Großes Interesse am Thema
Passt der Islam überhaupt zur Demokratie?

Metelen -

„Sind Islam und Demokratie kompatibel?“ Mit dieser ebenso spannenden wie schwierigen Fragestellung befasste sich ein

Freitag, 18.01.2019, 06:00 Uhr
Das Grundgesetz als Basis der gesellschaftlichen und rechtlichen Ordnung in der Bundesrepublik und der Koran (Foto), die heilige Schrift der Muslime. Welche Schnittstellen gibt es?
Das Grundgesetz als Basis der gesellschaftlichen und rechtlichen Ordnung in der Bundesrepublik und der Koran (Foto), die heilige Schrift der Muslime. Welche Schnittstellen gibt es? Foto: dpa

„Sind Islam und Demokratie kompatibel?“ Um diese Frage zu beantworten, bedurfte es einer Menge an Informationen über den Glauben der Muslime und die Geschichte des Islam. Und mit Informationen wurden die Zuhörer am Mittwochabend in der Oase reichlich versorgt. Die KAB, die Kolpingfamilie und die kfd hatten Arno Brombacher, Diplom-Theologe aus Metelen, eingeladen. Er brachte das Publikum im voll besetzten Saal der Oase mit fundierten Kenntnissen auf einen zuverlässigen Wissensstand.

„Die Vorbehalte gegenüber dem Islam haben erst einmal nichts mit der Flüchtlingswelle im Jahr 2015 zu tun“, nahm der Referent gleich zu Beginn einer großen Sorge in der Bevölkerung den Wind aus den Segeln. Vielmehr verband er die Angst vor der für viele fremden Religion mit den Terroranschlägen in New York am 11. September 2001 und dem Erkennungszeichen des Islamischen Staates.

Doch so ganz fremd dürfte der Islam den meisten Christen gar nicht sein, versicherte der Referent, der mehr als 20 Jahre eine Evangelische Bildungsstätte in Thüringen geleitet hat. Jesus und Maria nähmen als Isa und Mirjam eine herausgehobene Rolle im Koran ein. Auch der Erzengel Gabriel und der Stammvater Abraham würden im Koran mehrfach erwähnt. Dieses Heilige Buch des Islam wurde dem Propheten Mohammed als Allahs Botschaft offenbart. Danach bezeichneten sich Muslime selbst als „Gott Ergebene“, die ihr Leben dankbar für die Gnadengabe des Koran ausrichteten.

Als „Religion des Friedens“ benenne die Charta des Zentralrats der Muslime in Deutschland den Islam, informierte Brombacher in seinem Vortrag. Muslime dürften danach keine Kriege führen, sondern würden angehalten, Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Mitgefühl zu üben. Auch zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern nehme der Koran Stellung. „Frauen und Männer haben die gleiche Lebensaufgabe, nämlich Gott zu erkennen und ihm zu dienen“, nannte Brombacher eine wichtige Aussage im Koran, die allerdings im Alltag auf Grund der Lebensumstände zu Recht längst nicht immer als Gleichberechtigung wahrgenommen werde.

Ein bewegendes Thema bildete an diesem Abend der „Dschihad“, der heilige Krieg, der nur als Verteidigungskrieg gestattet sei. Ursprünglich für die Gläubigen als Auftrag zum individuellen Glauben und zu einem moralischen Leben verkündet, missbrauchten islamistische Kreise den Dschihad für Präventionsschläge und Attentate.

„Islam und Demokratie müssen sich nicht zwangsläufig ausschließen“, beantwortete Brombacher die eingangs gestellte Frage. Auf keinen Fall kompatibel mit einem Rechtsstaat sei die Scharia, das islamistische Gesetz.

Werner Bever, Bildungsreferent der KAB, entließ die Zuhörer mit dem Hinweis, dass für die Auseinandersetzung mit dem Islam zunächst die Information über den Glauben der Muslime stehe und die Grundlage für ein gedeihliches Miteinander sei.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6327469?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686835%2F
Nachrichten-Ticker