Historische Fotos und Postkarten von Gaststätten aus der Sammlung Köning
Jagd nach dem Werbe-Männchen

Metelen -

Sie gehören zu den besonders raren Stücken der Rolinck-Sammlung von Thomas und Hans Köning: Historische Fotos und

Samstag, 19.01.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 21.01.2019, 14:46 Uhr
Rolinck-Werbung verbindet die Fotos alter Gaststätten im Ort, die Hans und Thomas Köning sammeln. Das Bild zeigt die frühere Fassade des Hotels Brink am Sendplatz.
Rolinck-Werbung verbindet die Fotos alter Gaststätten im Ort, die Hans und Thomas Köning sammeln. Das Bild zeigt die frühere Fassade des Hotels Brink am Sendplatz. Foto: Sammlung Köning

Wenn es nur zwei Kategorien gäbe, um Menschen grundsätzlich in Schubladen zu stecken, so helfen die beiden Sätze „Ein Genie beherrscht das Chaos“ und „Wer Ordnung hält, der ist zu faul zum Suchen“ da ein wenig weiter. Hans Köning gehört sicherlich in die zweite Kategorie, ist zugleich aber ein Meister darin, Ordnung ins Chaos zu bringen. Und er versteht es, die Ergebnisse akribischer Sammelleidenschaft auch anderen zugänglich zu machen.

„Jäger und Sammler“ ist nämlich noch so eine Kategorie, die den Metelener ganz treffend charakterisiert. Wer in die urgemütliche Bürostube des Seniors eintritt, dem fallen die vielen Ordner, CD-Hüllen und blau-weißen Devotionalien auf. Letztere sind seiner Leidenschaft für den Revierclub aus Gelsenkirchen geschuldet, für dessen Metelener Fan-Ableger er regelmäßig als Chronist tätig wird und – wenn es denn der Anlass gebietet – auch Höhepunkte aus dem Vereinsleben in Zusammenstellungen festhält.

Daneben ist Hans Köning aber auch ein engagierter Heimatfreund. Zwar kein Urmetelener, gehört er aber doch zum festen Kreis derjenigen, die sich um die Bewahrung der fotografischen Schätze, die im Ackerbürgerhaus von alten Zeiten im Ort erzählen, kümmert. Der Scanner auf dem Schreibtisch, mit dem er historische Fotografien auch für kommende Generationen nicht nur nutzbar, sondern vor allem auch findbar machen will, hat gut zu tun. Köning ist es wichtig, neben der Digitalisierung auch Informationen zu den Bildern zu dokumentieren.

Zu absoluter Hochform läuft der Metelener Senior auf, wenn es um sein Steckenpferd geht, nämlich die Geschichte der Burgsteinfurter Brauerei Rolinck. Vor allem die Werbemittel haben es ihm – und seinem Sohn Thomas, der die Leidenschaft des Vaters teilt – angetan. Die Sammlung erstreckt sich vom Kronkorken über Werbegläser bis hin zur Ausstattung von Gaststätten.

Und genau hier kommen auch wieder die Fotos ins Spiel. „Wir haben Bilder von Gaststätten aus Metelen und der Umgebung, die die Reklame von Rolinck zeigen, in unserer Sammlung“, berichtete Köning, der auch die letztjährige Zeitungsserie „Metelen einst und heute“ verfolgt hatte.

In der Tat: Fein säuberlich in speziellen Klarsichthüllen finden sich teils uralte Postkarten, aber auch Schwarz-Weiß-Fotografien von Gaststätten aus dem Ort, die es teils schon gar nicht mehr gibt, die aber alle eines einte: Das Rolinck-Männchen auf einem der Werbeschilder über der Wirtshaustür oder neben den Fenstern.

Besonders markant ist dabei eine Aufnahme, die die Gastwirtschaft Franz Brink zeigt. Elemente des Jugendstils, aber auch Gründerzeit-Schmuck findet sich neben allerlei Werbung an der Fassade. „Bäckerei, Conditorei, Colonialwaren“ ist dort zu lesen und – in feiner Schrift auf Glas – auch der Hinweis auf das „Hotel zur Post“. Das ist längst Geschichte, genauso, wie demnächst auch der Nachfolgebau an gleicher Stelle, auf den schon der Bagger wartet. Die Erinnerung bleibt aber dank der Sammelleidenschaft von Vater und Sohn Köning.

Auch weitere Gaststätten, die längst Vergangenheit sind, finden sich in dem Fundus. Etwa die Gaststätte von August Bürger – übrigens auch mit Bäckerei und Kolonialwaren (dort schon mit K geschrieben) breit aufgestellt. Und mit Telefonanschluss, erreichbar unter der Nummer 17.

Der immer noch bestehende Gasthof Lampen-Pieper machte gleich mit zwei großen Glas-Werbetafeln samt Rolinck-Männchen darauf aufmerksam, was dort aus dem Zapfhahn kam. Gleiches galt für die im vorvergangenen Jahr geschlossene Gaststätte Elling. „Der Junge da auf dem Foto ist übrigens Josef Elling“, macht Hans Köning beim Blättern durch die Foto-Sammlung auf den späteren Wirt aufmerksam, der mittlerweile die 80 überschritten hat.

Und dann gibt es noch die Doppel-Postkarte der einstigen Gaststätte Böwing-Störmann, gleich neben dem Bahnhof Metelen-Land gelegen. In die Sammlung Köning schafften es die Schwarz-Weiß-Fotografien wegen der Rolinck-Werbung rechts und links der Gaststätten-Tür. In Erinnerung bei den Metelenern dürfte hingegen das zweite Bild auf der Karte sein. Es zeigt die Außengastronomie des Hauses, wo Tische im Grünen eine quadratischen Fläche einrahmten, die zum Tanztee förmlich einlud. Doch das ist längst vergangen – ebenso wie die zweistelligen Telefonnummern, von denen Störmann unter der Nummer 73 erreichbar war.

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