Feuerwehr-Läufergruppe spaltet sich auf
Zoff bei den Blauen Helmen

Metelen -

Der Club der blauen Helme als lose Organisation von Ausdauersportlern aus den Reihen der Feuerwehren ist Geschichte.

Donnerstag, 07.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 07.02.2019, 16:54 Uhr
Mächtig ins Zeug legten sich die Feuerwehrläufer im vergangenen Jahr für die gute Sache. Der Club der blauen Helme ist nach Querelen jetzt zersplittert. In Metelen ist die Gründung eines Verein unter dem Arbeitstitel „Laufen gegen den Krebs“ geplant.
Mächtig ins Zeug legten sich die Feuerwehrläufer im vergangenen Jahr für die gute Sache. Der Club der blauen Helme ist nach Querelen jetzt zersplittert. In Metelen ist die Gründung eines Verein unter dem Arbeitstitel „Laufen gegen den Krebs“ geplant. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Sie haben zusammen trainiert, zusammen geschwitzt, gemeinsam gelitten bei ihren Läufen für den guten Zweck und nach außen stets den Eindruck vermittelt, dass die sprichwörtliche Feuerwehr-Kameradschaft auch für den Club der blauen Helme galt. Doch bereits nach etwas mehr als einem halben Jahr, in denen die Feuerwehr-Läufer unter dem Titel „Club der blauen Helme“ für gute Zwecke Spendengelder einwarben, zeigten sich Risse im Team.

„Mitte letzten Jahres wurden wir durch eigennützige Initiativen aus den eigenen Reihen überrascht“, formulierte es Stefan Krzywanski, bei dem in Metelen die Fäden für das Projekt zusammenlaufen. Zum Bruch innerhalb des 13 Mitglieder starken Läuferteams sei es gekommen, als alleinige, personenbezogene Patente angemeldet worden seien, führte der Metelener in einer Facebook-Information aus.

Im Gespräch mit dieser Zeitung wurde er konkreter: „Da wurden ohne Abstimmung Markenrechte angemeldet.“ Wohl auch an dem prägnanten Namen, unter dem die Feuerwehrläufer erstmals im November 2017 von Metelen nach Münster liefen, um für krebskranke Kinder Spenden einzuwerben. Und das äußerst erfolgreich, genauso wie bei nachfolgenden Aktionen, unter anderem bei Treppenläufen und einem großen Marsch durch den Kreis Borken.

Ingo Kohlhoff, in Gronau einer der Hauptverantwortlichen des „Clubs der Blauen Helme“ bestätigt, dass Stefan Krzywanski und andere Mitglieder den Club inzwischen verlassen haben. Richtig sei auch, dass er – Kohlhoff – und ein weiteres Mitglied den Namen und das Logo des „Clubs der Blauen Helme“ inzwischen rechtlich haben schützen lassen. „Aber nicht zum Eigennutz, sondern um der guten Sache willen“, so Kohlhoff. Der Club sei nach den ersten Aktionen „sehr schnell sehr groß geworden“. Um hier klare Strukturen zu schaffen und zu verhindern, dass irgendjemand mit Namen und Logo in eigener Mission losziehe, sei der Schutz erfolgt. Darüber sei innerhalb des Clubs gesprochen worden, „dann ist aber lange nichts passiert. Bis wir uns Name und Logo haben schützen lassen.“

Künftig werden also zwei Organisationen getrennt für die gute Sache unterwegs sein: Die positive Resonanz der Menschen für ihre Projekte motivierte Krzywanski und Mitstreiter jetzt zu einem Neuanfang. „Der Club der blauen Helme ist für uns Schnee von gestern“, erklärt er. Die Ziele des Clubs, nämlich krebserkrankten Menschen zu helfen, würde hingegen nach wie vor verfolgt.

„Wir machen weiter“, unterstreicht auch Marvin Buntrock, der bei der Freiwilligen Feuerwehr in Nordwalde aktiv ist und zu den Mitstreitern der ersten Stunde gehört. Gemeinsam mit Krzywanski plant er nun die Gründung eines eingetragenen Vereins, unter dessen Dach weiterhin die Teilnahme an und möglicherweise auch die Organisation von Ausdauerläufen stattfinden soll. „Wie gewohnt in Feuerwehr-Ausrüstung“, erläutert Krzywanski, dass man am Konzept festhalten werde. „Laufen gegen den Krebs“ ist der Arbeitstitel für den Verein. Ausdrücklich unterstreichen die beiden Ausdauer-Läufer, dass ihre Gruppe nicht in Konkurrenz trete zum Blauhelm-Club, den es ja weiterhin gebe. Wenn es darum gehe, für die gute Sache Spendengelder einzuwerben, sei jeder erlaufene Euro wichtig.

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