Streit um die künftige Amprion-Trasse
Naturschützer: Nicht mitten durch die Heide

Metelen -

Kritische Worte hagelte es zuletzt im gemeinsam tagenden Haupt- und Bauausschuss mit Blick auf die Haltung des Kreises Steinfurt zum Trassenverlauf der neuen Höchstspannungsleitung. Die Einlassung der Behörde zeigt aber, dass sie exakt auf der Linie des Rates in dieser Frage liegt. Widerstand gegen die von der Gemeinde favorisierte Trassenführung kommt indes von Seiten des Naturschutzes.

Mittwoch, 30.01.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 30.01.2019, 11:25 Uhr
Während Arbeiter die bestehende Stromleitung südlich von Metelen in diesen Tagen zurückbauen, ist der genaue Verlauf der neuen Höchstspannungstrasse noch längst nicht entschieden.
Während Arbeiter die bestehende Stromleitung südlich von Metelen in diesen Tagen zurückbauen, ist der genaue Verlauf der neuen Höchstspannungstrasse noch längst nicht entschieden. Foto: Dieter Huge sive Huwe

„Da hat uns der Landrat vernatzt.“ Deutliche Worte fand in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses UWG-Fraktionschef Ansgar Stening mit Blick auf das laufende Verfahren zur neuen Höchstspannungsstromtrasse des Betreibers Amprion. Stening kritisierte, die Gemeinde Metelen werde „vom Kreis allein gelassen“ bei ihrer Forderung nach einer weitergehenden Verschwenkung der Stromleitung in südlicher Richtung.

Diese wollen alle im Rat, die SPD und die CDU bekräftigten dies jüngst sogar. Zur Erinnerung: Es gibt einen Beschluss der Bürgervertretung, der eine Trassenführung durch die Wolder Mark fordert. Begründung: Die Gemeinde werde nur so bei der Entwicklung ihres Gewerbegebiets durch die Stromleitung nicht eingeschränkt und auch der Bereich neben der Wohnanlage „Metelener Heide“ bekomme so genügend Abstand zur neuen Leitung.

Mit dieser Forderung nach einer Alternativtrasse war die Gemeinde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens im November in den Erörterungstermin bei der Bezirksregierung gegangen. Hier hatten alle Beteiligten – Behörden, Naturschützer und Anlieger – ihre Argumente und Bedenken für oder gegen die drei möglichen Trassenvarianten angeführt – darunter auch der von der UWG so vehement angegangene Kreis Steinfurt.

Variante null, nämlich der Bau der neuen Leitung auf der Trasse, die derzeit demontiert wird, hatte Amprion nach Verhandlungen mit den Anliegern der Bahnhofssiedlung Metelen-Land selber verworfen und war mit Variante eins ins Verfahren gestartet: Diese schwenkt südlich in einen Teilbereich der Heide hinein, benötigt statt der aktuell zehn Masten nur noch sieben. Die vom Gemeinderat am 5. Juli 2018 geforderte Variante zwei schwenkt jedoch bereits südlich des Ortskerns nach Süden und durchschneidet die Heide später südlich des künftigen Dino-Parks.

Der Kreis Steinfurt schloss sich in seiner Stellungnahme an die Bezirksregierung vom 26. September 2018, die unserer Redaktion vorliegt, „vollinhaltlich der vom Rat einstimmig beschlossenen (...) Stellungnahme der Gemeinde Metelen (...) an.“ Die Trasse eins mit der kleinen Verschwenkung im Bereich Metelen-Land könne nicht gewährleisten, dass die Auswirkungen der Planung für die Bürger so gering wie möglich gehalten würden. Die aus der überplanten Bestandstrasse folgenden Einschränkungen mit Blick auf die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten Metelens seien auch aus Sicht des Kreises nicht hinnehmbar.

Der Kreis verschweigt in seiner Stellungnahme an die Bezirksregierung – die letztlich entscheidet – nicht, dass der Beirat bei der Unteren Naturschutzbehörde mit deutlicher Mehrheit Forderungen mit Blick auf den Naturschutz erhoben hatte.

So sei die Metelener Heide mit ihren zusammenhängenden Waldbereichen von jeglicher Überplanung auszusparen. Bereiche für den Schutz der Natur seien mit der höchsten Empfindlichkeitsstufe zu bewerten und der Vogelschutz im Detail zu untersuchen. Dass im Rahmen der Erörterungsverhandlungen im Regierungspräsidium der Brachvogel zur Sprache kam, könnte erhebliche Auswirkungen auf die Trassenführung haben. Als besonders geschützt und vom Aussterben bedroht ist der Brachvogel zugleich eine „planungsrelevante Art.“

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