Ralf Meier hat seinen VW-Käfer im Winter reingeholt
„Insektenhotel“ in der guten Stube

Metelen -

Ralf Meier meint es gut mit seinem geliebten VW-Käfer – und hat ihn deshalb in der kalten Jahreszeit reingeholt in die gute Stube.

Samstag, 16.02.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 16.02.2019, 14:40 Uhr
Ralf Meier hat es seinem Käfer kuschelig gemacht in den heimischen vier Wänden. Aktuell hat er die Essecke des Wohnzimmers mit Beschlag belegt.
Ralf Meier hat es seinem Käfer kuschelig gemacht in den heimischen vier Wänden. Aktuell hat er die Essecke des Wohnzimmers mit Beschlag belegt. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Es gibt Projekte, die starten als Schnapsidee im Freundeskreis. Eine solche ließe sich vermuten beim Blick in die heimischen vier Wände von Ralf Meier. Da steht doch allen Ernstes ein ausgewachsener VW-Käfer im Wohnzimmer. Und in der Tat: „Meine Kumpel haben viel Spaß an der Sache“, erzählt der Metelener Autoschrauber mit breitem Grinsen. Sein kuschelig warmes Dach überm Blech hat der Käfer aber eigentlich Einbrechern zu verdanken.

Diese machten sich im Vorjahr derart rabiat an der großen Terrassentür zu schaffen, dass diese ausgetauscht werden musste. Meier erkannte seine Chance: „Ich hatte immer schon mit dem Gedanken gespielt, den Käfer reinzuholen.“ Dass der bekennende Autonarr es durchaus ernst meinen könnte, stand für alle, die ihn kennen, fest. Denn auch ein Gelände-Motorrad hatte es schon in die gute Stube geschafft und unter der Kellertreppe versammelt sich seit Jahren ein Motorrad-Trio – inklusive einer waschechten Maico.

Doch ein Zweirad – auch wenn es motorisiert ist – ist eben etwas anderes als ein VW-Käfer. Mit dem getunten Oldtimer ist Meier im Sommer regelmäßig zu Treffen unterwegs. Bei schlechtem Wetter gönnt er ihm gewöhnlich einen Platz in der Garage. Doch was wäre, wenn ...

Die Idee, das Wirtschaftswunder-Auto im Winter ins Haus zu holen, nahm nach dem Einbruch konkrete Formen an. Statt der Schiebetür wurden Flügeltüren eingebaut. Die baulichen Voraussetzungen waren also gegeben, als zwei Freunde anrückten, zunächst den Esstisch aus dem Zimmer trugen und dann den Käfer über den Rasen und die Terrasse ins Haus schoben. „Wir mussten nur eine der Türen aushängen, sonst wäre sie hinter dem Auto nicht mehr zugegangen“, berichtet Meier über die Aktion.

Hilfreich beim Rangieren waren ferner vier spezielle Rollböcke, die unter die Reifen geschoben wurden. Damit lässt sich der alte Volkswagen bei Bedarf sogar noch weiter in den Raum hinein schieben – vielleicht an den Ofen, damit er es schön warm hat?

Batterie ausgebaut, Tank entleert

„Warum nicht?“, nimmt Meier den Faden auf und demonstriert, dass der 700 Kilo schwere Käfer auch in der ungewohnten Umgebung putzmunter ist – allerdings nicht aus eigener Kraft, wie sich versteht. „Ich habe die Batterie ausgebaut und auch der Tank ist bis auf einen kleinen Rest entleert“, macht Meier deutlich, dass er sich keine potenzielle Autobombe ins Haus geholt hat, sondern eben seinen heiß geliebten Oldtimer.

Zu Ende gesponnen könnte der Käfer gar zum Autokino mutieren, denn ein Dreh um 90 Grad nach Backbord brächte ihn in eine perfekte Position mit Blick auf den Großbild-Fernseher. Die Streifen um den Wunderkäfer „Dudu“ aus den 1970-er Jahren wären da sicherlich erste Wahl – oder das Disney-Remake „Herbie – ein toller Käfer startet durch“.

Immerhin spendierte Ralf Meier dem Oldtimer aus Wolfsburg schon zur Weihnachtszeit eine schmucke LED-Beleuchtung. Die lässt zur Freude des Oldtimer-Freundes vor allem im Motorraum den chromglitzernden Weber-Doppelvergaser blinken – da kommt einfach keine Christbaumkugel mit!

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