen Qualifizierungskurs absolviert. Foto: Irmgard Tappe

Metelen - 

Der Gottesdienst in Ss. Cornelius und Cyprianus ist beendet; Pastor Thomas Stapper hat den Schlusssegen erteilt und die Gläubigen verlassen die Kirche. Nur Küsterin Hildegard Lanvermann bleibt noch etwas länger im Gotteshaus. Für sie beginnt jetzt die Nachbereitung der heiligen Messe.

Von Irmgard Tappe

Für die 54-Jährige ist das kein Neuland. Seit einem Jahr liegt der Küsterdienst von Ss. Cornelius und Cyprianus in ihren Händen. „Da bin ich peu à peu hineingewachsen“, erzählt die Metelenerin, während sie das Messbuch vom Altartisch räumt. Mit dem Kirchengebäude ist Lanvermann bestens vertraut. Hier hat sie schon als Reinigungskraft gewirkt und später war sie Vertretungsküsterin von Udo Nobis, dessen Nachfolgerin im Küsterdienst sie nun ist.

Jetzt hat die verheiratete Mutter von zwei erwachsenen Töchtern einen weiteren Schritt unternommen und einen Qualifizierungskurs für Küsterinnen absolviert. Von Februar bis November 2018 ist sie einmal wöchentlich nach Münster zum Unterricht gefahren. Liturgie, Glaubenslehre und Sakristanendienst standen auf dem Stundenplan. Dazu zählten zum Beispiel die Feier der Sonntagsmesse und die Besonderheiten der Festtage, wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten. Zur Ausbildung gehörten auch ein einwöchiges Seminar im Kloster Gerleve und drei Tage in der Berufsgenossenschaft Gevelinghausen.

„Während unserer Ausbildung“, erzählt Hildegard Lanvermann, „haben wir viel über den kirchlichen Kalender, über die liturgischen Farben, den praktischen Umgang mit den Gewändern für Priester und Messdiener sowie über die sakralen Gegenstände gelernt.“ Unter anderem, dass der Tisch, auf dem die Gefäße zur Gabenbereitung stehen, „Kredenztisch“ heißt. Und „Corporale“ ist der liturgische Name für die kleinen quadratischen Deckchen, die bei der Gabenbereitung als Unterlage dienen.

Gerade hat Lanvermann die Corporale zusammengelegt. Dann ist die Messkleidung des Priesters an der Reihe. Sorgfältig faltet die Küsterin die Stola, hängt das weiße Unterkleid und das violette Gewand auf entsprechende Kleiderbügel und zu den anderen Gewändern in den Schrank. Dort haben Priestergewänder in Weiß, Rot, Grün, Schwarz ihren Platz. Jede liturgische Farbe hat ihre Bedeutung. Violett ist die Farbe der Buße, der Besinnung und der Umkehr. Deshalb trägt der Geistliche während der Advents- und Fastenzeit ein Gewand in dieser Farbe.

Die Küsterin von Ss. Cornelius und Cyprianus macht sich mindestens zweimal täglich auf den Weg zur Kirche. Zur Vor- und Nachbereitung der Messfeiern. Aber auch, um die Tür zum Gotteshaus am Morgen aufzuschließen und am Abend wieder abzuschließen. Denn das zählt ebenfalls zu den Aufgaben einer Küsterin.

„Es ist kein Büro, das Sie morgens aufschließen, sondern ein sakraler Raum, nämlich ein Kirchenraum“, hatte Weihbischof Rolf Lohmann die 15 Absolventinnen des Küsterinnenlehrgangs auf die Bedeutung ihres Berufs hingewiesen, als er ihnen die Zertifikate aushändigte.

Unauffällig im Hintergrund arbeiten und den Kirchenraum bei den jeweiligen Anlässen so herrichten, dass die Gläubigen sich dort willkommen fühlen, das ist es, was Hildegard Lanvermann am Küsterdienst besonders schätzt.



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