Digitales Rathaus
Geodaten: Infos über den Ort auf einen Blick

Metelen -

Immer, wenn es richtig amtlich wird, muss Papier her. In großen Formaten, mit feinen Linien, umfangreicher Sachdarstellung und vor allem den Unterschriften der Verantwortlichen und dem Stempel der Kommune. Auch im Zeitalter, das viele bereits als das digitale mit 4.0 bezeichnen, gehören die Katasterpläne zum Alltag im Bauamt – von Rechts wegen, denn es handelt sich um Urkunden.

Freitag, 15.02.2019, 06:00 Uhr
Für Heike Wigger gehört die Arbeit mit digitalen Geodaten, die ihr Programme des Dienstrechners liefern, zum täglichen Geschäft. Unverzichtbar sind dennoch die amtlichen Pläne auf Papier.
Für Heike Wigger gehört die Arbeit mit digitalen Geodaten, die ihr Programme des Dienstrechners liefern, zum täglichen Geschäft. Unverzichtbar sind dennoch die amtlichen Pläne auf Papier. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Praktisch ist aber etwas anderes. Praktisch arbeitet Heike Wigger, die im Rathaus für die Bauleitplanung zuständig ist, mit so genannten Geodaten. Das sind digitalisierte Informationen über die Infrastruktur der Gemeinde, über Besitzverhältnisse, Grundstücksgrößen, Kanalverläufe. „Wir nutzen die Daten des Geoinformationssystems für unsere Arbeit“, umschreibt die Verwaltungsfachfrau das nützliche Programm auf dem Rechner, das sich individuell nach der jeweiligen Fragestellung einstellen lässt.

So können etwa Versorgungsleitungen dargestellt werden, Hydranten oder Abwasserrohre – alles Daten, die von Ingenieurbüros eingespeist wurden ins System und das Kataster ergänzen. „Das Geoinformationssystem stellt sogar die Höhenlage der Kanaldeckel dar“, freut sich Wigger über eine zentimetergenaue Darstellung, etwa für anstehende Sanierungsarbeiten an öffentlichen Straßen.

Die Grundstruktur der amtlichen Geodaten über den Ort wird vierteljährlich vom Kreis Steinfurt, der die Katasterdaten erhebt, aktualisiert. Neu eingemessene Grundstücke oder Veränderungen wie Anbauten oder Garagen tauchen dann auf dem Rechner auf und bieten den Planern im Rathaus ein jeweils aktuelles Bild des Geschehens im Ort. „Wir können zusätzlich auch Satellitenbilder über die Karten legen“, erläutert Wigger, dass auch die kleinen Sputnik-Späher ihren Part zum Datenpaket beitragen.

Die Fachfrau aus dem Bauamt ist nicht die Einzige im Rathaus, die Geodaten nutzt. Auch Klimaschutzmanager Simon Möser weiß die digitale Unterstützung zu schätzen. Das Solarkataster, das das Projekt „Energieland 2050“ für die Kommunen des Kreises Steinfurt erstellt hat, liefert für jedes Haus im Ort Informationen dazu, ob und wie stark es für die Nutzung von Photovoltaikanlagen geeignet ist.

Im Vorjahr hat Möser die Infos genutzt, um die Eigentümer potenzieller PV-Flächen auf die Möglichkeiten der Sonnennutzung zur Stromerzeugung hinzuweisen. Auch Google Maps, im Internet für jedermann zugänglich, fließt bisweilen in die Arbeit der Rathaus-Mitarbeiter ein.

Die fachspezifischen Geodaten, die Heike Wigger auf ihrem Rechner hat, sind allerdings nur für den Dienstgebrauch bestimmt, enthalten sie doch teils Daten, die besonders geschützt und nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt sind. Diese finden sich übrigens nicht in den Katasterplänen wieder, denn die liegen mitunter – etwa bei anstehenden Bauprojekten, welche die Öffentlichkeit tangieren – für jedermanns Einsicht aus.

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